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1.05.2017

Ohne Ehrenamtliche geht nichts

Vom 24. bis 28. Mai findet der deutsche evangelische Kirchentag statt, in diesem Jahr in Berlin.

Ehrenamtliche versorgen die Gäste des Kirchentags. Foto: VzFdDEK

Alle 2 Jahre gibt es einen evangelischen Kirchentag, und jedes Mal wird er in einer anderen Stadt durchgeführt. Organisiert wird der Kirchentag nicht etwa von der evangelischen Kirche, sondern von dem „Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Kirchentages e.V.“ Diesen Verein gibt es seit fast 70 Jahren, er ist völlig unabhängig von der Kirche und beschäftigt sich sowohl mit christlichen als auch mit politischen und gesellschaftlichen Themen.

Allerdings treten die Landeskirchen bei den Kirchentagen als Gastgeber auf und unterstützen die jeweilige Geschäftsstelle, die vor Ort für die Organisation extra eingerichtet wird. Für den Kirchentag in Berlin ist die Geschäftsstelle in der Potsdamer Straße in Schöneberg eingerichtet worden.

Mehrere Projektgruppen erarbeiten dann die Programmpunkte zu dem jeweiligen Motto, diesmal: „Du siehst mich“. Ein Motto, das unter verschiedenen Aspekten sehr vielfältig diskutiert werden kann. Nicht nur Gott sieht den Menschen, sondern auch der einzelne Mensch sollte den Blick für den anderen haben, den Blick auf Menschen, die Hilfe brauchen wie zum Beispiel Obdachlose oder Flüchtlinge. Ein Thema, das im Grunde alles umfassen kann, von der Gentrifizierung bis zur Klimakrise. Es wird ungefähr 2.500 Veranstaltungen dazu geben.

Die großen Ereignisse dieses Kirchentags finden hauptsächlich in der Messe Berlin und im Stadtteil Mitte statt. Aber auch die einzelnen Kirchengemeinden tragen ihren Teil dazu bei. Die Friedenauer Gemeinde „Zum Guten Hirten“ veranstaltet zum Beispiel ein Feierabendmahl mit dem Friedenauer Posaunenchor und mit befreundeten Bläsergästen, und die „evangelische Gemeinde Alt-Schöneberg“ feiert ein Feierabendmahl in ökumenischer Weise gemeinsam mit der „altkatholischen Kirche“. Die Arbeitsstelle Friedhofspädagogik bietet eine Führung über den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg an.

Der Kirchentag wird hauptsächlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen, etwa 30.000 Ehrenamtliche sollen diesmal dabei beschäftigt werden. Sie sind an der Durchführung und Organisation der Veranstaltungen beteiligt und kümmern sich um die Betreuung und Unterbringung der Gäste in der Stadt.

Man erwartet etwa 140.000 Gäste verschiedener Nationalitäten und Altersstufen, die auch beherbergt werden müssen. Dafür wurden nicht nur Privat-Quartiere in ganz Berlin gesucht, auch in den Schulen werden Jugendliche und Reisegruppen untergebracht. In Schöneberg stellt beispielsweise die Friedenauer Gemeinschaftsschule ihre Klassenräume zur Verfügung.

Da in diesem Jahr auch gleichzeitig noch 500 Jahre Reformation gefeiert wird, findet der große abschließende Festgottesdienst des Kirchentages in Wittenberg statt, zu dem möglichst viele Kirchentagsteilnehmer anreisen sollten.

Damit wird der Bahnhof Südkreuz in Schöneberg zu einem zentralen Punkt für alle diejenigen, die mit der Bahn nach Wittenberg reisen wollen. Einige Kirchentagsteilnehmer fahren schon am Samstag nach Wittenberg, viele brechen aber erst am Sonntag auf. Die Bahn setzt deshalb an diesem Sonntag ab 5.00 Uhr morgens Shuttle-Züge ein, die im 10-Minuten Takt von Berlin nach Wittenberg fahren. An dem Tag gilt ein Sonderfahrplan, und der Regelverkehr auf dieser Linie findet nicht statt.

Da der Bahnhof Südkreuz keine Bahnhofsmission hat, die üblicherweise den Fahrgästen gerne hilft, wird hier vorrangig die Stadtmission dafür sorgen, dass alle Reisenden ihren richtigen Zug finden und auch vorher schon ihr Gepäck abgeben können, um an den Events in Berlin noch teilnehmen zu können. Da ist an diesem Wochenende ein großer Einsatz von vielen ehrenamtlichen Helfern zu organisieren.

Schöneberg ist also das A und O für diesen Kirchentag. Er beginnt mit der Planung in der Geschäftsstelle an der Potsdamer Straße und endet mit der Bahnfahrt zum Abschlussgottesdienst am Bahnhof Südkreuz.

Christine Bitterwolf

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