Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2021

Von der alten Post zur „hippen“ Bank

Christine Sugg. Nur Friedenauer kennen die ehemalige Postfiliale am Renée-Sintenis-Platz, beschaulich und ruhig gelegen, doch unweit des Breslauer Platzes.

Foto: PSD  Bank Berlin-Brandenburg/Thomas Rosenthal

Bereits Juni 2019 ist die Deutsche Post dort ausgezogen und seitdem passiert im historischen Gebäude anscheinend nicht viel. Doch bereits 2015 ist es von der PSD Bank gekauft worden. Die Bank hat seit den 90er Jahren im Seitenflügel des Postgebäudes in der Handjerystraße nicht nur ihr Beratungszentrum, sondern ist im gesamten Haus mit über 180 Mitarbeitern beheimatet. Mit dem Kauf möchte sich die regionale Bank vergrößern. Neben einem großzügigen Beratungszentrum mit Lounge-Bereich ist auch ein Café geplant.  Der Umbau des alten Gebäudes ist jedoch nicht so einfach, da es unter Denkmalschutz steht. So musste dem Denkmalamt ein Gutachten zur Restauration vorgelegt werden, das sich an einer Liste des Denkmalamtes orientiert. Der Umbau wird von dem renommierten Berliner Architekturbüro Ester Bruzkus begleitet, das zum Beispiel das Delphi Lux Kino am Zoo oder die Villa Kellermann in Potsdam umgebaut hat.

Ihr Konzept möchte mit der vorgefundenen Substanz arbeiten, sie sogar herausstellen. Erschwert wird die Restaurierung dadurch, dass es keine alten Akten oder Fotos vom Zustand des Gebäudes gibt. So ist zum Beispiel geplant, die ehemalige Post-Halle in ihrem ursprünglichen Zustand wiederherzustellen und Fliesenböden im Original zu bewahren.
Die PSD Bank hat ihren Ursprung 1872, damals wurde sie von dem Generalpostmeister Heinrich von Stephan als Post- Spar- und Vorschussverein gegründet. Sie war eine Bank für das Postpersonal und hatte damals 427 Mitglieder. Auf Anordnung der Alliierten mussten 1945 alle Bankgeschäfte eingestellt werden. 1950 erfolgte dann die Neugründung als Spar- und Darlehensverein der Berliner Postangehörigen. 1992 entstand daraus die PSD Bank Berlin-Brandenburg. Seit 1999 ist die PSD Bank – abgekürzt für Post Spar Darlehensverein - eine eingetragene Genossenschaft, heute mit 78.000 Mitgliedern. Bereits ab 2004 steht die Bank für Privatkunden aller Berufsgruppen offen. In der Immobilienfinanzierung ist die Bank ab 2013 tätig und seit 2017 ist die Vermietung eigener Immobilien ein weiteres Geschäftsfeld.

Beim Umbau des alten Gebäudes sollen neben dem Erhalt der historischen Bausubstanz auch interessante moderne Akzente geschaffen werden, zum Beispiel durch Farben, Dekoratives und eine lose Möblierung wie die Wahl der Teppiche, Sofas oder auch Vorhänge. Ein innovatives Lichtkonzept rundet das Ganze ab. Beim Umbau möchte man möglichst mit lokalen Unternehmen und Designern zusammenarbeiten.
Außer dem modernen hellen Beratungsbereich soll auch ein Café entstehen eventuell sogar mit Außenbereich - nicht nur für Bankkunden. Es soll ein Platz zum Verweilen sein, für Austausch und Kommunikation zwischen Kunden, Engagierten oder Interessierten. Hier kommt der soziale Aspekt der Bank zum Tragen. Schon lange unterstützt die PSD Bank soziale Projekte und viele Künstler*innen.

Zukünftig möchte sich die Bank noch stärker in diesem Bereich engagieren, und es gibt schon ein paar Pläne dazu. Wenn alles klappt, soll der Umbau des historischen Gebäudes Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Die regionale PSD Bank wird sich also in vieler Hinsicht im Stadtteil vergrößern und manifestieren.

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden