Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

31.10.2020

Theater in Coronazeiten

Von Christine Bitterwolf. Die Coronaviren schwirren überall durch die Stadt. Immer wieder werden neue Maßnahmen ergriffen, um die Ansteckung einzudämmen, Regeln werden aufgestellt, was man darf oder nicht darf, und nach Protesten werden sie schnell wieder aufgegeben. Irgendwann weiß keiner mehr so recht, was eigentlich erlaubt oder nicht erlaubt ist.

Foto: Christine Bitterwolf

Wie schön, dass man sich da im Theater sicher fühlen kann. Seit September dürfen die Theater wieder öffnen. Sie müssen ein besonderes Hygienekonzept einhalten, um die Ansteckungsgefahr für ihre Besucher auszuschließen.

Das Hygienekonzept wurde vom Schlosspark-Theater konsequent umgesetzt. Und doch fühlte man sich als Besucher nicht bevormundet oder im kulturellen Vergnügen beeinträchtigt.
Der abendliche Einlass erfolgt nicht durch den Haupteingang, wo sich die Leute immer gedrängelt haben, sondern seitlich durch den Garten, wo sich die Menge besser verteilen kann und Abstand hält, bis alle Karten kontrolliert sind und jeder den Zettel mit den persönlichen Daten abgegeben hat.
Ein kleiner Imbiss vorab oder ein Getränk zur Einstimmung sind wie immer möglich. Ein kleiner Stand vor der Terrasse bietet das Wichtigste an. Es stehen Tische und Stühle in erforderlichem Abstand und, falls es zu kalt wird, liegen auch Decken parat.
Auch während der Pause ist es selbstverständlich möglich, ein Glas Sekt zu trinken, natürlich wieder draußen oder auch drinnen in dem Raum vor dem Theatersaal. Dort aber nur an den Tischen, die jeweils für nur zwei Gäste reserviert werden.

Das Theater selbst betritt man durch mehrere Terrassentüren, durch die auch vor und nach der Vorstellung und während der Pause großzügig gelüftet wird. Auf den Gängen und vor den Toiletten stehen überall Flaschen mit Desinfektionsmitteln. Immer wieder wird auf die Maskenpflicht im ganzen Theater hingewiesen, nur am eigenen Sitzplatz darf die Maske abgenommen werden.
Der erste Blick in den Theatersaal lässt den Besucher erstaunen. Nanu, schon so voll, ist das denn erlaubt? Aber der zweite Blick klärt die Situation angenehm auf. Ja, die Abstandsregeln werden korrekt eingehalten. Das Publikum sitzt nur in jeder zweiten Reihe, und auch da sind zwischen zwei Sitzplätzen nebeneinander mindestens zwei weitere Plätze freigehalten, markiert durch rote Bänder oder besetzt durch Puppen. Was für eine originelle Idee, ein Teil des Publikums wird ersetzt durch ausgestopfte Figuren, bekleidet mit Kostümen aus dem Theaterfundus, mit Mützen oder Perücken und mit angemalten Gesichtern oder Masken vor dem Kopf. Da gibt es tatsächlich, schon bevor das eigentliche Stück beginnt, etwas zu gucken, worüber es lohnt, sich zu unterhalten. Und jeder im Publikum kann sicher sein, dass der ausgestopfte Nachbar ihn nicht versehentlich falsch anhustet.

Wenn es auch für das Theater kein einträgliches Geschäft ist, so wird dem Publikum doch ein unterhaltsamer ansteckungsfreier Abend geboten.

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