Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

25.02.2014

Norwegen zu Gast in Friedenau

Künstlerisch-landeskundliche Ausstellung zeigt Sehens- und Wissenswertes über das Land Norwegen und seine Bewohner

Regina Pác

„Norge, jeg elsker deg!“ –  Norwegen, ich liebe dich! ist die Motivation hinter der sowohl sehenswerten als auch informativen Bilderausstellung, die vom 7. März bis zum 11. April 2014 im Nachbarschaftsheim Schöneberg gezeigt wird.

Auf zwei Etagen des Hauses widmet sich die reisebegeisterte Diplom-Geographin Regina Pác künstlerisch dem Land des Nordens, das für seine majestätischen Fjorde, für malerische Fischerorte und nicht zuletzt für „die schönste Seereise der Welt“ bekannt ist.

Unter dem Motto „Nordic Faces and Surfaces – Portraits of people, places, seas and skies along coastal Norway“ entwarf Regina Pác ein mehrjähriges, künstlerisch-landeskundliches Projekt, das unterhaltsam und informativ Einblicke in die Natur, Kultur und das norwegische Leben gibt. Unterstützt wurde sie dabei durch ein Förderstipendium der Norwegisch-Deutschen Willy-Bandt-Stiftung.

„Ich habe Norwegen bereist und war total begeistert von der fantastischen Landschaft und der Freundlichkeit der Norweger“, so die 50jährige Friedenauerin. Erste Reiseeindrücke, Fotos und Skizzen verarbeitete sie bereits zu Gemälden in Öl und Acryl, zu Zeichnungen und kleinen, humorigen Objektarrangements, die nun erstmals gezeigt werden.

Die gebürtige Lüneburgerin blickt sowohl auf eine wissenschaftliche als auch graphische Ausbildung in Deutschland und Kanada zurück sowie auf ein künstlerisches Selbststudium. Expeditionen und Reisen führten sie bisher in die kanadische sowie russische Arktis, mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ ins mittlerweile nicht mehr so ewige Eis, nach Alaska, Island und zuletzt nach Norwegen.

Ihre Ausstellung ist eine Bilderschau, die zum Verweilen einlädt, zum Verinnerlichen von weiten Horizonten, Stadtlandschaften und nordischen Stimmungen und – ja – zum Informieren. Denn das ist das Besondere am vorgestellten Werk-Ensemble, dass – anders als bei herkömmlichen Kunstausstellungen – fundierte landeskundliche Hintergrundinformationen vertieftes Wissen über Norwegen vermitteln.

Motivation und Hintergrund
Die Idee, Informationen über Norwegen in Form einer landeskundlichen Kunstausstellung zu präsentieren, beruht zum einen darauf, dass Bilder sich gut zum Überleiten zu Hintergrundwissen eignen, zum anderen, dass Bilder viel interessanter sind, wenn sie in einem Beziehungsrahmen stehen.

„Im allgemeinen beschränken sich Kunstausstellungen ja auf das bloße Zeigen von Werken. Diese werden vom Besucher konsumiert und, wo erlaubt, gedankenverloren digitalisiert, ohne zu verweilen. Eine innere Beziehung und somit ein bleibender Eindruck entsteht dabei eher nicht. Im Gegensatz dazu bieten auf Reisen bemerkenswerte Naturschauplätze illustrierte Informationstafeln, die fundiert und interessant Auskunft darüber geben, worauf der Blick gerade fällt. Hier ist die Möglichkeit gegeben zum Informieren und mit dem neuen Wissen erneut zu schauen – und nun erst zu verstehen. Eine wunderbare Sache!“ begeistert sich Regina Pác.

Der amerikanische Philosoph und Kunstkritiker Arthur Danto drückte es so aus: „Der Betrachter benötigt einen Rahmen der Information, der das notwendige Wissen zum Verständnis eines Werks liefert. Erst das kontemplative Verweilen ermöglicht, richtig zu sehen“. Und auch Goethe schrieb von seiner berühmten Italienreise: „Was man weiß, sieht man erst“.

Die Ausstellung
Wenn man Norwegen malt, dann sind die Motive „Küste“, „Fjorde“, „Schifffahrt“ und „Fischerei“ nicht wegzudenken. Kein Wunder, wo sich doch auf einer Küstenlänge von fast 3000 km eine nahezu 22.000 km lange Küstenlinie schlängelt, die lange, große Fjorde und viele, tief ins Land reichende Buchten umfasst. Hinzu kommen bis zu 150.000 vorgelagerte Inseln, die ebenfalls darauf warten, gemalt zu werden.

Aber die Ausstellung zeigt neben majestätisch aufragenden Fjordwänden, endlosen Horizonten und endlosem Meer auch anderes, typisch Norwegisches.

„Meine Reisen begleitet immer ein intensives Interesse an den Menschen des Landes, ihre Bräuche und landestypischen Gewohnheiten – besonders, wenn sie von den deutschen Gewohnheiten abweichen. Deshalb sind Begegnungen mit Einheimischen auf einer Reise für mich kostbare Geschenke, weil sie Einblicke in ein persönliches Leben gewähren, das von einer anderen als der deutschen Kultur geprägt ist“.

Der Gedanke, dass Menschen in Beziehung zu ihrer Umgebung zu sehen sind, findet sich auch in den Bildern der Ausstellung wieder. Ein Portrait ist nie traditionell „einfach nur so vor dunklem Hintergrund“ gezeigt, sondern immer begleitet mit Aspekten aus dem Leben des Portraitierten.

„Ich betrachte meine Werke weniger als Kunst als viel mehr als Ausdruck von Erlebtem. Sie sind wie ein liebevoll gestaltetes Fotoalbum, das einen immer wieder in die Zeit der Reise zurückversetzt. Dadurch werden die Bilder für mich zu persönlichen Erinnerungsstücken. Ich hoffe, dass ich auf diesem Wege meine Begeisterung mit anderen Norwegenfans teilen kann.

Wer den Besuch der Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Nachbarschaftsheimes gern mit Kaffee und einem Stück Kuchen verbindet, hat hierzu im angeschlossenen Kultur-Café wochentags von 10:00 bis 17:00 Uhr Gelegenheit.

Ausstellungsort
Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.
Holsteinische Straße 30
12161 Berlin
www.nbhs.de

Öffnungszeiten
Mo – Fr 10.00- 18.00 Uhr (Kultur-Café bis 17:00 Uhr)

S1 Feuerbachstraße
U9 Walter-Schreiber-Platz

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden