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Schöneberger Kulturkalender

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Termin: Mittwoch, 13. Februar 2019  20:00 bis 22:00 Uhr
Ort:KLEINES THEATER, Südwestkorso 64, 12161 Berlin

Regie: Karin Bares

Mit: Sybille Weiser, Cornelia Schönwald, Boris Freytag, Jean Maesér, Stefan Kreissig

Am 21. Dezember diesen Jahres ist der 100. Geburtstag des Literatur-Nobelpreisträgers Heinrich Böll. Seit seinem Tod im Jahre 1985 hat es in Deutschland keinen vergleichbaren öffentlichen Intellektuellen mehr gegeben: Böll legte sich mit der politischen Linken wie der Rechten an, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit der Presse. Er setzte sich für Flüchtlinge aus Vietnam ein und für Dissidenten in Osteuropa. Er war Humanist, aber kein Moralist, und überzeugt, dass "Sprache, Liebe, Gebundenheit den Menschen zum Menschen machen".
1974 erschien Bölls bis heute wohl bekanntestes Werk, "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", das er selbst ein erzählerisch verkleidetes Pamphlet nennt. Die Erzählung wurde in über 30 Sprachen übersetzt, von Volker Schlöndorff verfilmt und allein in Deutschland über sechs Millionen Mal verkauft.

Auf eindringliche Weise protestierte er mit diesem Werk gegen den Menschen verachtenden Sensationsjournalismus und die Gewalt von Schlagzeilen. Seinerzeit eindeutig inspiriert durch die Springerpresse, ist seine Streitschrift mehr denn je Gegenwartskritik. Außerdem wendet er sich - immer wieder aktuell -  über die Titelfigur massiv gegen männlich geprägte Machtausübungen, in Form von Übergriffen und Nötigungen.
Katharina Blum wird zu Unrecht verdächtigt, die Komplizin eines gesuchten Kriminellen zu sein. Ein mächtiges Massenblatt stellt sie an den Pranger, schreckt vor Verdrehungen und hetzerischer Meinungsmache nicht zurück und zerstört letztlich nicht nur ihren Ruf, sondern ihr ganzes Leben.
In einer Welt zunehmender, auch medialer Verrohung steht die Figur Katharina Blum, die sich auch sprachlich nicht vereinnahmen oder manipulieren lässt, für Zärtlichkeit statt Zudringlichkeit, Güte statt Hass.


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