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28.02.2011 / Menschen in Schöneberg

Über Männer und Mäuse

oder: Werner Fischers faszinierende Computerwelt „Zerquetschen Sie die Maus nicht!“. Dann folgt der Rat-schlag, mal locker „in die Hände zu klatschen“.
Werner Fischer ganz links. Foto: privat

Werner Fischer legt Wert darauf, seine Computerkurse in der Volkshoch-schule (VHS) Tempelhof-Schöneberg spielerisch anzugehen. Solche Entspannungsübungen, Quiz-Situationen oder Internet-Recherchen gehören ebenso da-zu wie Anschaulichkeit. Deshalb lässt der Kursleiter die PC-Novizen auch gern direkt ins Gerät hinein schauen. Auch der technische Einblick gehört zum Grundlagenwissen.

Berührungsängste lassen sich so rasch abbauen. „Früher gab es viele Leute, die einen PC geschenkt bekamen und ihn ewig nicht auspackten“, sagt Fischer. Doch nach zwei Terminen in seinem Kurs fragten sie sich: „Warum bin ich nicht eher gekommen?“

Werner Fischer selbst ist schon sehr lange da – in der Computerwelt. Vor 62 Jahren wurde er im Neckartal bei Heidelberg geboren, absolvierte dort 1968 eine kaufmännische Lehre, wurde Organisationsprogrammierer und nahm an zahlreichen Abendkursen teil. Irgendwann kam der Bruch. Fischer wollte mehr, nämlich mit Menschen arbeiten. 1974 zog er nach Berlin, schlug den zweiten Bildungsweg ein. Auf das Abitur folgte das Studium der Betriebswirtschaft und Pädagogik. Als 1980 der PC „geboren“ wurde, wie Fischer formuliert, „war ich fasziniert“. So-fort war er mit seinem fundierten Basis-Wissen ein gefragter Mann.

Wer Fischers Vita kennt, glaubt, er habe die Lebensläufe dreier Multitalente vor sich. Er hat für die Stiftung Verbraucherinstitut gearbeitet, leitet Fortbildungs-Seminare, war als Entwicklungshelfer in Ghana, organisiert Bildungsreisen, hat diverse Bücher und Artikel veröffentlicht sowie an Drehbüchern für’s Schulfernsehen mitgewirkt.

Ebenso spannend ist Fischers Werdegang als Computer-Fachmann. Er gehörte zu den ersten, die Computer-Kurse an den Berliner Volkshochschulen ins Leben gerufen haben und er hat in Berlin die Xpert-Kurse, die zum Europäischen Computer Pass führen, mitentwickelt. Außerdem arbeitet er in der Berliner Lehreraus- und -weiterbildung. Er will inspirieren, begeistern. Sein Credo: „Lebenslanges Lernen ist unerlässlich!“.

Einmal trafen sich zwei Männer in Fischers Xpert-Kurs. Der eine zarte 15, der andere stolze 85 Jahre alt. Der Senior tat sich schwer – bis der Junge sich spontan zu ihm setzte und beide rege kommunizierten. Ein Beweis, dass der PC Generationen verbinden kann. „Das fand ich so spannend, dass ich dann die Kurse auch für Senioren 50+ angeboten habe“. In anderen Kursen informiert Fischer über Onlineportale, zum Beispiel eBay, oder über „Jugend im Internet“. Auch hier betont er den sozialen Aspekt: „Bei vielen Heimnetz-werken sind heute die Kinder die Administratoren, die die Zugriffsrechte vergeben“. Da lauern Gefahren und Schutz ist sinnvoll. Ebenso sind besondere Spielregeln beim Verbraucherschutz zu beachten. Als geschulter eBay-Trainer leitet Fischer Kurse zu Tipps und Tricks bei Online-Geschäften.

Man glaubt´s kaum, doch der Mann hat ein Privatleben und „da spielt der PC fast keine Rolle“. Etwa beim Radeln, Ski fahren, Wandern. Aber wenn Werner Fischer Jahrzehnte zurück blickt, funkeln seine Augen: „unvorstellbar – ein Leben ohne Maus!“

Sabine Henkel

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