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29.08.2016

Whisky ist zum Trinken da

In der Eisenacher Straße 64 nahe der Schöneberger Hauptstraße liegt der Laden „Wein und Whisky“, der 2013 sogar die Auszeichnung „Bester Whisky-Shop Deutschlands“ erhielt.

Werner Hertwig und der Wisky. Foto: Christine Bitterwolf

Eigentlich ist es ein relativ kleiner Laden, trotzdem ist er inzwischen weltweit bekannt. Große Werbung braucht er nicht. Die Qualität des Geschäftes und der Beratung spricht sich durch persönliche Empfehlungen herum. Norwegischen Kunden kommen, weil sie von anderen Norwegern den Tipp bekamen, Amerikaner kommen, weil das Geschäft in einem New Yorker Reiseführer als Besonderheit in Berlin angepriesen wurde. Und auch bei den Chinesen ist dieser Laden bereits bekannt.

Der Inhaber, Herr Werner Hertwig, führt seinen Laden hier seit 30 Jahren. Vorher hatte er ein Geschäft in Neukölln, aber als sich die Möglichkeit ergab, das Geschäft in der Eisenacher Straße zu übernehmen, ist er nach Schöneberg zurückgekehrt. Denn er ist in der Belziger Straße aufgewachsen und zur Schule gegangen.
Seine Liebe zum Whisky hatte er entdeckt, als einer seiner Lieferanten ihm eine Kiste zum Sonderpreis anbot und er deshalb eine Flasche davon selbst gekostet hat. Das war das Aha-Erlebnis. Danach wandelte sich das Angebot des Ladens. Während er anfangs 400 Sorten Wein und 18 Sorten Whisky hatte, sind es heute 50 Sorten Wein und mehr als 1500 Sorten Whisky. Bei seinen Reisen nach Schottland und den Besuchen der verschiedenen  Brennereien hat er spezielle Kenntnisse erworben, was schließlich dazu führte, dass er jetzt in Fachkreisen als der „Whiskykanzler“ respektiert wird.

Das Angebot dieses Fachgeschäftes umfasst Whiskys aus aller Welt. Die 2 Verkaufsräume sind beeindruckend. An allen Wänden stehen Regale, mit ordentlich sortierten Flaschen. Da gibt es natürlich den typischen Single Malt Whiskys, aber auch Blended Whiskys, neben amerikanischen, deutschen und italienischen Whiskys. Ja, sogar Japan und Taiwan sind vertreten. Je älter der Whisky ist, desto teurer ist er natürlich auch. Und so kann man für eine Flasche hier gerne zwischen 13,- und 800,- Euro anlegen. Wer eine neue Sorte probieren möchte, wird hier gerne fachmännisch beraten. Soll er weich und samtig schmecken oder mehr rauchig, sollte der Torfgeschmack gut erkennbar sein oder die Lagerung im Sherryfass? Die Liebe zum Whisky kommt in jedem Gespräch mit Herrn Hertwig durch.

Einen der hinteren Räume hat sich Werner Hertwig allein für seine Whisky-Sammlung eingerichtet. Hier stehen die besonderen Schätze und Raritäten. Z.B. Whiskys aus Indien, Whisky in besonderen Flaschen oder mit besonderen Etiketten und Flaschen mit ersten Abfüllungen. Die älteste Flasche, die er je hatte, war von 1936, und die wurde nach Vietnam verkauft. Wer allerdings aus diesem exklusiven Lager etwas kaufen möchte, muss schon mehrere 1.000,- Euro bezahlen.
Doch eigentlich hält Herr Hertwig nichts vom Whisky als Spekulationsobjekt. Sein Leitsatz ist:  Whisky ist zum Trinken da.
Eine besondere und freundschaftliche Bindung hat er zu der 200 Jahre alten Laphroaig Brennerei. Deshalb hat er auch in der ehemaligen Kneipe neben seinem Geschäft die Laphroaig-Lounge eingerichtet. Hier werden Whisky-Tastings für alle Interessenten angeboten, für Einsteiger oder zu bestimmten Themen wie z. B. verschiedenen Alterstufen oder Fasstypen. Diese Events werden für Gruppen ab 4 Personen durchgeführt, und die Termine dafür können individuell abgestimmt werden.

Und weil es in Berlin noch keine Whiskymesse gab, hat Herr Hertwig zusammen mit zwei Kollegen im Jahr 2000 den ersten „Whisky-Herbst“ organisiert, der sich zu einer der bedeutendsten Whiskymessen in Deutschland entwickelt hat. Angefangen hat es in Köpenick, doch seit einigen Jahren findet er in der Malzfabrik in Tempelhof, Bessemerstraße 2-14 statt, dieses Jahr am 2. und 3. September. Etwa 30 Händler und Brennerein werden vertreten sein, und führende Persönlichkeiten aus Schottland werden kommen. Es wird viele Möglichkeiten zum Kosten geben. Und selbstverständlich wird das Fest wieder open-air und mit viel Life Musik veranstaltet werden.

Christine Bitterwolf

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