Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.05.2011 / Projekte und Initiativen

Von der Hand (nicht gleich) in den Mund

Wenn die Menschen noch klein sind, wissen sie die Welt der kleinen Dinge besonders zu schätzen. Auch eine verminderte Geschwindigkeit kommt ihren Wünschen sehr entgegen. Gern übernehmen sie daher einen Auftrag, der zu diesen Vorlieben passt, etwa den Abtransport einer Schnecke aus dem Gemüsebeet ins Gebüsch des Gartenrands. Dazu wird es nun im Kindergarten der Heilsarmee in der Fregestraße des öfteren Gelegenheit geben, denn am Rande des Spielplatzes hinter dem Gebäude ist ein Gemüsehochbeet entstanden.
Foto: Jürgen Knapp

Praktischerweise rückten dazu  vom nahen Edeka-Markt Goerse die wackeren Helfer der Gemüsebeet-Aktion „Aus Liebe zum Nachwuchs“ an und brachten gleich alles mit, was zum Gärtnern unabdingbar ist: Schippen und Harken, Gießkannen und Schürzen, Muttererde und Setzlinge.

Während das Edeka-Team zunächst aus Steckverbindungen die Umgrenzung des Beetes einrichtete und sodann die eingefriedete Fläche befüllte, sorgten Franziska Mies und ihre Erzieherinnen Mona, Edeltraut und Anja für die Verteilung der Ausrüstung an die Kinder. Alle bekamen auch ihre Schürzen umgebunden und verließen endlich das wohlweislich gegen den reichlichen Regen aufgestellte Schutzzelt, um unter den glänzenden Augen zahlreicher Großeltern zur gärtnerischen Tat zu schreiten.

Vor dem Essen die Arbeit
Die Arbeitsfolge leuchtete fast allen Kindern auf Anhieb ein: Loch buddeln, Pflanze setzen, zumachen und gießen. Und auch die Reihung der Pflanzensorten verlief wie am Schnürchen, weil es die Richtschnur nämlich auch tatsächlich gab. So gesellte sich bald der Kopfsalat zum Eisbergsalat, der Blattsalat zum Kohlrabi, und Spinat fügte sich zu Radieschen und Möhren.

Die Obst- und Gemüsefachfrau aus dem Edeka-Markt in der Fregestraße , Martina Jack, hat die weitere Betreuung des Projekts übernommen. Sie sieht einmal pro Woche nach dem Rechten und weiß zu berichten, dass die Kinder auch nach der Pflanzung mit großer Begeisterung bei der Sache sind. So wenden sie sogar öfter als nötig die Fingerprobe an, um die Nässe im Beet zu überprüfen.

Vielleicht ist ihr Interesse auch deshalb so groß, weil sie bereits am Pflanztag das Vergnügen hatten, die mutmaßliche Ernte in zauberischer Verkürzung der Wachstumszeit auch zu kosten, denn die Paten vom Edeka-Team brachten zur Begrüßung auch einen gut gefüllten Gemüsekorb mit, aus dem zum wohlverdienten Feierabend eine schmackhafte Gemüsesuppe bereitet wurde.

Ottmar Fischer

Eine Armee, die heilt?
Die bei uns in der Fregestraße ansässige Heilsarmee ist nicht nur für ihre gute Kinderarbeit bekannt. Sie hat viele Gesichter. In Deutschland gibt es sie seit 125 Jahren. Aus diesem Anlass zeigt sie in einer sehenswerten Ausstellung erstaunliche Einzelheiten aus ihrer Geschichte. Wussten Sie etwa, dass die bekannten Hüte der Soldatinnen in ihrem Inneren durch feste Verstrebungen verstärkt worden sind, um die Trägerinnen vor den Wurfgeschossen ihrer Gegner zu schützen? Solche und ähnliche Nachrichten aus den Alltag dieser sonderbaren Armee warten auf die Besucher dieser Ausstellung in dem Gebäude der Heilsarmee in der Fregestraße 12, Hofeingang, Montag bis Freitag, 13 bis 17 Uhr.

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