Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

26.11.2013

S.U.S.I. ist jetzt Schönebergerin

Wo vor hundert Jahren jeden Morgen, leicht gebückt, das Dienstmädchen aus ihrer gedrungenen Kammer die Leiter in die herrschaftliche Küche hinunterstieg, dort treffen sich nun Gruppen von Frauen aus allen Teilen der Erde, die es nach Berlin getrieben hat, um gemeinsam zu kochen und sich danach in den Salon zu setzen.

v.l.n.r.: Joanna, Maggie, Adela, Janina, Gabriela, Uschi, Hien, Irina, Tina. Foto: Thomas Protz

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler richtet das Grußwort an den Verein und die Gäste

v.l.n.r.: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Janina Argilagos (Koordinatorin von S.U.S.I.) und Helga Hentschel, Leiterin der Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, vor der im Beitrag erwähnten "Mädchenkammer"

Irina kommt gerade vom Tanzkurs und setzt sich zu den anderen, Hien kann nicht bleiben, im Empfangsraum wartet schon ihre nächste Klientin für eine soziale Beratung. Estelas Yogakurs beginnt erst in einer halben Stunde. Sie bespricht beim Essen mit Paricher und Erdmute ihren Auf-tritt beim Jahresabschlußfest.
Vor einigen Monaten mussten die Frauen ihre sieben Sachen packen und ihr Domizil in Berlin-Mitte verlassen. Am 29. November konnten sie ihr neues Zuhause, eine herrschaftliche Wohnung direkt am Bayerischen Platz mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und der Leiterin der Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Helga Hentschel, feierlich eröffnen. Das Interkulturelle Frauenzentrum S.U.S.I. (die Abkürzung steht für Solidarisch, Unabhängig, Sozial und International.) geht auf eine Initiative von Frauen zurück, die im Herbst '89 im Osten Berlins ein Haus der Internationalen Begegnung schaffen wollten.

Ziel der Einrichtung ist die Stärkung der Ressourcen von Migrantinnen für ein selbst bestimmtes Handeln und die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – also ihre Integration im wahrsten Sinne des Wortes. Das einzigartige Profil des Interkulturellen Frauenzentrums S.U.S.I. wird von seiner Sprachenvielfalt und seiner Angebotsbreite bestimmt. S.U.S.I bietet Migrantinnen soziale und psychologische Beratung in mehreren Sprachen sowie Rechtsberatung auf Deutsch. Es gibt Raum für alle interkulturell interessierten Frauen. Das Frauenzentrum bietet Kurse und Workshops, Fachveranstaltungen und beherbergt zur Zeit acht Selbsthilfegruppen von Frauen, zwei weitere sind im Aufbau. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen besuchen und betreuen ausländische Frauen im Strafvollzug. Ein neues Angebot ist die Gruppe "Töchter von Kriegseltern". Sie bietet den betroffenen Frauen an, sich mit den Spätfolgen des zweiten Weltkriegs auseinanderzusetzen.

Das Interkulturelle Frauenzentrum S.U.S.I. befindet sich am Bayerischen Platz 9, 10779 Berlin, Eingang Innsbrucker Straße 58 (neben der Zoohandlung) in der 3. Etage (Fahrstuhl vorhanden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.susi-frauen-zentrum.com.

Thomas Protz

 

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