Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.01.2021

Was verbirgt sich hinter Jelbi?

Von Christine Sugg. Wenn man den U-Bhf. Breitenbachplatz verlässt, sieht man auf dem Gehweg an der Bushaltestelle ein gelbes Logo mit schwarzen Strichen, der dazu gehörige Pfeil weist Richtung Schildhornstraße. Folgen wir ihm, dann kommen wir zur neuen Jelbi-Station unter der Brücke am Breitenbachplatz.

oto: Michael Bartnik

Jelbi steht für eine Mobiltätsapp, die den ÖPNV mit Sharing Angeboten verbindet. Genauer gesagt, die BVG hat verschiedenen Sharing-Anbietern Flächen zur Verfügung gestellt. Übrigens Jelbi kommt vom Berlinerischen „jelb“ für gelb und verweist somit auf die Verbindung mit der BVG.
An der Jelbi-Station am Breitenbachplatz stehen alle zeitgemäßen Fortbewegungsmittel: Fahrräder, E-Roller, E- Mopeds, Mietwagen, und es gibt auch eine E-Ladestation. Alle Fahrzeuge sind bereit, um vom BVG-Fahrgast zur Weiterfahrt genutzt zu werden. Das Mieten der verschiedenen Fortbewegungsmittel ist leider nicht im BVG-Ticket enthalten, sondern muss extra bezahlt werden. Per Kreditkarte, PayPal oder SEPA kann die Rech-nung beglichen werden, die aufs Handy geschickt wird. Um das Angebot in Anspruch nehmen zu können, muss der Nutzer zuerst einmal die kostenlose Jelbi-App auf sein Handy laden. Anschließend muss man sich registrieren oder mit dem BVG-Account anmelden. Ist der Fahrgast angemeldet und möchte auf eine der Sharing-Varianten umsteigen, so muss er zunächst sein Fahrtziel angeben. Die App schlägt dann verschiedene Varianten vor, samt Fahrtdauer und Fahrtkosten. Er trifft dann seine Wahl und legt sich auf eine Route und das dazugehörige Verkehrsmittel fest. Am Zielort angekommen, kann das Verkehrsmittel stehen gelassen werden. Das Sharing-Unternehmen kümmert sich um den Rücktransport an die Station oder das Aufladen. Was den Fuhrpark angeht, einige Infos für „Kenner: Die E-Scooter stammen von den Firmen TIER und Voi, die Fahrräder von Nextbike, die E-Mopeds von emmy und TIER und die Autos sind von der Carsharing-Firma Miles. An den Verleihstationen können die Verkehrsmittel nicht nur geliehen, sondern auch aufgeladen und zurückgegeben werden.

Das Ziel des Jelbi-Konzepts ist es, den Autoverkehr in der Stadt zu verringern und den ÖPNV attraktiver zu machen. Die Anwendung stammt aus einer Zusammenarbeit der BVG mit der litauischen IT-Firma Trafi. Seit 2019 gibt es bisher insgesamt 10 Jelbi-Stationen in Berlin, so z.B. am U-Bhf. Nollendorfplatz, am U-Bhf. Ullsteinstr., am U-Bhf Prinzenstr. usw.. Im Südwesten ist die Station am Breitenbachplatz bisher die einzige. Berlinweit sollen weitere Stationen folgen.  
So wie das Jelbi-Konzept ausgerichtet ist, spricht es wohl vor allem die jüngere Generation an, z.B. Studenten für ihren Weg zur Uni nach Dahlem? Junge Menschen, die ihren Weg zu Fuß verkürzen wollen? Seitdem es die Jelbi-Station am Breitenbachplatz gibt, stehen in der ganzen Gegend oft tagelang mehr E-Scooter auf dem Gehweg herum. Das ist auffällig, denn bisher blieb Steglitz von den E-Scootern usw. weitgehend verschont. Unklar ist bis jetzt, inwieweit das Angebot am Breitenbachplatz tatsächlich genutzt wird. Bringt es auch Vorteile für die Anwohner oder nur für die „Durchreisenden“?

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