Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

30.09.2018

Neues im Urban Nation Museum

Seit Juni dieses Jahres ist das Museum in Schöneberg wiederholt um neue, üblicherweise temporär zur Verfügung gestellte Installationen bereichert worden. Herausragend sei hier momentan das Künstler-Duo Icy & Sot mit seinem Werk „HOME“ genannt.

Foto: Elfie Hartmann

Die beiden Brüder kommen gebürtig aus Täbris im Iran und thematisieren mit dem anschaulichen, ja, fast intim detailgetreuen Modell eines über 2 Meter großen zerbombten Hauses die Situation in ihrem Land. Es geht ihnen hierbei immer wieder um die Wahrnehmung von Kriegen, dem Frieden, die menschliche Verzweiflung, letztendlich aber auch - um eine, die immerwährende Hoffnung.
Allem voran geht es ihnen um die globalen Menschenrechte. Sie machen mit ihren künstlerischen Arbeiten auf das Schicksal von geflüchteten Menschen aufmerksam. Spürbar werden hierbei erlittenes Leid, die schrecklichen Verluste, unsagbares Elend, rücksichtslose Grausamkeiten und die brutalen Zerstörungen von sämtlichen Werten in sich. Die Sehnsucht nach einem Zuhause ist in direktem Bezug für den Betrachter fühlbar.

Eine zweite Installation (obere Etage) des Künstler-Duos zeigt 3 Menschen auf der Flucht, eins geworden mit und in einem Zaun. Sie betitelten diese Arbeit: „Fence and Barbed Wire“ (Zaun und Stacheldraht) und: „INEXORABLE“ (erbarmungslos)
Es bedarf auch hier keinerlei Definition des Werkes. Ihre Darstellungen kommen ohne erklärende Beschreibungen aus, sind allgemein schlicht verständlich; sie rütteln auf, sie mahnen, sie bitten still um Aufmerksamkeit, um Be- und Achtung.

Die beiden Brüder, Icy & Sot begannen 2006 noch in Täbris, und zwar mit sogenannten Stencil-Arbeiten, später schufen sie auch Murals und immer wieder unterschiedlichste Installationen. Stets ging es hierbei um Menschenrechte, um soziale, ökologische und politische Themen. Ihre künstlerischen Arbeiten sind mittlerweile weltweit an Häuserwänden und in Galerien zu sehen. Sie leben in Brooklyn / New York, wenn sie nicht gerade unterwegs sind, neue Kunstideen zu verwirklichen. Selbstverständlich auch weiterhin mit einer ganz individuellen Aus-sage, einfach mit ihrer Mission mittels künstlerischer Formgebung.

Dieses Jahr waren sie im Juni also nun in Berlin, um dem Urban Nation Museum hier in Schöneberg ihre Arbeiten zur Verfügung zu stellen. (icyandsot.com/)
Seit der Eröffnung, im September 2017 setzte dieses Museum mutig neue Akzente. Die Kulturlandschaft Berlins denkt seitdem den klassischen Museumsbegriff in diesem Hause einfach völlig neu. Ebenso wie die Werke in öffentlichem Raum weithin sichtbar präsentiert werden, sind sie in unterschiedlichster Darbietung, interessantesten Materialien und Techniken übergangslos von der Straße aus in den eigentlichen Museumsräumen direkt zu erfahren.

Das Museum ist auf allen Etagen barrierefrei zu besuchen. Der Eintritt ist immer frei. An der Rezeption wird man auf Wunsch fachkundig informiert. Das Urban Nation Museum wird inzwischen in jedem Touristenführer erwähnt. Im ausgelegten Gästebuch finden sich zahlreiche Eintragungen, die Bewunderung, Staunen und, ja, überwiegend pure Dankesbezeugungen ausdrücken.

Elfie Hartmann

Urban Nation Museum
Bülowstrasse 7, 10783 Berlin
Tel. 030  322 95 989
contact@urban-nation.com

Öffnungszeiten:
Die. - Sa. 10.00h – 18.00h

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