Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

24.07.2011 / Menschen in Schöneberg

„Vielleicht bin ich ja ein Wunder“ - Hundertjährige in Tempelhof-Schöneberg

Sie sind herzlich eingeladen zur Ausstellung „Vielleicht bin ich ja ein Wunder - Hundertjährige in Tempelhof-Schöneberg“. Die Ausstelleung wird gezeigt im Rathaus Schöneberg vom 7. September 2011 - 31. Oktober 2011. Die Vernissage ist am 6. September 2011 um 16.00 Uhr.
Erwin H., geb. 1909. Foto: Marion Schütt
Gertrud P., geb. 1907. Foto: Marion Schütt

Hätten Sie gedacht, dass in Tempelhof-Schöneberg fast 200 Männer und Frauen leben, die älter als 100 Jahre sind? Ich jedenfalls war überrascht, dass wir der Bezirk mit den drittmeisten Menschen dieser Altersgruppe sind. Nur in Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf ist ihr Anteil höher, in allen übrigen Bezirken ist die Quote nicht einmal halb so hoch. Übrigens: Nur etwas mehr als 20% von ihnen sind Männer. Neugierig geworden, hatte ich den Wunsch mehr zu erfahren über diese Frauen und Männer und fand bald weitere Interessierte. In Kooperation mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus entwickelten wir im Herbst 2010 das Projekt „Vielleicht bin ich ja ein Wunder - Hundertjährige in Tempelhof-Schöneberg“. Wir konnten die Fotografin, Filmemacherin und Historikerin Marion Schütt für die Mitarbeit gewinnen. Gemeinsam mit ihr entstand der Plan, Interviews mit einigen der Über-Hundertjährigen zu führen, sie zu fotografieren und das Ganze in einem Katalog und in einer Ausstellung im Rathaus Schöneberg zu präsentieren.

Wir wollten mehr aus dem Leben dieser Frauen und Männer, ihrem Schatz an Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen wissen. Uns interessierte, was sie in ihrem Leben geprägt hat, was ihnen wichtig war und sie zufrieden gemacht hat, und ob sie Besonderes getan haben, um gesund zu bleiben und so alt zu werden.
Je älter die Menschen werden, desto weniger sind sie öffentlich sichtbar. Teilweise weil sie nicht mehr so fit und beweglich sind, aber gewiss auch, weil die Ausstattung des öffentlichen Nahverkehrs nicht altersgerecht ist, weil Bänke für Erholungspausen fehlen, weil es nur wenig kulturelle Angebote für ältere Bürgerinnen und Bürger gibt, weil die Gesellschaft vielfach kein Verständnis für die speziellen Bedürfnisse Älterer hat! Wir wollen mit unserem Projekt diese sehr alten Menschen sichtbarer machen, sie ins Bewußtsein der Öffentlichkeit holen. Auch hochaltrige Menschen gehören mitten in unsere Gesellschaft! Zumal immer mehr Menschen künftig ein hohes Alter erreichen werden, mit der Folge, dass die geistigen und körperlichen Kräfte zwar nachlassen, dieses aber nicht zwingend Demenz und Pflegebedürftigkeit bedeutet. Ohne die Beschwernisse schön zu reden: Auch das hohe Alter kann seine positiven Seiten haben. Es gibt eine beträchtliche Zahl auch sehr alter Menschen, die in relativer körperlicher und geistiger Fitness und Zufriedenheit leben.

Sehr interessante Interviews wurden geführt und ausdrucksvolle Fotos gemacht. Neben den eindrucksvollen Porträts von Gesichtern und Gesten hat Marion Schütt auch ihre unmittelbare Umgebung mit der Kamera dokumentiert. Die Unmittelbarkeit ihrer Erzählungen und den oft erstaunlich brillanten Humor der Interviewten können die  BesucherInnen an Hörstationen im Rathaus verfolgen.
Der Entstehungsprozeß der Ausstellung und des Kataloges hat uns Beteiligte sehr berührt. Die Fotos drücken Friedvolles, Beruhigendes und oftmals eine beneidenswerte große Gelassenheit aus.

Im Laufe der Zeit erfuhren wir von anderen, die sich auch mit „unserem“ Thema beschäftigten: Das Vivantes-Zentrum für Altersmedizin im Wenckebach-Klinikum hat eine „Galerie der Hundertjährigen“, die von Lothar Adler seit 1999 fotografiert und ständig erweitert wird. Etwa 70 seiner Bilder hängen zur Ausstellung im Rathaus Schöneberg. Erst Anfang dieses Jahres erfuhren wir von dem Ausstellungsprojekt Jahrhundertmensch mit Fotos des Frankfurter Fotografen und Kommunikationsdesigners Karsten Thormaehlen, das als Ausgangspunkt das 100-jährige Jubiläum des Hotels Adlon in Berlin hat. Auch einige seiner Portraits sind zu sehen.  
Seien Sie nochmals herzlich eingeladen! Ein Besuch der Ausstellung und eine Betrachtung des Ausstellungskatalogs wird sich lohnen.

Dr. Sibyll Klotz
Stadträtin für Gesundheit und Soziales
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

Während der Ausstellungszeit gibt es drei Begleitveranstaltungen:

19.9.2011,15.30  Uhr
Bibliothek, Rathaus Schöneberg
PD Dr. Dr. Claus Köppel und Team, Vivantes Wenckebach-Klinikum, Zentrum
für Altersmedizin
"Was wissen wir über die biologischen und medizinischen Voraussetzungen, um 100 Jahre alt zu werden?"

27.9., 16.00 Uhr
Kinosaal Rathaus Schöneberg
Wolke 9, Film von Andreas Dresen

11.10., 14.00 Uhr
Kennedy-Saal, Rathaus Schöneberg
Hundertjährig (k)ein Problem I?" Diskussion mit Mitgliedern des Geriatrisch-Gerontopsychiatrischen Verbundes

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