Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

29.04.2014

Von der Sonne verwöhnt ... und in Berlin getrunken

Jeder Weinkenner genießt die edlen Tropfen, aber auch dem normalen Durchschnitts-Berliner schmeckt der Wein bei einem gemütlichen Abend mit Freunden, im Sommer auf dem Balkon oder im Winter vor dem Kamin. Deshalb gibt es in Berlin seit 1995 das Badische Weinhaus. Noch nie davon gehört? Werbung gibt es auch nicht? Die Empfehlungen gehen von Mund zu Mund.

Foto: Christine Bitterwolf

Der Geschäftsführer, Dieter Kirchhofer, konnte hier seine Liebe zum Wein zum Beruf machen. Geboren ist er in Kehl am Rhein, den sym(b)a(d)ischen Dialekt hört man ihm heute noch an. Irgendwann hat es den gelernten Speditionskaufmann nach Berlin verschlagen. Jedoch hatte er auf Grund seines Berufes immer wieder Kontakt mit den Winzergenossenschaften in Baden, und als diese ihn fragten, ob er sich vorstellen könne, ihre Weine in Berlin nicht nur auszuliefern, sondern auch selbst den einzelnen Kunden anzubieten, hat er gerne die Chance ergriffen und in Schöneberg gleich hinter dem Bahnhof Süd-kreuz das Badische Weinhaus eröffnet.

Wer jetzt ein besonderes Geschäft erwartet, mit exklusiver Einrichtung und ausgefallenem Ambiente, der hat sich gewaltig geirrt. Das badische Weinhaus hat ein großes helles Büro und drei riesige Lagerhallen, voll mit gestapelten Kisten. Auf rund 850qm lagern ungefähr 2.000 verschiedene Weine, vom leichten Spargelwein bis zum prämierten Eiswein, und diverse Sekte, weiße und rote aus unterschiedlichen Rebsorten, aber auch Spirituosen, wie Obstwässerle und Liköre. Dafür bekommt man aber die Getränke zum selben Preis, wie bei den Genossenschaften vor Ort im Ländle. An die 8.000 Stammkunden kaufen hier ihre Weine. Der Liebhaber findet sogar verschiedene Weingelees, eine besondere Abwechslung zu der täglichen Marmelade.

Und wer nicht genau weiß, was ihm schmeckt oder neue Weine probieren möchte, der geht am Besten zu einer der regelmäßig stattfindenden großen Weinproben.

So eine Weinprobe im badischen Weinhaus ist etwas Besonderes. Es herrscht die typische Festzelt-Atmosphäre, wie man sie aus Süddeutschland kennt. In dem großen, beheizten Zelt stehen lange Tische und Bänke, an denen man gerne auch mal mit dem Nachbarn ins Gespräch kommen kann. Rundherum stehen etwa 20 Stände der einzelnen Badischen Winzergenossenschaften, deren Weine hier angeboten werden. Na ja, inzwischen sind auch schon zwei Württemberger dabei. Überall liegen Listen aus mit den aktuellen Angeboten, und der Gast geht von Stand zu Stand und kann dabei zwischen über 400 offenen Weinen auswählen.

Egal, ob er die Weine aus einer bestimmten Region mag oder eine spezielle Rebsorte liebt oder einfach trockene oder nur süße Weine trinkt. Entweder probiert sich der Besucher selbst durch das vielfältige Angebot, oder er lässt sich helfen. Zu diesen Weinproben schicken die Winzergenossenschaften qualifizierte Berater, die die Fragen ihrer Kunden gerne beantworten und auf Wunsch im persönlichen Gespräch tatsächlich individuell beraten können. In dieser offenen Atmosphäre entsteht kein Kaufzwang. Zum Wein werden überall Brothäppchen angeboten, um die Geschmacknerven immer wieder zu neutralisieren. Doch wer Appetit auf mehr hat, der kann sich vor dem Zelt einen frischen Flammkuchen, eine kleine Käseplatte oder eine große Brezel holen.

Natürlich gibt es auch besondere Spezialitäten zu entdecken, z. B. Sekt aus Gewürztraminer-Trauben, Cranberry-Likör oder tiefroten Traubensaft.

Die nächste Weinprobe dieser Art findet am 17. und 18. Mai ab 11.00 Uhr statt. Da das Weinhaus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Südkreuz sehr gut zu erreichen ist, kann bedenkenlos verkostet werden. Seit ein paar Jahren wird ein Eintritt von 10 Euro erhoben, damit nicht nur die kommen, die sich umsonst hemmungslos betrinken wollen, sondern damit alle besonnenen Weintrinker den Platz und die Möglichkeit haben in Ruhe zu probieren.

Wer dann einen Wein gefunden hat, der ihm schmeckt, kann ihn sich entweder vom Badischen Weinhaus liefern lassen oder gleich mit nach Hause nehmen oder ein paar Tage später mit dem Auto vorfahren und sich einen Vorrat holen. Parkplätze gibt es genug. Bei größeren Einkäufen, wird der Eintritt für die Weinprobe dann verrechnet.

Auf jeden Fall besteht im Badischen Weinhaus die Gelegenheit, in ungezwungener Umgebung ein breites, interessantes Angebot kennen- und lieben zu lernen. Manch einer entdeckt dabei vielleicht sogar seinen Lieblingswein.

Badisches Weinhaus, Wilhelm-Kabus-Str. 70, 10829 Berlin

Christine Bitterwolf

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