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01.11.2016 / Gewerbe im Kiez

New York trifft Berlin in Friedenau

Der Zig Zag Jazz Club in der Hauptstraße startet im November das Zig Zag Festival und gewinnt den Bundesmusikpreis für herausragende Livemusikprogramme „APPLAUS 2016“.
Foto: ZZJC

Seit gut zehn Jahren wird die Jazz-Szene von Berlin beharrlich der von New York gleichgesetzt. Dieser Vergleich findet nicht immer auf Augenhöhe statt, denn die Voraussetzungen beider Jazz-Metropolen könnten unterschiedlicher nicht sein. Letztlich geht es dabei wie so oft im Jazz um Mythenbildung. Doch wie ist es um die Wirklichkeit bestellt? Wo genau steht der Berliner Jazz? Aufschluss gibt nur ein Treffen, das tatsächlich auf Augenhöhe stattfindet. Der Schöneberger Club Zig Zag geht jetzt in die Offensive. Das Zig Zag Festival vom 16.-20. November könnte unter dem Motto Comparison without Competition stehen. In intimer Atmosphäre jenseits der großen Bühnen wird ein unmittelbarer Vergleich zwischen New York und Berlin ohne Wettbewerb und zugleich eine Bestandsaufnahme möglich gemacht. Die freie Berliner Jazz-Szene präsentiert sich im Kontext des internationalen, speziell New Yorker Jazzgeschehens. Bekannte und avantgardistische Acts aus dem Mutterland des Jazz treten jeweils meist in Doppelkonzerten mit Exponenten der Berliner Improv-Szene auf. Dave Hollands Band Aziza, Gilad Hekselman oder Dave Douglas auf New Yorker Seite treffen auf Achim Kaufmann, das John Schröder Quartett, Gebhard Ullmann und das Hader Noiberg Quartet aus Berlin. Als musikalischer Kosmopolit, der jeweils einen Fuß in beiden Szenen hat, tritt zu guterletzt der stilistische Multitasker Elliott Sharp an. Große Namen auf kleiner Bühne verschaffen nicht nur den beteiligten Musikern, sondern auch dem Publikum Augenhöhe bei diesem Treffen der Metropolen, bei dem es letztlich nur um eines geht: verdammt viel gute Musik.

By the way: Der Friedenauer Zig Zag-Club ist Preisträger in der Kategorie 1 (Spielstätten, die im Jahr 2015 ein kulturell herausragendes Programm mit regelmäßig mehreren Livemusikveranstaltungen pro Woche angeboten haben) beim Bundesmusikpreis für herausragende Livemusikprogramme „APPLAUS 2016“, der am 24. Oktober von der Staatsministerin Prof. Monika Grütters (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) in Köln überreicht wurde. Wir gratulieren!

900.000 Euro Fördergelder aus dem Bundeshaushalt teilen sich 64 Preisträger aus 13 Bundesländern. Damit ist APPLAUS 2016 der höchstdotierte deutsche Bundesmusikpreis.

NAH AM ROTEN BEREICH

Wer jetzt glaubt, die Preisträger können mit dem Geld jetzt 'ne große Party geben, täuscht sich. Clubbetreiber und Clubbetreiberinnen gehen für ihre ambitionierten und kulturell wertvollen Programme oftmals wirtschaftliche Risiken ein. Die Studie „Musikwirtschaft in Deutschland“ macht es deutlich: kleinere und mittlere Musikclubs bewegen sich wirtschaftlich nah am roten Bereich. Im Jahr 2014 standen 223 Millionen Euro Erlöse rund 211 Millionen Euro Kosten gegenüber.Dies ergibt einen Kostendeckungsgrad von gerade einmal 106 Prozent. Bei genauerem Blick zeigt sich gar, dass die Clubs ohne staatliche Subventionen nur 99 Prozent ihrer Kosten decken könnten. Einen Musikclub gründen? „So etwas tut man als Kaufmann nicht“, formuliert es Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der LiveMusik-Kommission e.V., durchaus polemisch.

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