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25.09.2012 / Projekte und Initiativen

Nathan – Ein Stück über die drei Weltreligionen

Im August dieses Jahres feierte das Schöneberger Theater Strahl sein 25-jähriges Jubiläum. 200 Berliner Schüler/innen waren zu Workshops eingeladen anlässlich des Themas „Theater der Zukunft“. Während eine Gruppe mit Beatboxer Mando rappte, stellte eine andere eine Performance vor und eine dritte entwickelte einen Theater-Stuhl aus Holz.
Foto: Theater Strahl
Fotos von der Geburtstagsfeier 25 Jahre Theater Strahl. Fotos: Thomas Protz

25 Jahre Theater Strahl bedeuten eine halbe Million Besucher von 2500 Vorstelllungen und 39 Premieren. Es ist das einzige Theater in Berlin und Brandenburg, das sich gezielt an Jugendliche wendet und diese auch in die Stückentwicklung miteinbezieht. Auch bei der neuen Premiere „Nathan“ – frei nach Lessing. Darin geht es um das brenzlige Thema Religion. Welche Religion ist die beste und wer bestimmt das eigentlich?

Religion hat eine helle und eine dunkle Seite. Einerseits bietet die Religion dem in die Welt geworfenen Menschen, der nach Sinn sucht, Trost und Erklärung, andererseits werden um der Religion willen furchtbare Grausamkeiten an Menschen verübt. Bis heute. So beginnt auch das Stück „Nathan“mit gewalttätigen Auseinandersetzungen und einem brennenden Haus im Jerusalem des 12. Jahrhunderts. Es gehört dem Juden Nathan, der verreist ist. Seine Tochter Recha wird von einem christlichen Tempelherrn gerettet. Dieser Ordensritter hatte wiederum das Glück, von Sultan Saladin begnadigt worden zu sein, weil er dessen verschollenem Bruder ähnlich sieht. Am Ende stellt sich heraus, dass alle Personen stärker miteinander verbunden sind, als sie dachten. Die Handlung ist also nah am ursprünglichen Stück von Lessing. Mit der berühmten „Ringparabel“ verdeutlichte er den gemeinsamen Ursprung der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam und die Unsinngkeit, darüber zu streiten, welche Religion die einzig wahre wäre. Eine Antwort darauf kann es nicht geben.

Die Stückentwicklung wurde durch Projekttage mit drei verschiedenen Schulklassen, einer katholischen, einer jüdischen und einer Schule mit überwiegend muslimischen Jugendlichen erarbeitet. Auch der Dialog mit einer 10. Klasse des John-Lennon-Gymnasiums, die sich mit Lessings Stück im Deutschunterricht beschäftigte, ist mit in die Inszenierung eingeflossen. Bei einer Probeaufführung für Schüler/innen der Sophie-Scholl-Oberschule in Schöneberg stellte Jankowiak die Frage, wie wichtig ihnen die Religion ist. Was auffiel war, dass Religion selbst für die, die in eher areligiösen Familien aufwachsen, wichtig ist, weil sie ständig damit konfrontiert sind. Für Jugendliche aus religiösen Familien nimmt die Religion ohnehin eine starke Bedeutung an. Auf die Frage allerdings, ob die Religion in der Schule eine Rolle spielt, lautete die mehrheitliche Antwort, dort sei sie nicht von Bedeutung. Das klang wiederum nach der Toleranz, die die Ringparabel und das Stück letztlich fördern wollen.

„Nathan“ frei nach Lessing hatte am 25. September Premiere und gehört zum festen Repertoire des Theaters Strahl. Im Oktober wird es vom 23.10.–26.10. gespielt. Parallel zum neuen Stück findet auch ein Fotowettbewerb statt, der im Theaterfoyer ausgestellt wird. Spielort ist das Theater Strahl in Die Weiße Rose, Martin-Luther-Str. 77, Tickets und Infos unter 69 59 92 22 oder www.theater-strahl.de

Isolde Peter

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