Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

10.06.2013

Pfarrer Lübke und die Nathanael-Gemeinde

Heute die evangelische Philippus-Nathanael-Gemeinde in Friedenau, die ungefähr 5.000 Gemeindemitglieder hat. Ich möchte Ihnen den Pfarrer dieser Gemeinde vorstellen. Pfarrer Thomas Lübke, der seit dem Jahr 2000 dieser Gemeinde als Pfarrer vorsteht. Er ist verheiratet und hat 4 Kinder.

Foto: Axel de Roche

Was tut ein solcher Pfarrer außerhalb des Gottesdienstes? Was sind seine Schwerpunkte? Wenn man diesen sympathischen Mann so erzählen hört, was er alles tut, was er alles gemacht hat, was er alles noch vor hat, denkt man beim Zuhören, der Tag müsste für diesen Pfarrer 26 Stunden haben. Ob er überhaupt mal schläft, ist natürlich eine Scherzfrage.

Alle seine Aktivitäten, die ich hier nur streifen kann, trägt er mit großer Freude und großem Enthusiasmus vor, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängeln. In diesem wirklich sehr freundlichen, angenehmen Gespräch erzählt er voller Stolz davon, dass Freiwillige die Gartenarbeit rund um die Kirche übernommen haben, weil das Gartenbauamt es nicht mehr so finanzieren konnte, dass der Platz vor der Kirche auch schön aussah.

Er muss sich natürlich auch mit den Finanzen der Gemeinde beschäftigen, er ist also auch als Geschäftsführer tätig. Selbst das scheint ihm Spaß zu machen. Pfarrer Lübke kümmert sich um Suchtkranke, denen er einen Glaubensunterricht anbietet, der auch gern angenommen wird. Einmal im Monat organisiert er eine Busfahrt nach Brandenburg mit unterschiedlichen Zielen. Es gibt am Zielpunkt Führungen, Essen und Trinken. Das sind 15 Fahrten im Jahr für meist ältere Gemeindemitglieder, aber Jüngere sind auch gern gesehen.

Dass er Krankenhausbesuche und Beerdigungen praktiziert, kann man sich bei einem Pfarrer vorstellen. Dass er die „Nuller-Geburtstage“ der Gemeinde regelmäßig besucht, ist für ihn selbstverständlich. Er kümmert sich um eine Gemeindezeitung, die alle drei Monate erscheint, er organisiert Ausstellungen mit, er macht Konfirmationunterricht und ist für jeden immer zu sprechen, ohne feste Sprechstunden zu haben. Kurzer Anruf genügt. Er macht einmal im Monat für ältere Mitbürger ein Senioren-Programm, wo die Menschen sich treffen können, unterhalten werden oder sich unterhalten können. Bei Kaffee und Kuchen treffen sich jeden Monat ca. 40-50 Menschen.

Pfarrer Lübke ist weder Held noch Übermensch. Er liebt einfach seine Tätigkeit und ist gern für Andere da. Natürlich kann man das Programm nicht allein schaffen. Er hat viele ehrenamtliche Helfer und 4 feste Mitarbeiter. Allein in dem Diakonieladen in der Rubensstraße helfen ihm 35 Menschen. Dieser Laden versorgt ärmere Menschen mit fast allem. Möbel, Geschirr, Bücher, Haushaltgegenstände, Kleidung, Schuhe und Kinderspielzeug.

Drei Mal die Woche gibt es für rund 75 Haushalte Lebensmittel für Bedürftige. Hand aufs Herz, mir war nicht klar, dass es auch in Friedenau schon soviel Bedürftige gibt. Ich dachte an andere Bezirke Berlins, wenn ich über Armut spreche. Pfarrer Lübke belehrte mich, dass es jedes Jahr mehr werden. Auch in Friedenau.

Natürlich kann man auch im Diakonieladen spenden. Fahren Sie doch mal hin, wenn Sie nicht wissen, wohin mit verschiedenen Sachen. Die Helfer in der Rubensstraße / Grazer Platz freuen sich, Ihre Spenden weitergeben zu können.

Ich hatte das Gefühl, dass eine ganz große Freude vom Pfarrer Lübke in einem Projekt steckt, das er natürlich nicht allein stemmen kann, aber er auch ein großer Mitorganisator und Akquisiteur ist. Mit Spenden aus der Pharmaindustrie und Apotheken werden mit Hilfe von Air Berlin Medikamente nach Afrika geflogen. Den Verein MDH, medizinische Direkt Hilfe, gibt es seit 13 Jahren und auch hier ist Herr Pfarrer Lübke im Vorstand.

Hier geht es in erster Linie um die Menschen in Kenia, die keine Chance haben an Medikamente und ärztliche Betreuung zu kommen. Der Verein versucht mit den Lieferungen, Menschen vor Ort zu helfen.

Dass Herr Pfarrer Lübke sich außer den genannten Terminen natürlich auf die Gottesdienste vorbereiten muss, brauche ich nicht zu erwähnen. Ach ja, eine Familie hat er ja auch noch. Chapeau. Wie heißt es so schön, der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reichen sollte, nehmen wir die Nacht dazu.

Axel de Roche

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden