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1.07.2021

Nicolaische Buchhandlung

Christine Bitterwolf. 9 Berliner Buchhandlungen werden am 7. Juli 2021 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Eine davon ist die Nicolaische Buchhandlung in Friedenau in der Rheinstraße am Breslauer Platz.

Foto: Elfie Hartmann

Den Deutschen Buchhandlungspreis gibt es seit 2015. Im Gegensatz zu den großen Buchhandelsketten sollen hier unabhängige, inhabergeführte Buchhandlungen ausgezeichnet werden. Für diesen Preis können sich Buchhandlungen bewerben, die ein besonderes Veranstaltungsprogramm anbieten, die ein breites literarisches Sortiment vorhalten und sich bei der Lese- oder Literaturförderung engagieren. In diesem Jahr wurden aus ganz Deutschland 118 Buchhandlugen ausgewählt, die einen Preis bekommen sollen.

Der Buchhandlungspreis wird getragen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kurt Wolff Stiftung und dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Die Preise sind mit einer Prämie zwischen 7.000 und 25.000 Euro verbunden. Die feierliche Preisverleihung mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters findet am 7. Juli in Erfurt statt.
In welcher Kategorie die Preise an die einzelnen Geschäfte verliehen werden, ist noch nicht bekannt. Das wird erst bei der Preisübergabe verkündet. Es bleibt also für die Buchhändler bis zum Schluss spannend.

Frau Tittel, die Inhaberin der Nicolaischen Buchhandlung, freut sich nun erstmal über die Nachricht, überhaupt eine Auszeichnung zu bekommen. Sie weiß auch noch nicht, ob sie zur Preisverleihung nach Erfurt fahren wird. Wegen der Corona-Vorschriften dürfen in diesem Jahr nur 17 Buchhändler persönlich teilnehmen. Die anderen werden digital dazu geschaltet.

Die Nicolaische Buchhandlung hatte 2016 schon einmal einen Buchhandlungspreis als hervorragende Buchhandlung bekommen.

Frau Tittel bietet in ihrem Geschäft ein breites Sortiment an Büchern und Medien an. Sie hat für jede Altersgruppe etwas Interessantes und zu den verschiedensten Themen, wie z. B. Belletristik, Politik, Gesundheit oder Kochen, eine reiche Auswahl. Natürlich gibt es auch Biografien und viele Kinderbücher. Sie beschäftigt zwei feste Mitarbeiterinnen und sechs Helfer mit Mini-Job-Verträgen, die ebenfalls fachlichen Hintergrund haben, es sind Studenten, Schriftsteller und Lektoren dabei. Insgesamt werden in ihrem Geschäft monatlich etwa 6.000 bis 8.000 Bücher verkauft.

In der Pandemiezeit hatte sich die Kundenfrequenz merklich erhöht, weil die Leute mehr Zeit zum Lesen hatten. Viele Fragen und Bestellungen kamen telefonisch. Und wenn jemand nicht persönlich kommen wollte, um seine Außenkontakte so gering wie möglich zu halten, dann hat Frau Tittel die Bücher auch selbst an ihre Kunden ausgeliefert. Das Veranstaltungsangebot war wegen Corona in den letzten Monaten stark eingeschränkt, deshalb konnten lange Zeit nur Online-Veranstaltungen angeboten worden. Es gab allerdings auch eine Schaufenster-Lesung, bei der die Lesung im Fenster gehalten wurde und die Zuschauer davor standen. Seitdem die Inzidenzzahlen jedoch sinken und Lockerungen möglich sind, will die Nicolaische Buchhandlung für ihre Kunden auch wieder Veranstaltungen anbieten, zu denen man persönlich kommen und live teilnehmen kann. Begonnen wurde damit Ende Juni, als an zwei Wochenenden verschiedene Autoren aus ihren Kinder- und Jugendbüchern vorgelesen haben, im Freien auf einem Hof am Renée-Sintenis-Platz.

Tatsächlich hat eine Buchhandlung mit so viel Einsatz und Engagement für die Welt der Bücher einen Preis verdient.

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