Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

25.11.2015

Sauerland begrünt Friedenau

Weihnachtsbaumverkauf Hedwig- / Ecke Dickhardstraße.

Foto: Hartmut Ulrich

Stadtteilzeitung: Herr Koch, seit über 15 Jahren stehen Sie mit Ihrem Partner aus Westfalen und den Friedenauer „Jungs“ Julian und Jakob am gleichen Platz und verkaufen den Friedenauern ihre Weihnachtsbäume aus dem fernen Sauerland. Was treibt Sie immer wieder hierher? Klar, das Geschäft, aber es muss mehr dahinter stecken, dass Sie so ortstreu sind.

Meinolf Koch: Der Hauptgrund ist die Treue unserer Friedenauer Kunden. Wenn man hier einen Weihnachtsbaumstand wie diesen - also relativ klein und im Wohnquartier gelegen - betreiben will, ist es sehr wichtig, über die Jahre hinweg einen möglichst großen Stammkundenkreis zu gewinnen. Im Unterschied zu den großen, anonymen Verkaufsplätzen am Stadtrand und in den Einkaufscentern bedienen wir fast ausschließlich Quartiersbewohner. Der überwiegende Teil meiner Kunden kauft  bereits seit vielen Jahren bei mir. Der dadurch entstehende Vorteil ist, dass ich recht genau abschätzen kann, was im Quartier nachgefragt ist und ich mein Angebotssortiment genau darauf abstellen kann.

SZ: Sind die Friedenauer anspruchsvoller, witziger, unterhaltsamer, finanzkräftiger oder was auch immer als anderswo ?

MK: Von allem ein bisschen. Seit 1999 verkaufe ich in Friedenau Weihnachtsbäume. Vorher habe ich 5 Jahre im Charlottenburger Kiez und davor 5 Jahre im Bayerischen Viertel einen Verkaufsstand gehabt. Das waren auch nette Ecken, aber im direkten Vergleich empfinde ich die Friedenauer als besonders offen und hilfsbereit. Man kommt schnell mit ihnen ins Gespräch. Und über die vielen Jahre hinweg sind viele Kontakte zu den Friedenauern entstanden. Obwohl ich das Jahr über nicht in Friedenau lebe, geben mir die Friedenauer das Gefühl, ein wenig dazu zu gehören, zum Quartier und zu den Friedenauern. Und die Hilfsbereitschaft der Friedenauer beeindruckt mich. Bei Wind und Wetter draußen am Verkaufsstand  zu stehen ist nicht immer einfach. Da unterstützt uns die Nachbarschaft sehr, z.B. die Damen aus der Diamant Parfümerie mit heißem Kaffee und kleinen Leckereien oder Signore Tomaso Illiano vom Punto uno.

SZ: Welche Bäume sind momentan der „Renner“?

MK: Das hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Während früher eher Rot- bzw. Blaufichten nachgefragt wurden, sind es heute zum überwiegenden Teil die Nordmanntannen. Wir haben aber auch nach wie vor noch Blau- und Nobilistannen in unserem Verkaufssortiment. Die Liebhaber dieser Baumarten schätzen unter anderem den angenehmen Duft dieser harzreichen Bäume. Sämtliche Bäume stammen übrigens aus Westfalen.  Spezialisiert haben wir uns darüber hinaus aber auch auf die „Hünen“ unter den Weihnachtsbäumen: Wegen der zahlreichen kieztypischen Altbauten mit entsprechend hohen Decken  verkaufen wir relativ viele große Bäume zwischen 270 und 380 cm.

SZ: Wann geht`s wieder los am Platz?

MK: Die zu schlagenden Bäume in den Baumschonungen, gelegen in der Nähe von Brilon bzw. Meschede im Hochsauerlandkreis, sind markiert. Geschnitten wird in der 49. bzw. 50. Kalenderwoche. Ab Samstag, den 12.12.2015 sind wir dann wieder mit schlagfrischen Bäumen an unserem Platz Hedwigstraße/Ecke Dickhardstraße in Friedenau. Wir freuen uns darauf.

Das Gespräch mit Meinolf Koch
führte Hartmut Ulrich (SZ)

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