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31.10.2012 / Projekte und Initiativen

Süßes, sonst gibt`s Saures

Am 31. Oktober ist es wieder soweit – die ganze Welt feiert „All Hallows Eve“ - Halloween.
uschi dreiucker / pixelio.de

In der Nacht vor dem katholischen Allerheiligen, was sich von keltischen Samhainfest (1.11. / Sommerende) ableitet, verkleiden sich nicht nur Kinder als Horrorgestalten. In Hongkong hat dieser alte irische Brauch an Attraktivität schon Weihnachten überholt. Auch in den U.S.A. zählt Halloween mit ca. 3,6 Milliarden Euro zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr. Gut die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung schmückt ihre Häuser zu Halloween mit Kürbissen, Hexen und Gespenstern. Für Kinder ist es der große Tag, an dem sie sich verkleiden dürfen, um mit „Trick or Treat“ Süßigkeiten einzusammeln. 93 Prozent der amerikanischen Kinder sind an diesem Tag unterwegs. Allerdings verstecken sich auch viele Erwachsene an diesem Tag, um dem Halloween-Rummel und Geschenkezwang zu entgehen.

Zahlreich und mysteriös sind die Bräuche an Halloween. Der bekannteste Brauch, das „Trick or Treat“, hat seinen Ursprung in den mittelalterlichen - sogenannten „Heischgängen“, in denen Bedürftige Spenden sammelten, und im Gegenzug für die Verstorbenen der Spender beteten. Heute wollen Kinder Süßigkeiten, und spielen einen Streich, wenn die Beute ausbleibt.

Die 10 Gebote des „Trick or Treat“ (www.halloween.de)
1. Feiere Halloween am 31.10.! 
2. Verkleide Dich gruselig!
3. Andere wollen auch noch was haben!
4. Gehe niemals mit in eine Wohnung hinein!
5. Du sollst anderen Geistern nicht die Süßigkeiten stehlen!
6. Die Halloween-Deko anderer Leute ist tabu!
7. Übertreibe es nicht!
8. Achte darauf, was Du geschenkt bekommst!
9. Klingle nur dort, wo auch Licht brennt!
10. Gehe niemals allein!

Das Kürbisschnitzen hat sich erst in den U.S.A. entwickelt, als irische Einwanderer den Ursprungsbrauch (Gemüselaternen) mit den zahlreich vorhanden Kürbissen verschmolzen. So ein Kürbis-Gesicht wird "Jack O'Lantern" genannt und soll böse Geister fernhalten. Das Nuss Orakel, das seinen Ursprung in Nordengland und Schottland (Nut Crack Night) hat: Junge Männer beschriften Nuss-Schalen mit den verschiedenen Namen ihrer Geliebten und werfen die Schalen ins Feuer. Die am stärksten aufflammende Nuss symbolisiert dann die Partnerin fürs Leben.

Halloween findet am Reformationstag und nahe an Allerheiligen und Allerseelen statt und ruft somit unweigerlich die Kritik der Kirche hervor. Mit der Säkularisierung in Europa schwanden jedoch die Widerstände, wenn auch immer wieder versucht wird, den „heidnischen Brauch“ zu bekämpfen. Auch die Puritaner des 16.Jhd. in Neuengland verboten zeitweise neben Weihnachten und Ostern Halloween. Auch heute noch gefällt nicht allen Amerikanern dieses Fest. Einige christliche Fundamentalisten kreierten als Gegenbewegung für gläubige Christen ein sogenanntes „Hell House“, in dem die Todsünden schrecklich grausam dargestellt werden. In sechs thematisch auf die Lebenswelt der Besucher zugeschnittenen Räumen sollen per Schocktherapie (Homosexualität, Abtreibung, Ehebruch) christliche Werte vermittelt werden. Das früheste Hell House wurde von der Trinity Assembley of God in Dallas Texas geschaffen. Reverend Jerry Falwell machte es in den späten 70`ern bekannt. Sein Konzept wurde 1992 von Keenan Roberts aufgegriffen, der sein erstes Hell House in Roswell, New Mexico gründete.

Thomas Geisler

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