Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

27.04.2013

Vattenfall den Stecker ziehen!

heißt es in dem Kampangenlied des Berliner Energietisches, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, via Volksentscheid die Berliner Stromnetze zu rekommunalisieren.

Foto: Frank Schwarz

Gleichzeitig soll ein Energiedienstleister her, der allen modernen ökologischen Standarts genügt: mit der Gründung eines berlineigenen Stadtwerkes soll das geschafft werden, was der Berliner Energiepolitik bisher misslang: eine Stromversorgung aus dezentralen Quellen und zu 100 Prozent erneuerbar.

Dafür ging das Bürgerbündnis Anfang diesen Jahres offiziell in die zweite Runde des Volksbegehrens "Neue Energie für Berlin".
Doch an der Aktion hängt mehr, als nur die reine Stromversorgung: Es ist unsere Abhängigkeit von ihr, die dieses Thema in die Diskussion zwingt. Darum fordert der Berliner Energietisch eine Stärkung der bürgerlichen Mitbestimmungsrechte und demokratischen Kontrolle sowohl über Netze und Stromerzeugung, als auch über die dafür verwendeten Gelder. Finanzielle Transaktionen sollen offengelegt und die nötige Transparenz geschaffen werden, damit der Bürger weiß, wofür er bezahlt.
Darüber hinaus zielt das Volksbegehren auch auf die lokale Bindung der erwirtschafteten Gewinne. Diese sollen dann der Stadt zugute kommen und nicht wie bisher in die Taschen einiger weniger fließen.

Warum ist das zur Zeit anders? 1997 wurden mit Hilfe der SPD-Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing trotz kartellamtlicher Proteste die 50,8 % der Bewag-Aktien, die dem Land Berlin eigneten, an die Großkonzerne Veba, Viag und den US-Konzern Southern Company verscherbelt. Durch Weiterverkäufe und Firmenfusionen gelangte die Berliner Energieversorgung in den Folgejahren dann in den Besitz der Vattenfall Europe AG.

Mit ihr hat der Berliner Energietisch einen starken Gegner, auch wenn dieser in den letzten Jahren immer wieder in die Negativschlagzeilen geriet, sei es wegen etlicher, teils vertuschter Störfälle in seinen Kernkraftwerken, sei es wegen häufiger Verstöße gegen Naturschutzauflagen oder wegen des nicht enden wollenden Baues von Kohlekraftwerken trotz weltweiten CO2-Anstiegs. Die Liste der Umweltdelikte des Konzerns liest sich wie die Speisekarte eines Raubtieres und lässt sich noch ergänzen.

Warum also die Vattenfall Europe AG mittlerweile zu den größten Energieversorgern in Deutschland gehört, darüber kann man spekulieren. Mag sein, dass es an den guten Verbindungen zur Regierungsspitze liegt - so betätigte sich Firmenchef Lars Göran Josefsson für einige Jahre als Energieberater der Kanzlerin. Mag auch sein, dass die aktiven Greenwashing-Werbekampagnen der Firma ihre Früchte tragen. Mag aber auch sein, dass es am Verhalten der Verbraucher liegt, die den Absprung hin zu alternativen Ökostromanbietern nicht vollziehen oder aber aus Gründen finanzieller Engpässe nicht vollziehen können.

Wer den Berliner Energietisch unterstützen möchte, hat noch bis zum 10. Juni Zeit. Bis dahin müssen 200.000 Unterschriften gesammelt sein. Dafür sind Unterstützer/innen sind seit Monaten an markanten Plätzen der Stadtbezirke unterwegs, z. B auf den Wochenmärkten Winterfeldtplatz und Breslauer Platz.

Entsprechende Listen liegen aus, können aber auch aus dem Internet heruntergeladen und postalisch versandt werden.

Bürgeramt Steglitz, Schloßstr. 37, 12163 Berlin
Mo. 8 – 15 Uhr,?Di., Do. 11 ­– 18 Uhr,?Mi., Fr. 8 – 13 Uhr

Bürgeramt Rathaus Schöneberg, John-F. Kennedy-Platz, 10820 Berlin
Mo. 8 – 15 Uhr,?Di., Do. 11 ­– 18 Uhr,?Mi., Fr. 8 – 13 Uhr

BUND – Landesverband Berlin, Crellestraße 35, 10827 Berlin
Mo., Di., Do. 10 – 13 Uhr + 14 – 17 Uhr, Mi., Fr.: 10 – 13 Uhr

GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Ahornstraße 5, 10787 Berlin
Mo., Di., Do. 9 – 16 Uhr, Mi. 9 – 17 Uhr, Fr. 9 – 15 Uhr

DIE LINKE – Tempelhof – Schöneberg, Feurigstraße 68, 10827 Berlin
Mo., Di., Do. 11 – 18 Uhr, Fr. 11 – 15 Uhr

Bündnis 90/Die Grünen Tempelhof-Schöneberg, Fritz-Reuter-Str. 1, 10827 Berlin
Di. 17.30 – 19.30 Uhr, Mi. 12 ­–15 Uhr

Infos: www.berliner-energietisch.net

Tekla Kubitzki

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden