Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2021

Trauern mit Kunst

Von Elfie Hartmann. Der Künstler und Philosoph Dr. phil. Pavel Radchenko bietet Kunst als eine, seine Art Trauerbegleitung an. Er richtet sie an Menschen, die mit der Trauer umgehen müssen – mit der eigenen oder mit der eines geliebten Menschen.

Foto: Elfie Hartmann

Er meint, Kunst sei ein Weg, eine Möglichkeit, um mit Schmerz und Trauer auf eine heilsame Weise umzugehen. Mit ihm zusammen soll der Trauernde einen Weg finden, ganz persönliche Erinnerungen auf kunstvolle Weise aufzubewahren. Er stellt in aller Ruhe gemeinsam mit den Trauernden hinterlassene Gegenstände und ausgewählte Erinnerungsstücke zu einem Kunstobjekt zusammen. Alltagsgegenstände, die man mit Verstorbenen verbindet, werden hiermit zu Kunstobjekten.

In der Praxis sieht dies folgendermaßen aus: Zuerst trifft man sich in lockerer Atmosphäre zum näheren, zwanglosen Kennenlernen. Zusammen sucht man dann nach Gegenständen, die für den Hinterbliebenen von größerer Bedeutung sind. Behutsam werden nun verschiedene Vorschläge gemacht, was aus den Gegenständen kreiert werden könnte. Das kann eine Skulptur sein, eine Collage, eine Installation bis hin zu einem Erinnerungsschmuck. Das gewünschte Erinnerungsstück wird man im Anschluss gemeinsam herstellen.
Im Laufe des gemeinsamen Projektes wird man viel Zeit für Reflexion, Gefühle und Gedanken haben. Währenddessen gestaltet sich der Weg wie von selbst, ganz persönliche Erinnerungen auf kunstvolle Weise aufzubewahren. Trauer braucht Raum und genau dieser wird bei - und mit ihm-  auf eine leise Art angeboten.

Als Philosoph und Künstler ist es Pavel Radchenko eine Herzensangelegenheit, Trauerkunst anzubieten. Genau so tut er es auch mittels Endlosschleife innerhalb seiner Videobotschaft im Schaufenster des Beerdigungsinstituts Kluth in der Schöneberger Hauptstraße kund. In seiner empathischen einfühlsamen Art berichtet er anschaulich, wie mit seiner Unterstützung, hier an Beispielen demonstriert, Collageinstallationen zu ganz individuellen Kunst-Werken werden können.

In seiner Dissertation geht er dem urmenschlichen Zweifel auf den Grund und sucht nach Konsequenzen aus der Angst vor dem Tod für das Leben im Hier und Jetzt. Als promovierter Philosoph und seit mehreren Jahren Tätigkeit als freischaffender Künstler ist es sein Ziel, auf Augenhöhe mit den Menschen über  den Tod und den Lebenssinn zu sprechen.

Die Motivation: Mit der Kunst möchte Radchenko in Gemeinsamkeit mithilfe haptischer Wahrnehmungen neue Perspektiven in schweren Lebenssituationen eröffnen. Trauerkunst als Trauerbegleitung ist das Ergebnis seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Tod und dem Sterben. In seinem im Jahr 2015 erschienenen Buch s.u., ist Ergänzendes darüber noch nachzulesen. Das Buch richtet sich an Philosophie-Interessierte, die sich Fragen stellen über den Tod und was es bedeutet, Todesangst zu verdrängen bzw. zu akzeptieren. Vor welche individuellen Herausforderungen im Umgang mit dem eigenen Tod stellt einen die gegenwärtige Gesellschaft, der gerne eine Verdrängung des Todes nachgesagt wird. Und was lässt sich mit der Gewissheit über den eigenen Tod anfangen? Ist diese zu vernachlässigen, weil man an seiner Sterblichkeit ohnehin nichts ändern kann, oder gibt es gute Gründe, diese Gewissheit in sich wachzuhalten ...

Kontakt:
Dr. phil. Pavel Radchenko
kontakt@trauer-kunst.de
www.trauer-kunst.de
Tel. 030/644 90 634

Buchtitel: Zwischen Ende und Endlichkeit
Warum wir unseren Tod weder verdrängen noch beherrschen sollten
Herausgeber Tectum
ISBN 978-3828835085

Kluth Bestattungen
Hauptstraße 106/Ecke Kärntener Straße
10827 Berlin
Tel. 030 78 15 102

Dauer und Kosten der Trauerbegleitung:
In der Regel werden fünf Doppelstunden gebraucht dafür.
Eine Stunde kostet 55 Euro / ermäßigt 35 Euro.
Während der Corona Pandemie ist Bezahlung auf Spendenbasis möglich.

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