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4.03.2015

„Spuren der Gewalt“

Die Sonderausstellung "Spuren der Gewalt – Hafterfahrungen und ihr Einfluss auf sechs Familiengeschichten" wird von Studierenden der FU Berlin realisiert und eröffnet am 5. März 2015 um 19:00 Uhr.

Ehemaliges SA-Gefängnis Papestraße. Foto: Harry Weber

Das SA-Gefängnis Papestraße war eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager. Wie ergeht es den Personen, die im SA-Gefängnis gefoltert wurden, Jahre, Jahrzehnte nach ihrer Haft? Welche Auswirkungen hat die Gewalt, die sie hier erfahren haben, auf ihr weiteres Leben, auf das Leben ihrer Angehörigen und Nachkommen? Diesen Fragen sind die Studierenden der Public History in ihrer Sonderausstellung nachgegangen. Sie haben Biographien weiterverfolgt, mit Nachfahren gesprochen und anhand von Dokumenten und Fundstücken unterschiedliche Umgangsweisen mit Gewalterfahrungen porträtiert.

Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße
Der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße ist der einzige historische Ort des frühen NS-Terrors in Berlin, in welchem sich noch Spuren aus dem Jahr 1933 finden lassen.
In dem ursprünglich für die Preußischen Eisenbahnregimenter erbauten Kasernengebäude befand sich von März bis Dezember 1933 ein frühes Konzentrationslager unter Führung der SA. Die verantwortlichen SA-Männer inhaftierten, verhörten und folterten an diesem Ort vor allem politisch Andersdenkende, Juden und andere vom NS-Regime verfolgte Gruppen. Bislang sind knapp 500 Personen, die 1933 in der Papestraße in Haft waren, namentlich bekannt. Die Gesamtzahl der Häftlinge war mit Sicherheit deutlich größer. Eine lückenlose historische Aufarbeitung ist heute kaum mehr möglich.

Die als Haftzellen genutzten Kellerräume sind weitgehend in ihrem damaligen Zustand erhalten. Seit März 2013 dokumentiert eine Ausstellung vor Ort die Geschichte des SA-Gefängnisses Papestraße. Damit endete ein langjähriges Ringen um die dauerhafte Sicherung des Kellers und die Etablierung als Gedenk- und Lernort.

Begleitend findet am 12.3.15 um 19:30 Uhr eine Lesung mit dem Bestsellerautor Volker Kutscher im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße statt. Kutscher liest am historischen Ort aus seinem Roman "Märzgefallene" und aus der Kurzgeschichte "Durchmarsch" und spricht mit der Historikerin Dr. Irene von Götz über Fiktion und Authentizität. Vor der Lesung findet um 18 Uhr eine Führung durch den Gedenkort statt. Eine Anmeldung unter der Tel.: 030/90277-6163 ist unbedingt erforderlich, da es nur eine begrenzte Platzzahl gibt.

Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße
Werner-Voß-Damm 54 a
12101 Berlin

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