Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.05.2011 / Projekte und Initiativen

Zehn Jahre Leo Kestenberg Musikschule

Mit der Zusammenlegung der Bezirke Tempelhof und Schöneberg vor zehn Jahren wurden zwei Bezirksmusikschulen zusammengefasst, womit u.a. die Frage aufgeworfen wurde, welcher Namensgeber das Selbstverständnis und die Ziele der neuen Musikschule am besten charakterisieren könnte:
Foto: LKMS

Eine Schule, offen für alle Menschen, gleich welcher sozialen und kulturellen Herkunft und musikalisch auf hohem künstlerischen Niveau
Der Name, der für dieses Ziel stehen sollte, war „Leo Kestenberg Musikschule“. Unter Musikpädagogen war Leo Kestenberg schon lange ein Begriff Er war ein überaus vielseitiger, weitblickender und leidenschaftlicher Pianist, Musikpädagoge, Musikpolitiker und Autor im Berlin der Zwanziger Jahre. Mit der sogenannten Kestenberg-Reform schuf er auf dem gesamten Gebiet der Schulmusik und der Privatmusikerziehung Strukturen, die in Deutschland bis heute nachwirken. Unter anderem ermöglichte er die Gründung der Volksmusikschulen, aus denen unsere heutigen Musikschulen hervorgingen.

Aus der Beschäftigung mit dem weiteren Schicksal Kestenbergs, der vor den Nazis fliehen musste, erwuchs eine Partnerschaft mit einem Konservatorium in Israel. Seit mehreren Jahren treffen sich junge Instrumentalisten aus Givatayim bei Tel Aviv und der Musikschule Jahr für Jahr zum gemeinsamen Musizieren.
An der Musikschule erlernen derzeit mehr als 4000 Schülerinnen und Schüler ein Instrument, vom Kind bis zum Erwachsenen. Im ganzen Bezirk bietet die Musik-schule, meist in Schulräumen, Unterricht an. Die meisten Schüler aber kommen in das Haus am Kleistpark, in dem auch ein Konzertsaal ist und wo man sich zum gemeinsamen Musizieren trifft. In Orchestern, Jazz- und Rock- Bands, Ensembles und Chören spielen und singen Menschen jeder Altersstufe mit anderen Musikbegeisterten zusammen.
So gibt es eine „Barockband“, die an vielen Orten in Berlin Konzerte gibt. Da probt das bekannte Akkordeonorchester „Stern“, das vor ein paar Jahren sein 75-jähriges Bestehen feierte. Und die Gruppe mit den jüngsten Musikern zieht nicht weniger Aufmerksamkeit auf sich: „Wir Kinder vom Kleistpark“ unter der Leitung von Elena Marx haben mit Profimusikern mehrere CDs eingespielt und 2009 sogar den Medienpreis „Leopold – gute Musik für Kinder“ gewonnen.
Außerdem schaffen Jahr für Jahr Musikschüler die schweren Aufnahmeprüfungen für ein Musikstudium. Dafür werden sie in der „Studienvorbereitenden Abteilung“ intensiv gefördert.

Die meisten Schüler kommen aber zur Musikschule, weil es ihnen einfach Vergnügen bereitet, Musik zu machen. Dort lernen und spielen sie bekannte Instrumente wie Klavier, Geige oder Blockflöte, Orchesterinstrumente, wie Oboe und Fagott oder, außereuropäische Instrumente wie Baglama, Ud und Afrikanische Trommeln. Sogar der Dudelsack fehlt nicht im Angebot. Und der Gesang kommt auch nicht zu kurz: Klassik, Musical, Jazz.

Zehn Jahre Leo Kestenberg Musikschule, das ist eine Erfolgsgeschichte. Und doch gibt es auch Sorgen um die Zukunft. Nach einem Bezirksamtsbeschluss soll das Haus am Kleistpark verkauft werden. Das wäre das Aus für den Hauptstandort der Musik-schule. Aber erst einmal ist Feiern angesagt: Am 18. Juni stellt sich die Musikschule mit einem umfangreichen Festprogramm in Lichtenrade vor:
 
Sa, 18.06.2011, 15- 19 Uhr
10 JAHRE LEO KESTENBERG MUSIKSCHULE im Rahmen vom Tag der Musik des VdM
TAG DER OFFENEN TÜR Annedore-Leer-Grundschule (Lichtenrade), Halker Zeile 137-149, Fahrverbindungen X76, M76, X83, S-Schichauweg

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