Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

03.07.2011 / Projekte und Initiativen

So nicht!

Die Lokale Agenda 21 Tempelhof-Schöneberg lud im Juni zu einer eintägigen Konferenz ins Rathaus Schöneberg ein: Zukunftsperspektiven für Tempelhof-Schöneberg. Das Programm bot beim Überfliegen genug Reizworte, die eine Teilnahme interessant erscheinen ließen: Klimakatastrophe, Bürgerbeteiligung, global denken - lokal handeln.

Beim genaueren Hinsehen verbargen sich im Programm eingepackt in Verwaltungssprache wenig fassbare Absichtserklärungen. Es muss etwas passieren. Die globale Klimakatastrophe muss aufgehalten werden.
Wen sollte die Konferenz ansprechen? Verwaltungsfachleute? Ging es um Aufklärung? Oder ging es darum, wie organisiert die Verwaltung die Bürgerbeteiligung? War die Veranstaltung als Ideenbörse gedacht? Sollten neue Aktivisten rekrutiert werden? Oder war das den Veranstaltern selbst nicht klar?

Auch ihre Präsentation im Internet (www.LA21TphSchbg.de.vu) macht nicht deutlich, um wen es sich bei der Gruppe: Lokale Agenda 21 Tempelhof-Schöneberg handelt. Eine Diskussionsrunde, die viele gute Absichten hat? Aber was will sie wirklich? Auch auf der Veranstaltung wurden diese Fragen nicht geklärt. Im Gegenteil - die Verwirrung nahm zu. Die Agenda stellte sich auf der Veranstaltung nicht vor. Die Anwesenden wurden vom Stadtrat Oliver Schworck begrüßt, so entstand der Eindruck, die Gruppe sei ein Wurmfortsatz des Bezirksamtes Tempelhof- Schöneberg. Auch das Buffet und die beiden Moderatorinnen wurden vom Bezirk finanziert. Das Buffet ließ die Vermutung aufkommen, dass wesentlich mehr Interessenten er-wartet wurden. Nur ungefähr 14 Personen saßen vor dem Podium. Der Imbiss reichte für mehr als 50 Personen.

Und dann folgte der Vortrag  von Prof Dr. Holger Rogall, der sehr dramatisch das Szenarium des Untergangs vor den Zuhörern entwarf. Ein Fachmann ohne Zweifel. Sein Spezialgebiet: die globale Klimakatastrophe. Inhaltlich waren seine Aussagen bestimmt richtig. Aber wer sollte durch den Vortrag eigentlich wach gerüttelt werden? Die beiden Teilnehmer, die immer wieder einschliefen? Gab es irgendjemandem im Kreis der Zuhörer, dem er etwas Neues sagte? Wohl kaum. Die Insider waren unter sich. Sein die Ängste aktivierender Vortrag und die an-schließende Fragerunde sprengten das Programm.

Entkräftet verließ ich die Veranstaltung zur Mittagspause. Diese Veranstaltung hat bestimmt nicht dazu beigetragen, die Klimakatastrophe aufzuhalten. Schade um das schöne Buffet. Vor dem Rathaus verlief das Leben wie gewohnt: Ein Markt, der behauptete ein Staudenmarkt zu sein. Aber wo waren die Stauden? Nebenan das Spargelfest soll auch nicht so doll gewesen sein.

Ulrike Götting

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