Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

1.12.2021

YoYo – Die Schülerzeitung

Die Finow-Grundschule in der Welserstraße ist eine Europaschule mit den Sprachen Deutsch und Italienisch. Etwa 85,4% der Schüler stammen aus Familien nicht-deutscher Herkunft. Das ist eine bunte Mischung in der Schülerschaft und so bunt ist auch die Schülerzeitung der Schule. Von Christine Bitterwolf.

Cover einer Weihnachtsausgabe der YoYo Schülerzeitung

Im letzten Jahr sind die Ausgaben der Zeitung coronabedingt nur online erschienen, aber die nächste Ausgabe soll es wieder auf Papier geben. In den vergangenen Wochen hat sich die neue Redaktion zusammengefunden. Viele Schüler sind inzwischen auf weiterführende Schulen abgegangen, viele neue Interessenten sind dazu gekommen. Die Zeitungsschreiber kommen aus den 4. bis 6. Klassen der Schule. Immer gibt es mehr Bewerber als die AG (Arbeitsgemeinschaft) aufnehmen kann. Ausschlag gebend sind dabei nicht die besten Schulnoten, sondern der Spaß und das Talent zum Schreiben. Auch Zeichnen kommt bei der Zeitung gut an, z. B. wenn jemand einen Comic entwickeln kann.

Die AG findet an jedem Freitagnachmittag statt. Wenn andere nach Schulschluss ins Wochenende stürmen, setzen sich die kleinen Redakteure, sie nennen sich die YoYo-isti, zusammen und arbeiten an der der nächsten Zeitungsausgabe. Die AG wird geleitet von Frau Porrata. Sie ist Italienischlehrerin und unterrichtet im Schulalltag Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Kunst auf Italienisch. Von den Kindern wird sie Maestra Rossana genannt, so wie die Lehrer an italienischen Grundschulen auch mit dem Vornamen angeredet werden.

Die Schüler suchen sich ihre Themen meist selbst aus. Dadurch wird die Zeitung sehr vielfältig. Jeder schreibt, was ihn interessiert. So gibt es natürlich Berichte über Corona und das Arbeiten zu Hause, aber auch über einen Obdachlosen auf der Straße. Es werden beispielsweise Informationen  über Tiere im Zoo geschrieben, Buchvorstellungen gibt es und Filmtipps, Kochrezepte, Handarbeitsanleitungen, Kreuzworträtsel, Sportberichte und Reisereportagen. Natürlich wurde auch ausführlich berichtet über die Preisverleihung im Januar 2020, als die YoYo im Roten Rathaus den Europapreis bekommen hat. Im Hintergrund lernen die Redakteure bei ihren Recherchen, dass man sich nicht nur auf Wikipedia verlassen kann, sie suchen ihre Informationen auch in der Schulbücherei oder bei Interview-Partnern. Sie lernen, wie man richtig zitiert, und dass man korrekte Quellenangaben machen muss.

Die Kinder sind aber nicht nur inhaltlich für ihre Texte verantwortlich, sie arbeiten auch an der Gestaltung ihrer Artikel, etwa durch die Verwendung verschiedener Schriftarten, Schriftgrößen und passender Bilder. Die Redaktions-Lehrerin hält sich dabei im Hintergrund, ist aber jederzeit zur Hilfe bereit.

Diese Schülerzeitung der Fino-Grundschule erscheint etwa 2 -3 mal im Jahr. Sie umfasst jedes Mal rd. 40 Seiten. Wie es sich für eine bilinguale Schule gehört, werden die Artikel in beiden Sprachen geschrieben, einige in Deutsch und einige in Italienisch. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass ein ausgewogenes Angebot vorliegt. Allerdings gibt es keine Übersetzungen. Man muss schon beide Sprachen beherrschen, wenn man die ganze Zeitung lesen will.
Beim Layout und der Seitengestaltung helfen heute noch Eltern ehemaliger Schüler, die aus alter Treue immer noch dabei sind. Gedruckt und geheftet wird in der Schule. Die YoYo erscheint in einer Auflage von etwa 100-120 Stück und wird zu einem Preis von 99 Cent angeboten, womit wenigstens die Papier- und Druckkosten abgedeckt sind.

Wie es zu dem Namen YoYo kam, weiß heute keiner mehr so genau. Schließlich gibt es die Zeitung schon seit über 20 Jahren, und bei der Gründung war von den heutigen Zeitungsschreibern keiner dabei.

Eine Weihnachtsausgabe wird es in diesem Jahr noch nicht wieder geben, aber auf die neue YoYo im Frühjahr sind schon alle sehr gespannt.

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