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02.04.2022 / Orte und Plätze

Schwarz auf weiß – eine Schülerzeitung

Von Christine Bitterwolf. Es gibt sie seit 5 Jahren, die Schülerzeitung „schwarz auf weiß“ am Paul Natorp Gymnasium in der Gosslerstraße in Friedenau. Die erste Ausgabe erschien im März 2017. Gerade jetzt am 9. März erschien die aktuelle Ausgabe.
Foto: Lina Hähne (7. Klasse)

Zufällig am gleichen Tag – immer donnerstags um 14.30 Uhr – tagte die Redaktion und besprach sofort den Verkauf. War er schon erfolgreich? Was könnte noch verbessert werden? Es gibt für den Verkauf zwei feste Standorte in der Schule und auf dem Gelände. Darüber hinaus spricht jeder Redakteur seine Klassen an und für den nächsten Tag wird geplant, wer wann durch welche Klassen auf Verkaufstour geht. Wer hat eine Freistunde und Zeit? Diesmal wird keiner während des Unterrichts losgehen und bräuchte dafür ein Entschuldigungsschreiben.
Die Schülerzeitung erscheint z.Zt. mit einer Auflage von 150 Exemplaren, vor Corona lag die Auflage bei 250 Stück. Man muss erst wieder auf sich aufmerksam machen. Wie kann man das Interesse von neuen Lesern wecken? Und schon sprudeln wieder die Vorschläge: frühere Ankündigungen? Aufreißer mit Leseprobe?

Wer hier in der Redaktion mitarbeitet, engagiert sich auf allen Ebenen. Jeder liefert Textbeiträge, Comics oder Fotos. Jeder kennt jemanden außerhalb des Redaktionsteams, der eine Idee für ein neues Thema hat oder einen zusätzlichen Betrag liefern könnte, und jeder der Zeit hat, arbeitet eben auch beim Vertrieb mit.

Tatsächlich wird die Zeitung allein von den Schülern getragen. Es gibt im Moment 14 Schüler in der Redaktion. Die Zahl wechselt, je nachdem wer nach dem Abitur abgeht, als 7.Klässler neu einsteigt oder im Laufe der Jahre dazu stößt.

Angelina Bruhn, die jetzt in der 12. Klasse ist und ihr Abitur vorbereitet, leitet die Redaktionssitzungen. Sie moderiert die Diskussionen und die Ideen zu neuen Aktionen, nimmt die Themenvorschläge für die nächste Ausgabe entgegen und notiert auf dem großen Whitebord, wer welche zusätzlichen Aufgaben übernommen hat.
Die zuständige Deutschlehrerin hält sich im Hintergrund. Sie ist eigentlich nur fürs Korrekturlesen zuständig, auf Inhalt und Stil nimmt sie keinen Einfluss. Anschließend leitet sie die Beiträge an Justin Sudbrak weiter, der für das Layout zuständig ist. Herr Sudbrak war früher selbst Schüler am Paul Natorp Gymnasium und war sogar Mitbegründer dieser Schülerzeitung. Deshalb fühlt er sich bis heute mit dem Projekt verbunden. Inzwischen studiert er Informatik und hat es gerne übernommen, die Zeitung druckfertig zu gestalten.

Inhaltlich ist die Zeitung breit aufgestellt. Die aktuelle Ausgabe berichtet beispielsweise über die sportlichen Erfolge der Schule und über das erste Schulkonzert nach dem Lockdown, aber auch über Filme der Berlinale. Es gibt ein Lehrer-Quiz und interessante Diskussionsbeiträge zu Energiewende und Klimaschutz. Jetzt werden Themen für die nächste Ausgabe überlegt, Informationen über die langwierige Sanierung der Turnhalle, ein Erfahrungsbericht von der Bewerbung um ein Auslandsstipendium und vielleicht etwas über die Romantisierung von Drogen? Wer ist da nicht jetzt schon gespannt auf die nächste Ausgabe! Natürlich wird es auch wieder ein Cartoon von Kaan Cengiz geben und einen nächsten Teil der Fortsetzungsgeschichte von Carolin Preuß.

Die Jugendlichen schreiben ihre Texte frei und jeder in seinem eigenen Stil. Zum Umfang der Artikel gibt es keine Vorschriften. Es gibt auch keine Aufnahmekriterien für die Mitarbeit in der Redaktion. Jeder, der mitmachen möchte, kann kommen und dann nach einigen Wochen selbst entscheiden, ob er weiter dabei bleiben will oder ob es ihm doch nicht so richtigen Spaß macht. Deshalb sind die Redakteure tatsächlich von der 7. bis zur 12. Klasse aus fast jeder Klassenstufe vertreten. Auch das führt sicherlich dazu, dass sich die Leser aus allen Altersgruppen angesprochen fühlen.

Die Themen suchen sich die Schüler selbst. Sie schreiben über das, was sie interessiert oder das, was sie selber für berichtenswert halten. Daneben gibt es noch einige Blöcke, die immer wieder auftauchen, wie Berichte aus dem Schulleben, das Lehrerinterview, gelegentlich ein Interview mit einem Politiker, der sich für die Interessen junger Leute einsetzt. Jeder Redakteur schreibt im Schnitt ein bis zwei Artikel pro Zeitung, manchmal auch mehr.

Die Zeitung kostet 2,- Euro, an Lehrer wird sie für 3,- Euro verkauft. In letzter Zeit sind einige Redakteure auch im Kiez unterwegs gewesen und haben Geschäftsinhaber gefragt, ob sie nicht in ihrer Schülerzeitung Werbung platzieren wollten. Und siehe da, die Pizzeria Il Giardino hat die Idee aufgegriffen, aber die Gestaltung den Schülern überlassen, so dass sich eine der Redakteurinnen hier als Werbedesignerin profilieren konnte.

Mit diesen Einnahmen werden die Druckkosten gedeckt, sodass sich diese Schülerzeitung „schwarz auf weiß“ selbst trägt und grundsätzlich nicht auf Zuschüsse, z. B. vom Elternverein, angewiesen ist.

Ob einer der jungen Redakteure später einmal im journalistischen Bereich arbeiten wird, ist heute noch nicht bekannt. Die ersten Erfahrungen werden hier erfolgreich gesammelt und die Schülerzeitung „Schwarz auf weiß“ macht einen professionellen Eindruck.

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