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16.09.2013

Starthub am Breslauer Platz

Am 12. August um 10 Uhr griffen die Stadträte Klotz und Krüger zum Spaten und leiteten die Umgestaltung des Breslauer Platzes symbolisch mit der ersten Sandbewegung vor Ort ein. Zur Stelle war neben zahlreichen Schaulustigen auch die Bürgerinitiative Breslauer Platz, die sich seit Jahren dafür einsetzt, dass die Wiederherstellung des Platzes nicht als bloße Reparatur erfolgt, sondern als gestalterische Großaufgabe begriffen wird, denn schließlich geht es hier um die Neuformulierung des zentralen Friedenauer Platzes.

Fotos: Hartmut Becker

Auf einem Transparent in Bettlakengröße mahnte die BI an: „Stadt zahlt Brunnen – BALD ! – Wir sponsern Betrieb.“ Außerdem wurden neben Flugblättern mit der Auflistung der noch zu klärenden Einzelheiten auch Mineralwasserflaschen mit der Aufschrift verteilt: „Wasser ist schon da – Brunnen kommt.“ Hintergrund ist die Aussage des Bezirksamts, dass zum jetzigen Zeitpunkt für den Brunnen leider keine Finanzierung sichergestellt werden konnte, obwohl die Mittel aus dem Plätzeprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ordnungsgemäß beantragt worden waren. Der Brunnen war das mit weitem Abstand am meisten gewünschte Schmuckelement und wurde deswegen auf der 3. Bürgerversammlung im November 2012 in das Gestaltungsprogramm unter der Bedingung aufgenommen, dass die Bürgerschaft für den laufenden Unterhalt aufkommt. Und die Begeisterung für den Brunnen innerhalb der Friedenauer Bürgerschaft war so groß, dass mittlerweile Sponsorenerklärungen in Höhe von 13.000 Euro eingegangen sind. Immerhin konnte Tiefbauamtsleiter Terlinden auf einer erneuten Besprechung mit der BI versichern, dass die Verlegung des Leerrohrs für die Wasserversorgung des Brunnens wie verabredet im Zuge der jetzigen Baumaßnahme erfolgt, damit bei einer späteren Brunnenaufstellung die Fläche nicht wieder aufgerissen werden muss.

Wat mutt, dat mutt
Strittig bleibt nach Aussage der BI noch die zukünftige Gestaltung der Lauterstraße im Platzbereich und die Einbeziehung des Gehwegs der Rheinstraße am Platz. Bekanntlich soll die Lauterstraße dort geschlossen und die Niedstraße vor dem Rathaus dafür beidseitig befahrbar werden. Doch ist es tatsächlich nötig, die Lauterstraße mit einer 3 cm hohen Bordsteinkante zu versehen, um dem Anlieferverkehr Orientierung zu geben? Das Tiefbauamt verweist auf die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, die BI auf Beispiele aus der Stadt, wo niveaugleiche Fußgängerzonen problemlos auch Anlieferverkehr ermöglichen.

Das übergeordnete Gestaltungsprinzip einer einheitlichen Platzfläche darf nach Ansicht der BI auch nicht vor störenden Zuständigkeitsgrenzen haltmachen. Daher muss aus dieser Sicht auch der Gehweg vor dem Pavillon unbedingt als Teil der neuen Platzgestalt behandelt werden. Doch der Gehweg gehört zur Rheinstraße, und die ist Teil der ortsübergreifenden Bundesstraße 1. Die Bundesstraßen aber werden im Stadtbereich von der Senatsverwaltung betreut, die Baumaßnahme am Platz hingegen ist Bezirksaufgabe ohne Zugriffsrecht auf exterritoriales Gelände.

Hier sind also noch Gespräche mit der Senatsverwaltung nötig. Doch zeichnet sich auch hier eine Lösung ab: Da die BVG im Haltestellenbereich Umbaumaßnahmen unter Einschluss einer Bordsteinabsenkung plant, besteht die Aussicht, die Wiederherstellung des dortigen Gehwegs im Design der neuen Platzgestalt durchzuführen. Nach Ansicht der BI wird auch die Senatsverwaltung sich dem Gedanken nicht verschließen wollen, dass der erneuerte Platz dann sein schönes neues Gesicht nicht nur an der umgestalteten Haltestelle, sondern auch auf der anderen Hälfte des Gehwegs zeigen sollte. Auch die Bürgermeisterin Angelika Schöttler zeigt Interesse: Nach Aussage der BI will sie demnächst zu einem Treffen laden, auf dem der Sachstand erörtert werden soll.

Zu allen noch offenen Fragen haben außerdem das Tiefbauamt, das mit der Durchführung der Baumaßnahme beauftragte Büro Hoffmann und Leichter, sowie die BI, die Installation einer baubegleitenden Gesprächsrunde vereinbart. Die im bisherigen Verfahren bereits praktizierte Form der kooperativen Zusammenarbeit wird also fortgesetzt, um am Ende mit allen Beteiligten auf einem von der BI geplanten Fest nicht nur das Erreichen des Ziels der Neugestaltung, sondern auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung zu feiern.

Ottmar Fischer

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