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02.03.2021 / Menschen in Schöneberg

Schöneberger*innen – der Kiez-Podcast

Seit 1999 bin ich in Berlin. Während der ersten Welle des Berlin-Hypes, als die Regierung von Bonn nach Berlin zog, bin ich nicht wie andere nach Mitte oder Prenzlauer Berg gezogen, auch wenn mir viele dazu geraten haben. Nein, es war von Anfang an Schöneberg, in das ich mich verliebt habe. Und seither bin ich dem Kiez treu geblieben.
Sou-Yen Kim. Foto: Shai Levy

Schöneberg schien mir so angenehm unaufgeregt damals, zu einer Zeit, in der Magazine wie „Der Spiegel“ oder „Die Zeit“ von Berlin als the place to be berichteten. Schöneberg musste sich als Kiez nicht beweisen durch übertriebene Coolness. Nein, er konnte einfach sein.
Das empfinde ich auch heute noch so, auch wenn sich seither natürlich viel getan hat. Coworking Spaces eröffnen einer nach dem anderen, der Platz um die Apostel Paulus Kirche herum ist ein beliebter Treffpunkt für Nachbar*innen oder Tourist*innen. Es gibt viele nette Cafés und Coffee-Shops und eine große Auswahl an Eisdielen, die es in meiner Anfangszeit als Neu-Berlinerin definitiv nicht gab.

Neues finden, Altes neu entdecken
Ich weiß nicht, ab wann man sich als Berliner*in bezeichnen kann oder darf, wenn man nicht in der Stadt geboren wurde. Aber ich weiß definitiv, dass ich Schönebergerin bin. Und weil ich mich dem Kiez so verbunden fühle, möchte ich ihm auf meine Art huldigen und auch entdecken. Denn das ist tatsächlich so: Trotz der 20 Jahre, die ich hier nun lebe, gibt es noch jede Menge zu entdecken. Orte und Menschen, die diesen Ort ausmachen. Das war der Grund „Schöneberger*innen – der Kiez-Podcast“ ins Leben zu rufen. Wichtig ist mir hierbei, dass es kein Podcast über, sondern MIT Schöneberger*innen ist. Sie erzählen, wie sie in den Kiez kamen, was ihnen an Schöneberg gefällt und wie sie die Menschen in ihrem Bezirk sehen.

Offen wie die Menschen im Kiez
Ebenfalls war mir wichtig, den Podcast „Schöneberger*innen“ zu nennen, mit Gender-Sternchen. Nicht dass ich von Anfang an für ein Gendern der Sprache war, im Gegenteil: Ich habe mich damit anfänglich schwergetan. Gendergerechte Sprache im Textbild war für mich nicht ästhetisch, schwer zu lesen. Doch ich erkannte irgendwann: Sprache ist auch ein Abbild unserer Haltungen, Ideologien, unseres Denkens. Ergo kann Sprache unser Denken, unsere Haltung beeinflussen. Als Journalistin bin ich offen für eine lebendige Sprache, die sich weiterentwickeln muss, so wie sie es schon immer getan hat. Das ist zugegebenermaßen eine Umstellung, die mir jedoch Spaß macht, weil ich bewusster mit meiner Sprache umgehe.
In der Tat ist gendergerechte Sprache ein eher deutsches Phänomen, das möglicherweise ein Trend ist, der dem Zeitgeist entspricht und vielleicht wieder abflaut. Wer weiß das schon? Doch so lange wir in diesem Zeitgeist leben, versuche ich mich in meiner Sprache zu sensibilisieren und offen zu sein – so wie es die Schöneberger*innen in meinem Kiez auch sind.

Mit dieser Offenheit besuche ich also meine Kiez-Nachbar*innen, die mir wundervolle, lustige, interessante Geschichten erzählen, die ich in meinem Podcast „Schöneberger*innen – der Kiez-Podcast“ präsentiere. Ohne politische Intention oder kommerzielle Hintergedanken, sondern ganz einfach aus Liebe zum Kiez.

Sou-Yen Kim

P.S.: Ich bin vielfach darauf hingewiesen worden, dass es einen weiteren Schöneberg-Podcast gibt, von zwei Lokalpolitiker* innen und der vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen entstanden ist. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch diese zu interviewen.
P.P.S. der Redaktion: Demnächst kommt Frau Sou-Yen Kim ins Nachbarschaftsheim, um hier Karen Lawerenz, Prokuristin der Nachbarschaftsheim Schöneberg Pflegerische Dienste gGmbH zu interviewen.

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