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9.09.2017

Zweimal Hopper, einmal Rothko

Schöneberg ist schön, Friedenau ebenfalls, aber manchmal lohnt es sich, über den Bezirk hinaus zu blicken.

Ausstellungsansicht mit Georgia O'Keeffes "Kirche in Ranchos, Nr. 2", Photo: Helge Mundt, © Museum Barberini

Vom Museum Barberini in Potsdam war mir schon viel vorgeschwärmt worden. Nun im Sommer ist dort seit Juni und noch bis 3. Oktober die Ausstellung „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“ zu sehen. Das war für mich ein Grund, mich endlich auf den Weg nach Potsdam zu machen. Die Gelegenheit, Edward Hoppers Bilder im Original zu sehen, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Und der Weg ist dank S-Bahn nicht besonders weit. Das Museum liegt recht nah am S-Bahnhof Potsdam.

Vorab bemerkt sei, dass der Ausstellungstitel „Von Hopper bis Rothko“ bei manchen Kunstfreunden anscheinend die Erwartung weckt, die Ausstellung widme sich vor allem den beiden Künstlern Hopper und Rothko. Tatsächlich, das bemerken einige Besucher im Gästebuch des „Barberini“ auch ein wenig enttäuscht an, sind nur zwei Werke von Hopper und ein Bild von Rothko zu sehen. Diese Enttäuschung konnte ich angesichts der Fülle an faszinierenden und inspirierenden Werken bekannter und weniger bekannter amerikanischer Künstler und Künstlerinnen nicht ganz nachvollziehen.

Hopper und Rothko stehen für die Entwicklung der nordamerikanischen Malerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In den acht Themenräumen werden Besucher chronologisch durch Impressionismus, Neue Sachlichkeit und Farbfeldmalerei geführt. Alle 68 Gemälde der Ausstellung stammen aus der Phillips Collection in Washington.

In den ersten Ausstellungsräumen sind zunächst die Darstellungen der nordamerikanischen Landschaften, Porträts aus allen gesellschaftlichen Milieus der damaligen Zeit und vor allem auch von Städten wie New York zu sehen. Einen Kontrast zu der gegenständlichen Darstellungsweise, die manchmal fast fotografisch, manchmal eher expressionistisch ist, bilden dann die Bilder des abstrakten Expressionismus mit ihren zwei Polen „action painting“ und „Farbfeldmalerei“. Zu letzterer Richtung gehört Mark Rothko, dessen Bilder Preise in zweistelliger Millionenhöhe erreichen.
Die Ausstellung ist eine gute Gelegenheit, Bilder zu sehen, die in Europa sonst nicht zu sehen sind. Neben der aktuellen Ausstellung waren im Barberini Museum auch noch „Rodin und Monet im Dialog“, „Künstler in der DDR aus der Sammlung des Museums Barberini“ und „Zeitgenössische Positionen in den USA und Mexiko“ zu sehen. Alle Ausstellungen waren im Eintrittspreis von 14 EUR eingeschlossen. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Montag jeweils von 10 – 19 Uhr, dienstags ist das Museum geschlossen. Nähere Info auch unter: www.museum-barberini.com

Isolde Peter

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