Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

5.11.2013

Philipp Vogt – Farbe und Form in Friedenau

Läuft man die kleine Moselstraße entlang, vermutet man nicht, hier ein Malatelier zu finden. Dennoch befindet sich im Souterrain der Nummer 9 das Atelier von Philipp Vogt.

Philipp Vogt, geboren 1970 in Berlin, ist ein junger Maler der Moderne. Er wohnte 17 Jahre in Steglitz und pendelt jetzt - nach einem Ausflug ins Berliner Galerienviertel - zwischen Friedenau und Mallorca.

Seine Orientierung zur Malerei fand er erst nach einem Informatik- und Philosophiestudium an der TU sowie einer anschließenden Tischlerlehre. Der Auslöser war der frühe Tod seines Vaters (Künstlername: Dieter Tyspe), der selbst angesehener Kunstdozent an der UdK (HdK) war. Als kleines Kind bewegte Philipp sich zwischen dem Antiquitätenladen der Mutter und dem Malatelier des Vaters – so dass er selbst konstatiert, er „habe keine andere Chance gehabt, als Künstler zu werden“. 1998 nahm er ein Studium der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt Universität auf. Nach einer 2jährigen Odyssee durch die Kunstmetropolen und -museen der Welt begann 2002 seine freiberufliche Tätigkeit als Maler und Bildhauer.

Nach seiner Maxime „Die Kunst hat postretinal zu sein“ befindet sich sein Stil zwischen der abstrakten und der konkreten Kunst. Nicht umsonst ist der von ihm am meisten verehrte Maler Hans Hartung. Aber auch Appel (COBRA), Beuys und Brancusi beeinflussen seine eigenen Arbeiten. Als Materialien und Techniken verwendet er Holz, Beton, Keramik und Siebdruck, neben der hauptsächlichen Malerei. Während früher seine Werke von lauter Rockmusik begleitet entstanden, wird heute „mit innerer Stille“ gearbeitet. Zur Anregung für seine Arbeiten liest er gerne Interview-Bücher über die Herstellungsprozesse anderer Künstler.
Philipp Vogt selbst ist auch in der Berliner Künstlergruppe „trasbordo“ engagiert. Hier agieren sieben zum Teil schon hochdekorierte Künstler mit Performance Darstellungen, Bildhauerei und Malerei in einer Art „Notgemeinschaft“. Notgemeinschaft deshalb, weil nach Philipp Vogt die Zeiten vorbei sind, in denen Amerikaner mit Geldbündeln im Tacheles größtenteils unbekannte Künstler aufkauften, was er selbst erlebt hat. Berlin ist seiner Meinung nach ein hart umkämpfter Markt in der Kunstszene. Er schätzt, dass bundesweit vielleicht 50 Künstler von ihrer Kunst leben können.
Die Kunstwerke Vogts bewegen sich noch im erschwinglichen Preisrahmen. 20 x 30 Formate sind ab 100 Euro zu haben, ein beeindruckendes Triptychon mit hohen Materialkosten kostet hingegen schon ca. 5.000 Euro.

Philipp Vogt hat schon an mehreren nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen.
Zu erwähnen sind hier nur als die aktuellsten der Kunstverein Schloß Wrodow / Deutschland und die Arte D.O.C. in Perugia / Italien.

Zur Südwestpassage engagierte er sich diesmal gemeinsam mit der Gastkünstlerin Mariana Kunica (Schauspielerin / Bühnenbild). Die beiden haben schon häufiger zusammen an Collaboration gearbeitet. Neben der Vielzahl interessanter Künstler empfiehlt Philipp Vogt während der Südwestpassage den Besuch des Tiele-Winckler-Hauses, einem Ort der „unverdorbenen“ Malerei.

Malen
Die Macht des Wortes beenden,
um die Versöhnung mit der Realität zu beginnen:
Das Entstandene bedarf keiner Rechtfertigung, denn es existiert.
Das Urteil folgt später.
(Philipp Vogt)

Thomas Geisler

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