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03.07.2011 / Projekte und Initiativen

Trinkfeste Räuber und piepsende Wichte

Ronja ist jetzt ein Kind der Friedenauer Ruppin-Grundschule, besser gesagt das Kind der dortigen Theatergruppe. Schüler der dritten bis fünften Klassen bringen das bekannte Kinderbuch als Musical auf die Bühne.
Szenenfoto. Foto: Dierk Wolf

Etwa eineinhalb Stunden ziehen sie durch den Wald und tanzen begeistert über Tische und Bänke (auch wenn dem kleinsten Räuber dabei immer mal wieder die Hose rutscht). Es gibt trinkfeste Räuber, wildmaskierte Graugnome und piepsende Rumpelwichte. Manche der kleinen Schauspieler haben eine Doppelrolle oder sogar drei Auftritte.

Erstaunlicherweise spielen nur sehr wenige Jungen auf der Bühne mit. Aber es zeigt sich, dass auch Mädchen sehr gute Räuber sein können. Besonders überzeugend ist der temperamentvolle Vater Mattis, und einen außerordentlichen Szenenapplaus verdient die gekonnte Rauferei der beiden Anführer kurz vor Schluss des Stückes.

Hinter der Bühne jedoch haben drei Jungen das Sagen. Sie übernehmen die Bühnentechnik und sorgen für Blitz und Donner, wenn die Mattisburg gespalten wird, sie steuern am Mischpult die Lautsprecher und Mikrofone der kleinen Sänger und setzen mit Lichttechnik die Schauspieler ins richtige Licht.

Der Umbau für die einzelnen Szenen erfolgt jeweils auf offener Bühne. Während die einen Akteure sich für den nächsten Auf-tritt umziehen, verwandeln die anderen das Bühnenbild. Schnell wird aus dem Burgsaal ein Wald und aus dem Kamin mit loderndem Feuer ein Höhleneingang. Da muss jeder Handgriff stimmen und hinter der Bühne Ordnung herrschen.

Organisiert wurde das alles von der Deutsch- und Musiklehrerin, Frau Franke, die hier mit ebensoviel Freude und Engagement da-bei ist wie die Kinder. Unterstützt wurde sie tatkräftig von den Eltern der kleinen Künstler, die sowohl die Kulissen erstellt haben als auch bei den Proben geholfen haben. Teilweise wurde in drei verschiedenen Gruppen gleichzeitig geprobt. Die Vorbereitungen für diese Aufführung dauerten fast ein Jahr. Nicht alle Kinder kannten das Buch. Manche Inhalte mussten erklärt, die Darstellung von Gefühlen wie Wut oder Freude gelernt, das Spiel auf der Bühne und auch der Blick ins Publikum geübt werden. Und immer wieder kam der Hinweis aufs laute Sprechen, damit auch der letzte Zuschauer im Saal die Texte versteht.
 
Jeden Dienstagnachmittag wurde geprobt. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurde von allen Mitwirkenden verlangt. Wie an einer großen Bühne gab es einen Probenplan und jeder wusste, wann er wo zu sein hatte. Alle mussten neben den Hausaufgaben ihre Texte sicher lernen. Es gibt keine Zweitbesetzungen, jeder verlässt sich darauf, dass alle da sind, wenn die Vorstellung losgeht. Auch die Lehrerin ist davon überzeugt, bei so viel Vorbereitungen lässt sich keins der Kinder den Auftritt entgehen.

Obwohl es vor den Ferien bereits drei Aufführungen gab, wird es am 25. August um 18 Uhr noch eine weitere Vorstellung geben, für alle, die dieses Kindermusical noch nicht gesehen hatten.
Ein Höhepunkt ist jedes Mal der abschließende große Tanz, wenn sich alle Räuber miteinander vertragen haben und zusammen die Beine schwenken, wie das Ballett des Friedrichstadtpalastes.

Ruppin-Grundschule
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14197 Berlin-Schöneberg

Christine Bitterwolf

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