Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

1.07.2021

Stefan Kim, ein Porträt

Von Elfie Hartmann. Der Hermann-Josef Emons Verlag brachte im Jahre 2011 ein Buch mit folgendem Titel heraus: 111 ORTE IN BERLIN, DIE MAN GESEHEN HABEN MUSS. Auf Seite 60 ist auch der Koreaner Stefan Kim zu sehen und Bemerkenswertes über ihn zu lesen.

Foto: Elfie Hartmann

Er war einer der ersten, der koreanische Jade-Thermalliegen nach Berlin brachte. Er wird sogar als der Pionier für die Einführung koreanischer Massageliegen in Europa bezeichnet. Die so genannte Thermalmassage funktioniert, indem sich beheizte Jadekugeln die Wirbelsäule hoch und runter bewegen, was etwa mit Akupressur und Chiropraktik zu vergleichen wäre. In Korea befindet sich seit vielen Jahrzehnten eine Liege dieser Art in jedem zweiten Haushalt.
In den Räumen hier in Steglitz wird kaum gesprochen, und wenn, nur im Flüsterton. Kim geleitet jeden Kunden einzeln und sehr individuell anmutend, fast geräuschlos zu einer Liege, die mit einem blütenweißen, frisch gewaschen und akribisch handgebügelten weißen Betttuch bedeckt ist, welches selbstverständlich für jeden Kunde gewechselt wird. Er behandelt seine Kunden dermaßen behutsam, dass niemals auch nur  im entferntesten der Gedanke an eine „Fließbandbedienung“ aufkommt, denn vor den Zeiten der Pandemie musste man schon oft längere Wartezeiten in kauf nehmen, so gut war sein Ladengeschäft inzwischen eingeführt und angenommen. Die Zeitspanne wurde allerdings mit dem wunderbaren Tee, sorgsam nach alter Zeremonie zubereitet von Frau Kim, zu einem entspannten Aufenthalt schon im Vorfeld.

Zur Zeit fällt aus Gründen der Hygiene natürlich auch der früher stets bereit stehende Tee im Vorraum als Abschluss an jede Behandlung aus. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

Außergewöhnlich ist allerdings auch diese gleichbleibend liebenswerte und permanent zurückhaltende Art des Stefan Kim, der durch seine Wesensart eine Atmosphäre von Harmonie verbreitet, die nach Kontinuität ruft. Herr Kim deckt seit jeher jeden Kunden persönlich und ausgesprochen liebevoll mit einer leichten Decke zu, erkundigt sich mit der ihm zu eigenen, so angenehm verhaltenen, Stimme nach der Befindlichkeit, stellt die entsprechende Zeit und Wärme ein und entfernt sich diskret und gefühlt lautlos.
Als Mediziner hat Stefan Kim 32 Jahre lang in der Krebsforschung an der Freien Universität  Berlin gearbeitet. Zu ihm kommen Personen mit Rückenbeschwerden oder auch einfach zur Entspannung. Die erwärmten Jadesteine bewegen sich von den Lendenwirbeln rechts und links der Wirbelsäule  hoch bis zur Halswirbelsäule und langsam wieder zurück. Bereits während seines Studiums in Korea baute er sich eine Art Holzbank, unter die er Glühbirnen schraubte, um mit der angenehmen Wärme am Rücken entspannter und somit einfach gut schlafen zu können.  
Nach seiner Aussage helfen die Jade-Thermalliegen nicht nur den Wirbeln sondern auch der mentalen Verfassung insgesamt. Man solle sie bewusst zum Heilen einsetzen, zur Vorbeugung und letztendlich damit zur Stärkung des gesamten Immunsystems. Man müsse sich allerdings anfangs etwas an die naturgemäß harten und erwärmten Steine gewöhnen, die den Rücken entlang rollen. Nach kurzer Zeit lockere sich die ganze Rückenmuskulatur aber fühlbar. Die Kombination aus Wärme, Steinen und Druck sei für die Rückenmuskulatur optimal. Sowie der erste, vielleicht leicht unangenehm empfundene Impuls, der durch die langsam auf und ab rollenden harten Steine ausgelöst wird, schwindet, entspannen sich die Muskeln und damit automatisch und gleichzeitig das Nervengeflecht auf wundersame Weise. Die Kugeln massieren also mit leichtem bis mittelschweren Druck entlang der Wirbelsäule und erzeugen auf diese Art und Weise eine wohltuende Tiefenentspannung.

Nach den etwa vierzig Minuten Massagezeit kommt Kim, um aus dem an unterschiedlichen Stellen zerknitterten Laken die Schwachstellen der Wirbelsäule zu deklarieren. Ist etwas Zeit übrig, erklärt er seinen Kunden gerne auf weitere Nachfragen ausführlich, was genau die einzelnen Elemente des koreanischen Naturheilverfahrens bewirken, nämlich eine Wohltat für Körper und Geist. Die Hingabe, mit der er jeden einzelnen Kunden behandelt, zahlt sich aus, denn sie ist echt. Demzufolge hat er fast ausschließlich Stammkunden, die ihm jahrzehntelang (!) die Treue halten. Und denen er unzählige Male unermüdlich und geduldig auf Nachfragen sein Wissen  vermittelt.

Zur Zeit der Pandemie hält er sämtliche vorgegebenen Maßnahmen ein. Seine Räume sind weiterhin geöffnet, jedoch nicht wie gehabt mit gleichbleibenden Besuchern frequentiert, wie es davor der Fall war. Außer üblicher Maskenpflicht und die Selbstverständlichkeit, möglichst überhaupt nicht zu sprechen, wird nach wie vor penibel auf Hygiene geachtet. Eine Terminvereinbarung ist nicht nötig. Zur Sicherheit ist aber eventuell ein vorheriger Anruf von Neukunden empfehlenswert.

Thermal Massagen
Muthesiusstraße 34
12163  Berlin - Steglitz
Mo-Sa 10.00h - 18.00h
Tel. 030  720 11 858

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