Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Kalender

Schöneberger Kulturkalender

Stolpersteinverlegung auf dem Perelsplatz

Termin: Dienstag, 21. März 2017  09:15 bis 10:30 Uhr
Ort:Perelsplatz 10 in Friedenau
Veranstalter:Stolpersteininitiative Stierstraße

Mit Schülerinnen und Schülern der Friedrich-Bergius-Schule und der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Die Steine werden verlegt für:

Perelsplatz 10 (früher Maybachplatz 10), 21.3.2017, 9.15 Uhr
Stolperstein für Marie Rabinowicz
Marie Rabinowicz wurde am 15. 6. 1875 in Posen geboren. Sie war Portraitmalerin, unverheiratet und lebte seit Oktober 1917 am Maybachplatz 10.
In den Volkszählungsunterlagen vom Mai 1939 ist sie als Hauptmieterin eingetragen, in den Unterlagen des BLHA (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) in Potsdam als Untermieterin bei Griep, vorne, 4.Geschoß.
Die jüdischen Hauseigentümer Herbert und Hildegard Stein hatten sich in den 30 er Jahren in die USA retten können. Danach wurde das Haus "arisiert". Es ist anzunehmen, daß Marie Rabinowicz als Jüdin nach 1939 ihren Mieterschutz verlor und nur noch als Untermieterin verbleiben konnte.
Marie Rabinowicz wurde am 8.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und am 19.9.1942 in Treblinka ermordet.

Perelsplatz 15 (früher Maybachplatz 15) 21.3.2017 9.30 Uhr
Stolpersteine für Moritz und Rosalie Pfeil sowie Magda Ascher:
Moritz Pfeil wurde am 7.12.1867 in Sucha Gora (Teckenberg) in Polen geboren und wohnte in Berlin-Friedenau, Maybachplatz 15 zusammen mit seiner Frau Rosalie Charlotte Pfeil, geb.Freund, geb. am 25.12.1882 in Landeshut/Schlesien und dem gemeinsamen Sohn Heinrich, geb. am 3.10.1920 in Berlin.
Moritz Pfeil war Buchhändler und betrieb in seiner Wohnung einen Versandbuchhandlung für Kunst- und Kunstgewerbe.
Rosalie Pfeil war Englischlehrerin.
1938 mußte Moritz Pfeil auf Anordnung der Nazi-Behörden den Buchhandel auflösen.
Der Sohn Heinrich konnte im Frühjahr 1939 im Alter von 19 Jahren nach Schottland fliehen. Dort änderte er seinen Namen in Henry Pheil um, übte später den Beruf des Ingenieurs aus und heiratete Betti Goldschal, geb. 1921. Aus der Ehe ging Rose Deborah Smith, geb. Pheil hervor. Von Glasgow aus stellte Henry Pheil in den 50 er Jahren bei den Berliner Wiedergutmachungsbehörden den Antrag auf Rückerstattung des geraubten Besitzes seiner Eltern. Das Restitutionsverfahren zog sich über viele Jahre hin und aus den Dokumenten im Landesarchiv Berlin läßt sich der Geist, der in den 50er und 60er Jahren in den Berliner Behörden herrschte, mit Bedrückung ablesen.
Henry Pheil verstarb am 9.8.1984 in Glasgow, Betti Pheil im Jahr 2001.
Bislang ist es nicht möglich gewesen, mit der Tochter Rose Deborah Kontakt aufzunehmen. Die Stolpersteininitiativ steht aber in Kontakt mit Bürgerämtern in Glasgow, um sie zu finden und zur Stolpersteinverlegung einzuladen.
Moritz und Rosalie Pfeil wurden am 18. Oktober 1941 nach Lodz deportiert und am 8. Mai 1942 in Kulmhof ermordet.

Magda Ascher wurde am 3.2.1887 in Glatz/Schlesien geboren und wohnte Maybachplatz 15.
In den Unterlagen des Bundesarchivs zur Volkszählung vom Mai 1939 und in einer Karteikarte des BLHA Potsdam ist sie mit im Haushalt des Ehepaares Moritz und Rosalie Pfeil gemeldet. Weitere Einzelheiten über sie haben wir nicht herausfinden können, da es in den Archiven fast keine Akten über sie gibt.
Magda Ascher wurde mit dem selben Transport wie das Ehepaar Pfeil am 18.10.1941 nach Lodz/Litzmannstadt und laut Gedenkbuch des Ghettos auch mit ihnen 1942 ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert und am 8.5.1942 ermordet.


Haben Sie Ihren Veranstaltungshinweis nicht gefunden? Dann senden Sie uns eine Mail mit ihren Veranstaltungsdaten an termine(at)schoeneberger-kulturkalender.de