Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

22.12.2018

„NUR-MUT!“

Mehr Demokratie in Zeiten, in denen sich beängstigend viele BürgerInnen von der Demokratie zu verabschieden scheinen - sie fühlen sich von der Politik nicht mehr wahrgenommen.

Foto: NUR-MUT

Mehr Demokratie in Zeiten, in denen es immer mehr Gegeneinander und immer weniger Miteinander gibt. Mehr Demokratie durch verantwortungsvolle Bürgerinformation und engagierte Bürgerbeteiligung. Das hat sich die neu gegründete Gruppe „NUR-MUT!“ zum Ziel gesetzt: „Wir sind fünf Friedenauerinnen, die sich gesellschaftspolitisch engagieren und die parteipolitisch ungebunden sind.“ Ihr Ziel möchte die Gruppe durch ein bereits bewährtes Beteiligungsmodell, den „BürgerInnenrat“, erreichen - zunächst in Friedenau, „weil wir hier zu Hause sind.“

BürgerInnenräte wurden bereits in anderen Kommunen bei einigen politischen Entscheidungen sehr erfolgreich eingesetzt. Eine Gruppe von 12-16 Bürgerinnen und Bürgern werden - ähnlich wie Schöffen – nach dem Zufallsprinzip aus dem Melderegister ausgelost. Gemeinsam mit zwei speziell geschulten ModeratorInnen erarbeiten sie an einem Wochenende zu dem jeweiligen Thema einen Lösungsvorschlag. Dieser wird einige Zeit später in einem sogenannten „Bürgercafé“ einer möglichst breiten Öffentlichkeit vorgestellt und gemeinsam mit Vertretern von Politik und Verwaltung diskutiert. Die politisch Verantwortlichen verpflichten sich, die Vorschläge in den politischen Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Das Modell „BürgerInnenräte“ hat erstens den Vorteil, auch BürgerInnen zu aktivieren, die sich bisher noch nicht politisch interessiert oder betätigt haben.

Zweitens bekommen sie einen tieferen Einblick sowohl in das entsprechende Thema als auch in den schwierigen Prozess politischer Entscheidungen. Drittens werden Vorschläge und Lösungen gemeinsam mit Politik und Verwaltung erarbeitet. Nicht konfrontativ, sondern kooperativ. Es geht nicht um das Durchsetzen von einzelnen Interessen, sondern um einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Bürgern, Politikern und der Verwaltung. Viertens zeigen die Erfahrungen, dass dieses Modell zu einer großen Zufriedenheit aller Beteiligten führt. BürgerInnen erfahren, dass ihre Ideen wertgeschätzt werden und unmittelbar in den Prozess politischer Entscheidung mit einfließen.

Die Gruppe „NUR-MUT!“ hält Frie-denau für sehr geeignet, das Modell „BürgerInnenräte zu installieren: „Friedenau ist ein Bezirk in Veränderung, in dem in näherer Zukunft viele Entscheidungen anstehen, die uns Bürger direkt betreffen.“ Themen gibt es also viele: „Wie kann die Friedenauer Stadtstruktur erhalten bleiben?“, „Wie können wir Friedenauer das multikulturelle Zusammenleben für alle zufriedenstellend gestalten?“, „Wie kann die Verkehrssituation zum Nutzen aller verbessert werden?“.

„NUR-MUT!“ hat das Modell „BürgerInnenräte“ bereits Teilen der Öffentlichkeit vorgestellt. Es wurde bisher von allen Seiten mit großem Interesse aufgenommen. Die Gruppe erhält Unterstützung vom Nachbarschaftsheim, Kirchengemeinden und vielen Interessierten hier im Bezirk.

Am 7. November fand auf Initiative von „NUR-MUT!“ im Nachbarschaftsheim eine erste Projektsitzung zum Thema „BürgerInnenräte Friedenau“ u.a. mit der Bezirksbürgermeisterin Frau Schöttler und dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, Herrn Rauchfuß, statt. Nach einer angeregten Diskussion kommentierte Frau Schöttler das Projekt mit den Worten, sie werde es: „... mit Spannung betrachten, neugierig beäugen und weiter gemeinsam daran arbeiten.“ Die nächste Projektsitzung ist für Mitte Januar geplant.

Möchten Sie mehr über das Projekt „Bürgerinnenräte Friedenau“ erfahren?
Am 23. Januar 2019 findet um 18.30 im Nachbarschaftsheim, Holsteinische Straße 30, eine Informationsveranstaltung statt. Hierzu lädt Sie die Gruppe „NUR-MUT!“ (Uta Claus, Lilo Cyrus, Claudia Häuser-Mogge, Katharina Hübl, Barbara Staib) herzlich ein.

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