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26.11.2013

Pfarrer Wolfgang Blech geht in den Ruhestand

Es wäre dem Wirken von Pfarrer Blech nicht gerecht, wenn nur nüchtern einige Daten aus seiner siebenjährigen Amstzeit als Pfarrer der Phillipus-Nathanael-Gemeinde, Standort Stierstraße aufgezählt werden würde.

Pfarrer Wolfgang Blech spricht bei einer Stolpersteinverlegung vor der Kirche in der Stierstraße. Foto: Thomas Protz

Er kam, als eine nicht von allen Gemeindemitgliedern mitgetragenen Fusion mit der Muttergemeinde am Grazer Platz anstand. Kein idealer Start für ihn. Dazu traf er auf eine sehr selbstbewusste Gemeinde. Die zeigte sich zum Beispiel, als Pfarrer Blech den jüdisch-christlichen Begegnunsgottesdienst absagen wollte. Gerade diese Begegnung lag vielen in der Gemeinde sehr am Herzen. 2013 nun wurde zum 12. Mal dieser Gottesdienst am Israelsonntag gefeiert. Wie so oft war Rabbiner Prof. Andreas Nachama und der Musiker Gründel von der Hofe von der jüdischen Gemeinde mitbeteiligt an der Gestaltung des Gottesdienstes. Mit Herzblut wurden diese Begegnungen von Pfarrer Wolfgang Blech und seiner Frau Marlis Blech gestaltet. Beide verbindet inzwischen eine sehr persönliche Freundschaft mit Herrn Nachama.

Besonders geschätzt haben viele Gemeindemitglieder und Gäste die Predigtreihen von Pfarrer Blech. Der Schaukasten der Gemeinde war - vor allem mit den wechselnden Titelblättern des Gemeindeblattes - etwas besonderes. Die Fotografien, von ihm selbst fotografiert, eine Augenweide. Die Osterfrühgottesdienste um 6 Uhr waren eine Herzensangelegenheit für das Ehepaar Blech und für die Gemeinde. Im Anschluß gab es ein gemeinsames Osterfrühstück. Ein Hausbibelkreis bereicherte das Gemeindeleben. Ebenso der Donnerstagkreis für vornehmlich Senioren, auch hier unterstützte Frau Blech ihren Mann.

2010 traf dann die Gemeinde und den Pfarrer die Nachricht, daß die Kirche wird gesperrt werden müsse, da das Dach schwer beschädigt war, wie ein Donnerhall. Es war Pfingsten, ein hoher Feiertag, und der Schock für die Gemeinde tief! In vielen GKR-Sitzungen wurde der ABRISS oder die RENOVIERUNG diskutiert. Es wurden für beide Szenarien die Kosten ermittelt. 450.000 Euro waren geschätzt worden, um das Dach zu erneuern, doch weiß ein jeder, dass Überraschungen nicht ausbleiben und sich oftmals die Kosten erhöhen. Viele Gespräche musste nun Pfarrer Blech führen, dabei die Gemeinde immer wieder über den Stand der Dinge informieren und dies neben der täglich anfallenden Arbeitsbelastung.

Die Gemeinde beschloss, das Risiko einzugehen und entschied sich für die Reparatur. Wie immer in Notzeiten rückte die Gemeinde zusammen. Es wurden Ideen gesammelt, wie man eine solch große Summe aufbringen könne. Ein Förderkreis koordinierte nun alle angedachten und geplanten Veranstaltungen. Das Startsignal für die Aktivitäten gab ein sehr gut besuchter Erntedankgottesdienst im Freien. Es gelang Dank der Musikerin Verona Faerber und des bekannten Sängers der Staatsoper Berlin Hanno Brachmann, viele Musiker zu gewinnen. So konnten 20 hevorragende Benefiz-Konzerte stattfinden. Auch hier war der Pfarrer immer dabei. Natürlich waren die Senioren große Spender, sie halfen zusätzlich mit Kuchen-spenden und mehr, sodass der Spendenstock immer voller wurde.

Gut, dass in der Zwischenzeit der Gemeindesaal ebenso genutzt werden konnte wie der Seminarraum im Kirchenschiff. Tatsächlich konnte die Gemeinde am 24. Juni 2013 das 50jährige Kirchweihfest wieder in der Kirche feiern. Dem Pfarrer war die Anspannung noch anzumerken, doch der Gottes-dienst wurde mit Freude und Stolz gefeiert.

Zum Dank schenkte die Gemeinde Pfarrer Blech und seiner Frau einen Kuraufenthalt. Beide waren weit über ihre Grenzen belastet worden. Nun wird Pfarrer Blech im November 2013 - etwas vorzeitig - in Pension gehen. Viele Gemeindemitglieder werden ihn und seine Frau vermissen.

Gesundheit und Glück - verbunden mit Gottes Segen wünscht
Ernst Karbe / Bilderbär

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