Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2017

Zeitreise mit Fakten und Gefühl

Veronika Schneider - eine Frau mit deutsch-deutscher Geschichte

Geboren 1952 im damaligen Ostteil Berlins, wohnte Veronika Schneider mit ihrer Familie in der sozialistischen Vorzeigestraße der DDR, der Stalinallee. Als kleines Kind kannte sie eine Stadt fast ohne Grenze. Erst im Alter von 9 Jahren erlebte sie hautnah den Bau der Mauer und damit auch schmerzlich die Trennung von dem Teil ihrer Familie, der im Westteil der Stadt wohnte. Sie studierte nach dem Abitur an der Humboldt-Universität Kulturwissenschaft und flüchtete 1973 im Kofferraum eines PKW aus der „Hauptstadt der DDR“.

Heute fühlt sie sich als Schönebergerin, wohnt seit langem im Bayerischen Viertel, arbeitet u.a. mit Museen und Gedenkstätten als Zeitzeugin zusammen. Als ehrenamtliche Redakteurin der Stadtteilzeitung steuerte Frau Schneider außerdem einige Jahre immer wieder ihre aufschlußreichen Artikel bei.

In der Dauerausstellung des Dokumentationszentrums Bernauer Straße 111, der Gedenkstätte Berliner Mauer, findet man einen Teil ihrer deutsch-deutschen Geschichte dokumentiert.

Was ist so Besonderes an ihrem Lebensweg, von dem so viele ehemalige DDR Bürger Ähnliches berichten könnten?
Nun, sie hat sich in den letzten Jahren zielgerichtet auf ihre eigene DDR-Spurensuche begeben, hat politisch-historische Hintergründe recherchiert und bietet jetzt eine Führung an, bei der sie den Zusammenhang zwischen privatem Leben und dem politischen Klima in der damaligen Hauptstadt der DDR herstellt. Und inzwischen (fast unerwartet) erfreulicherweise sogar sehr erfolgreich.

Sie berichtet, wie es sich in den 50er und 60er Jahren lebte im sozialistischen Ostberlin. Wie groß oder wie gering sie die individuelle Freiheit damals erlebt hat. Wie hilflos und ausgeliefert sie sich manchmal fühlte? Welche Wünsche sie hatte? Welche Träume sie im Kleinen verwirklichen konnte? Politische Fakten und Gefühle sowie deren Zusammenhang wechseln sich ab bei dieser lebendigen Zeitreise in die Vergangenheit.
Sie versteht es, erlebtes Leben bildhaft rüber zu bringen, ja, sie vermittelt schlicht emotionale Teilhabe.

Die Führungen geben einen Einblick in das ganz private Leben im Ostteil unserer Stadt, vor und nach dem Bau der Berliner Mauer.

An neun von ihr ausgewählten Orten erfährt man an den jeweils authentischen Plätzen, wie sich privates Leben gestaltete.
Die Führung beginnt am Straußberger Platz und endet nach einer kurzen Fahrt mit der U-Bahnlinie 8 und einer gemeinsamen Kaffeepause an der Bernauer/ Ecke Ruppiner Straße. Wie schon erwähnt, ist es ihre ganz eigene, eben eine autobiographische Zeitreise, die Veronika Schneider  miterleben lässt. Mehr als zehn Personen sollten es allerdings nicht sein. So bleibt es echt und absolut persönlich geprägt.
Was ist so besonders an dieser Frau, an dieser Führung? Das Lebendige, Authentische, ja fast Familiäre ist es wohl auch. Sie ist offen für ein Gespräch, und am Ende der gemeinsam verbrachten Stunden möchte sich manchmal der Eine oder Andere mit einer Umarmung verabschieden.
Diese Zeitreise vergeht  zwar wie im Fluge, wirkt jedoch sicherlich noch lange nach.

Eine auch innerliche Begegnung ist erlaubt und kann unter Umständen zu Kontakten führen, die auch nach  der 2-3 stündigen Führung weiter bestehen. Vielleicht wurden aber auch eigene Spuren gefunden, an der einen oder anderen Stelle auch dem eigenen „gelebten Leben“ ins Gesicht geschaut ?

Eine Veronika Schneider sucht Antworten, von Mensch zu Mensch, von Kopf zu Kopf und von Herz zu Herz.

Elfi Hartmann

www.DDR-Spurensuche.Berlin
info@DDR-Spurensuche.Berlin
Veronika Schneider
Tel. 0152 53177666

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