Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2017

Welt-Glückstag

Am 20. März ist der Internationale Tag des Glücks.

Ein Tag, an dem alle Menschen auf der Welt glücklich sind? Oder an dem man allen Menschen auf der Welt Glück wünscht? Ganz so umfassend und für den Einzelnen ist es denn doch nicht.

An diesem Tag soll die Bedeutung des Strebens nach Glück deutlich gemacht werden. Also geht es vorrangig um wohl mehr den Wunsch nach Glück und den Weg zu diesem Ziel. Vielleicht sollte einfach jeder selbst einmal darüber nachdenken, was für ihn Glück bedeutet. Der Duden definiert Glück unter anderem als freudige Gemütsverfassung oder innere Hochstimmung.

Glück ist also etwas sehr Persönliches und Individuelles. Für den Einen bedeutet Glück, gesunde Kinder zu haben, für den Anderen ist es der neue Arbeitsplatz oder der Gedanke, nie mehr arbeiten zu müssen. Manch einer findet jeden Tag etwas, was ihn glücklich macht, und ein Anderer sucht ein Leben lang nach seinem Glück. Und so viel Einzigartiges und Persönliches wird nun an einem Tag für die ganze Welt zusammen gefasst. Toll!

Es war nicht einmal ein Philosoph  und auch kein Soziologe, der meinte, Glück sei für jeden Menschen auf der Welt wichtig. Nein. Es waren Politiker, die die Menschheit mit dieser Idee beglückt haben. Der Internationale Tag des Glücks wurde im Juni 2012 von den Vereinten Nationen beschlossen. Also wieder mal eine Idee aus den USA? Nein. Obwohl die Vereinigten Staaten das Streben nach Glückseligkeit bereits in ihrer Unabhängigkeitserklärung 1776 festgeschrieben hatten. Es ist das kleine Königreich Bhutan am Himalaya, das mit rd. 750.0000 Einwohnern nur knapp doppelt so groß ist wie der Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Dort hat jeder Bürger lt. Verfassung das Recht auf Glück. In Bhutan wird das Nationale Glück sogar höher bewertet als das nationale Einkommen.

Eigentlich ist es doch ein schöner Gedanke, dass den Staatsmännern neben dem Streben nach Macht und dem eigenen Posten auch das Glück der Bürger am Herzen liegt. Allein das könnte einen doch schon glücklich machen. Der politische Hintergedanke dabei ist es jedoch, grundsätzlich eine neue Denkweise einzuleiten, bei der Wirtschaft, Soziales und Umwelt zu einem Brutto-Glück zusammengefasst werden.

In Deutschland wurde schnell reagiert. An der Mannheimer Hochschule wurde 2012 sofort ein Semesterprojekt initiiert mit dem Titel: „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“. Es handelte sich um ein Kunstprojekt, mit dem Lebensfreude und Wohlbefinden an alle Menschen herangetragen werden sollte. Eine der Studentinnen hat diese Idee dann später weitergeführt und ist heute als Glücksministerin unterwegs. Inzwischen werden jedes Jahr zum Weltglückstag bestimmte Projekte angeregt. In diesem Jahr heißt das Thema „Schreib dich glücklich“. Irgendjemand schreibt irgendeiner ihm fremden Person über irgendein beliebiges Thema einen Brief, in der Hoffnung, dass der Andere glücklich darüber ist, ganz persönliche, individuelle Post zu bekommen. Eigentlich eine nette Idee, in Zeiten, da über Handy und Internet nur noch kurze Informationen ausgetauscht werden und im Briefkasten nur noch Rechnungen und Werbung landen.

Die Deutsche Post erstellt seit einigen Jahren sogar einen Glücksatlas, in dem sie das Wohlergehen der Menschen innerhalb Deutschlands und im Vergleich zu Europa untersucht. Danach belegt Deutschland Rang 9 von 33 und ist im letzten Jahr ein kleines bisschen glücklicher geworden. Innerhalb Deutschlands liegt Berlin allerdings bei der Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit nur auf Platz 16 von 18. Da muss wohl noch viel getan werden.

Möglicherweise bringen ja in diesem Jahr ein paar Schreib-Dich-glücklich-Briefe mit einigen positiven Gedanken zum Internationalen Tag des Glücks gute Laune in die Stadt. Vielleicht reicht ja auch schon der Hinweis an den Frühling, der auch am 20. März beginnt, um einige Menschen glücklicher zu stimmen.

Christine Bitterwolf

Foto: von Juniperusco - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org/w/index.php

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