Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

04.03.2012 / Gewerbe im Kiez

Vielleicht ein neuer Lieblings-Ort?

Denjenigen, die bisher nur einen scheuen, aber doch interessierten Blick durch die Fensterscheiben des „Da Bangg“ wagten, möchte ich den neuen kleinen Teeladen, bzw das Restaurant empfehlen. Die angenehm ruhige Atmosphäre und der Duft von frischem Tee laden ein, Einblick zu nehmen in die koreanische Kultur.
Hye-Soon Park verwöhnt ihre Gäste im Da Bangg in der Hedwigstraße 18. Foto: Thomas Protz

Das koreanische Ehepaar Dr. Sungchan Choi und Hye-Soon Park betreiben den neuen Teeladen. Die Beiden besitzen eine Lizenz der Hadong, der Tee-Region des traditionellen Koreanischen Königshauses. Das bedeutet, sie dürfen diesen speziellen koreanischen Tee anbieten und werden ihn demnächst auch verkaufen.  
Wenn Sie oder ich einen Tee im Da Bangg bestellen – das Sortiment reicht von Kaki-Tee über Reis-Tee und Ginseng-Tee und viele Sorten mehr – werden in Form einer kleinen Zeremonie der Tee und eine kleine Kanne mit sehr heißem Wasser von Hye-Soon geschickt auf traditionelle und sehr feine Art und Weise serviert. Auf einem dekorativen Holzbrett werden die kleinen bauchigen Teetassen vor mir angerichtet. 2 Minuten, das ist die richtige Zieh-Dauer für den koreanischen Tee, habe ich hier gelernt. Dazu reicht Hye-Soon selbst gefertigte Reis-Küchlein, die ich mir nicht köstlicher vorstellen kann. Traditionelle Mittags- und Abend-Speisen werden von der zierlichen und sehr freundlichen Koreanerin täglich selbst gekocht. Es gelingt ihr und ihrem Mann, eine ganz besondere, weil besonders herzliche Atmosphäre in ihrem kleinen Teeladen zu schaffen.
Was das Da Bangg ausmacht, ist ein Konzept, das ich für reizvoll und unbedingt unterstützenswert halte. Einen Treffpunkt für Liebhaber der Musik, Kultur und anregender Gespräche – das ist die Idee der beiden engagierten Inhaber. Vielleicht auch eine Gelegenheit zu Spielen wie Go oder Schach (oder anderen mehr). Ein Highlight des Teeladens ist das Klavier, das von allen, die es spielen können, gespielt werden darf. Auf Interesse scheint das Instrument schon bei manchem Musizierenden zu stoßen.
Vor kurzem durfte ich den Klängen eines Klavierstücks des russischen Komponisten Gurdjieff lauschen. Ein Gast gab spontan ein Stück dieser für mich bisher noch unbekannten Musik auf den Tasten zum Besten. Spontan entfaltete sich eine meditative Stimmung in dem kleinen Raum. Eine Teestunde der besonderen Art.
Die Musik spielt in der Familie der Inhaber schon immer eine große Rolle. Deshalb wird im Laufe der nächsten Wochen ein musikalisches Programm erstellt und organisiert werden.
Oberhalb des gemütlichen Gastraumes befindet sich noch eine kleine Galerie, die ebenfalls geschmackvolle Sitzmöglichkeiten dem nach Entspannung und einer Pause Suchenden anbietet. Ein weiterer Raum wird als Gruppenraum gerade eingerichtet. Hier möchten Sungchan und Hye-Soon koreanische Gegenstände, Geschirr, etc. aufstellen, um den Friedenauern (und allen anderen Interessierten) die koreanische Kultur etwas näher zu bringen.
Stolz sind die beiden, die seit mehr als 20 Jahren bereits in der Metropole leben, in jedem Fall auf ihr Herkunfts-Land. Und stolz auch auf die ersten Schritte, die sie mit ihrem Projekt gehen. Bisher noch vorsichtig und vielleicht etwas zu zurückhaltend - ich bin mir jedoch sicher, die beiden werden ihre Ideen mit Flexibilität und Kreativität umsetzen. Für Anregungen sind sie sehr aufgeschlossen.
Ein Besuch zum Teegenuss in dieser angenehmen und ruhigen Atmosphäre lohnt sich unbedingt. Wenn das Da Bangg nicht sogar für einige schon ein neuer Lieblings-Ort geworden ist...
Und in diesem Jahr 2012, das für uns alle ein besonders positives werden soll, kann man ihnen das wirklich wünschen.

Anna Geisler

Teehaus „Da Bangg“
Hedwigstraße 18
12159 Berlin-Friedenau

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