Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

17.12.2023 / Gewerbe im Kiez

Neues vom S-Café – Nachfolge gesucht

Wer kennt es nicht: Das S-Café am Bahnhof Friedenau, ein Ensemble mit eigenem Eventort, der Alten Bahnhofshalle, und dem ehemaligen Blumenladen, der heute ein italienisches Restaurant ist.
Archivfoto. Die Telefonzellen sind mittlerweile verschwunden. Foto: Thomas Thieme

Als es 1985 von Petra Wald gegründet wurde, gab es in der Umgebung nichts Vergleichbares, und so ist es bis heute geblieben. Ein Ort, an dem man morgens lecker frühstücken oder später am Tage eine Mittagspause machen kann, wo es nachmittags Kaffee und Kuchen gibt, abendliche Snacks zum Gläschen Wein, und anschließend gepflegte Bar-Atmosphäre, oft bis Mitternacht. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, in der mitten auf dem großzügigen Vorplatz eine große gelbe Telefonzelle stand. Wehe, jemand versuchte ein Gespräch mitzuhören! Die Türen wurden stets fest hinter den Telefonierenden verschlossen.

Die Zeiten haben sich geändert, und das S-Café mit ihnen. Die lange unbelebte Alte Bahnhofshalle wurde zu einem lebendigen Ort für Feste, Tanzkurse und Konzerte ausgebaut, die Telefonzelle ist schon lange verschwunden, und wir haben von unseren Tischen aus dem Wandel interessiert zugeschaut. Hat nicht jede und jeder eine Geschichte zu diesem Café zu erzählen? Unzählige Kinder haben hier im Sandkasten Freundschaft geschlossen, während ihre Mütter sich erschöpft, aber glücklich miteinander unterhielten. Wenn man sich oft genug als Stammgast gesehen hat, findet man sich vielleicht eines Tages in philosophische Betrachtungen versunken wieder – oder hat einen Skatpartner gefunden. Noch heute erzählen begeisterte Gäste, wie sie die Nacht der Bombenentschärfung hier verbracht haben, eine gut gelaunte Schicksalsgemeinschaft, die durch die gemeinsame Aufregung ins Gespräch kam. Einige der Sandkastenkinder haben später hier gekellnert oder gekocht, und es würde mich nicht wundern, wenn auch einige romantische Geschichten hier ihren Anfang genommen hätten. Ich hörte sogar, dass bei Trennungen darüber verhandelt wird, wer weiterhin das S-Café als Stammcafé „behalten“ darf. Kurzum: Das S-Café ist eine Institution, die aus Friedenau nicht wegzudenken ist.
Und weiter schreitet die Zeit voran. Wir werden alle nicht jünger, und so möchten die beiden Betreiberinnen die Geschicke des Cafés nun in neue Hände übergeben.

Das S-Café dagegen ist in all diesen Jahren und Jahrzehnten nicht gealtert und attraktiv wie eh und je. Und so soll es nach dem Wunsch der beiden Petras auch bleiben. Daher suchen sie eine Nachfolge, die den Zauber des S-Cafés fühlt und erhalten will. Sie freuen sich auf Anfragen.  Fühlen Sie sich eingeladen, sich mit auf die Suche nach einer Nachfolgerin, einem Nachfolger zu begeben! Und vielleicht spüren Sie sogar selbst eine Berufung, dieses wunderschöne Café am Puls von Friedenau zu übernehmen?

Kontakt:  Petra Wald, post@alte-bahnhofshalle.de

Sanna von Zedlitz