Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

31.01.2017

Sanieren statt Fällen – Unsere Kaisereiche

Aus der Arbeit des Straßen- und Grünflächenamtes

Astmorschungen an der Kaisereiche. Foto: Bezirksamt TS

„Der 22, März 1879 war ein Festtag für Friedenau. Zu Ehren ihres heute 82 Jahre alten Kaisers und Königs, dessen Leben in dem verflossenen Jahr durch Gottes gnädigen Schutz zu zweien Malen vor den heimtückischen Angriffen zweier Mörder behütet worden ist, wie es in der unter den Wurzeln niedergelassene Urkunde heißt, pflanzte die Gemeinde unter allgemeiner Teilnahme eine  KAISER – EICHE auf dem mit gärtnerischen Anlagen versehenen Rondell am Treffpunkt der Mosel-, Saar- und Illstraße.“ („Der Haus- und Grundbesitzer Verein“, 1913)

Deshalb wurde im Volksmund  schnell aus dem Rondell der Platz an der „Kaisereiche“, kurz die Kaisereiche. Die kleine Eiche wurde allerdings nach kurzer Zeit von „ruchloser Hand“ angesägt - angeblich von „bösen Buben“, die damit gegen Bismarcks „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ protestieren wollten - und ging ein. Die nachgepflanzte Eiche gedieh auch nicht so recht und wurde entfernt. Erst die 1883 nachgepflanzte Eiche war standhaft, wuchs kräftig und hat böse Buben, politische Wirren, den Großbombenabwurf von 1943 und die kräftigen winterlichen Salzstreuungen nach 1950 zum Schutz des Autoverkehrs bislang überlebt.

Mit Argusaugen wird ihre Gesundheit wie die aller anderen  Bäume in Tempelhof-Schöneberg vom hiesigen Straßen- und Grünflächenamt  trotz Personalknappheit sehr gründlich und fachkompetent überwacht und ihr Zustand permanent im Baumkataster dokumentiert. Schäden an Bäumen werden mit modernsten Geräten und Computerunterstützung diagnostiziert. So haben Mitarbeiter an unserem Friedenauer Baum Nr. 90-9 (früher hatte sie noch die Nr. 1) leider Schäden entdeckt, die nunmehr behoben werden müssen.

Im Sinne von Transparenz  für die Bürger berichtete das Bezirksamt mit der Pressemitteilung 024 über die Situation und geplante Maßnahmen. Wir veröffentlichen diese Pressemitteilung und wünschen den Arbeiten guten Erfolg, keine Panik bei den FriedenauerInnen  und ein langes Weiterleben unserer Kaisereiche:

Hartmut Ulrich


PM 024
Naturdenkmal „Kaisereiche“ auf der Mittelinsel Saarstraße/Rheinstraße

„Bei den Baumkontrollen der Mitarbeiter_innen des Straßen- und Grünflächenamtes waren starke Morschungen an zwei Hauptästen festgestellt worden. Die weiterführende Untersuchung durch einen unabhängigen Gutachter ergab eine weitreichende offene Fäule mit Rissbildung.
Da die Eiche als Naturdenkmal erfasst ist, wurde eine Befreiung vom Verbot der Beschädigung oder Veränderung eines Naturdenkmals beantragt. Diese Befreiung wurde am 10. Januar 2017 erteilt.
Damit können die beiden stark geschädigten Hauptäste entnommen werden. Die Restkrone muss aufgrund des großen Eingriffs angepasst werden. Dabei soll die bestehende Kronenform weitest möglich erhalten bleiben.
Die Arbeiten werden in nächster Zeit ausgeführt um die Verkehrssicherheit herzustellen.“

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