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30.09.2018 / Orte und Plätze

Renée-Sintenis-Platz

Als Friedenau 1877 geplant wurde, sollte der Ort hufeisenförmig mit vier Plätzen angelegt werden.
Fütterung im Winter. Foto: Thomas Protz

Diese Plätze wurden nach den großen Städten Berlin und Hamburg und nach den nahegelegenen Orten Wilmersdorf und Schmargendorf benannt. Der südöstliche Platz an der halbrunden Ringstraße war der Wilmersdorfer Platz. Der runde Platz, der einen Durchmesser von 70 Metern hat, wurde von vornherein als Schmuckplatz angelegt.
Etwa 1908 wurde damit begonnen, an diesem Platz Häuser zu bauen. Dabei sollte zwischen der Handjery- und der Schmargendorfer Straße das Friedenauer Rathaus stehen. Als das dann aber am heutigen Breslauer Platz errichtet wurde, ist das große Eckgrundstück an die Reichspost 1914 verkauft worden, die hier das Kaiserliche Postamt Friedenau gebaut hat, das seit 1918 heute noch als Post genutzt wird.

Der Platz wurde nach dem Krieg 1955 von Karl Tümler neu gestaltet. Heute ist der Platz ein Berliner Gartendenkmal.
Am 1. April 1967 wurde er in Renée-Sintenis-Platz umbenannte, um diese Künstlerin zu ehren. Die Bildhauerin lebte von 1888 bis 1965. Ihre Kunst galt im 3. Reich zeitweise als entartete Kunst. Ab 1955 unterrichtete sie an der Akademie der Künste. 1957 wurde der von ihr geschaffene Berliner Bär an der Autobahn in Dreilinden aufgestellt. Heute hat sie ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Dahlem.
Noch im Jahr 1967 wurde das „grasende Fohlen“, das sie bereits 1929 geschaffen hatte, in der Mitte des Platzes aufgestellt. Noch heute ist dieses Fohlen ein Anziehungspunkt und wird, da es so lebensecht wirkt, von den Kindern sogar gelegentlich gefüttert.

Christine Bitterwolf

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