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03.07.2011 / Projekte und Initiativen

Viel Fest, wenig Spargel

Es ist nun schon ein Weilchen her, dass das Mai- und Spargelfest am Schöneberger Rathaus stattgefunden hat. Am letzten Wochenende im Mai war es.
Foto: Thomas Protz

Bemerkenswert! Ein ganzes Fest benannt nach einem einzigen Verkaufstand! Denn mehr als einen Stand mit Spargel gab es auf diesem Fest nicht.

Der vorangestellte Blumenmarkt wirkte recht kümmerlich auf dem großen Platz vor dem Rathaus. Das kam an die Pracht früherer Jahre nicht ran. Aber man konnte seinen Rasenmäher schärfen lassen, soweit man auf die Idee gekommen wäre, mit einem Rasenmäher zum Spargelfest zu gehen.

Und es war ein großartiges Kindervergnügen angekündigt. Auf der Straße im Schatten des Rathauses standen ein paar gelangweilte Ponys und dahinter trudelten einige Kinder in Luftkugeln übers Wasser. Am Bungeejumping war niemand zu sehen.

Aber dann ... im Rudolph-Wilde- Park, am goldenen Hirschen, fand das eigentliche Mai- und Spargel-fest statt! Es schien wesentlich kleiner als im Vorjahr. Links im Rondell standen einige Winzer mit ihren Buden. Nun ja, die waren am Nachmittag noch nicht so gut besucht, aber das ist auch irgendwie richtig. An den langen Tischen saßen vier Leute mit Wein und Spargel. Den Spargel hatten sie je-doch nicht vom Weinstand. Spargel gab es nur an einem Stand. Ich suchte noch nach weiteren Spargelangeboten, Spezialitäten oder verschiedenen Zubereitungen, leider vergeblich. Oh nein, der Stand mit Räucherfisch hatte noch Spargelsuppe im Angebot, aber leider war hier geschlossen.

Toll, hier etwas über die deutsch-türkische Freundschaft zu erfahren oder über die Verbindungen nach Tadschikistan. Die DLRG hatte ein Rettungsboot aufgebaut und ein paar gelangweilte Pfadfinder liefen gelegentlich über den Rasen. Den größten Teil des Festes bestritten jedoch die Vertreter sozialer Verbände und viele politische Parteien, die alle Informationen anboten bzw. um Mitglieder warben. Das war es bestimmt, was der Durchschnittsbürger so von einem Spargelfest erwartet.

Erst das Blasorchester „The Blue Elephants“ der Neumark-Grund-schule erfüllte den Platz endlich mit Leben. Die Kinder bliesen zwar nicht immer ganz richtig, aber mit Schwung und Freude. Das dankbare Publikum ließ sich sogar zum Mitsingen motivieren. Ein wahres Highlight an diesem Mai-Nachmittag.

Insgesamt kamen weder Frühlingsgefühle noch Lust auf Spargel auf. Was haben Parteien und Sozialverbände mit Mai und Spargel zu tun?

Vielleicht war es am Abend nach ausreichendem Genuss des Weines und bei Feuerwerk viel schöner. Vielleicht war es am Sonntag stimmungsvoller. Der Samstagnachmittag jedenfalls lud nicht zum Verweilen oder Wiederkommen ein.

Christine Bitterwolf

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