Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

14.04.2011 / Menschen in Schöneberg

Menschen in der VHS: In Britz gibt’s keine Kolibris - Umweltbildung mit Inga Böttner

Wie fängt man einen Wasserfloh? Inga Böttner kann das – und zwar ohne dem Tierchen weh zu tun. Sie arbeitet im Freilandlabor Britz e.V. als Umweltpädagogin und bietet Unterricht und Fortbildungen zu verschiedenen Themen aus Natur und Umwelt an. Diese kleinen Kindern und Schülern, aber auch Lehrern nahe zu bringen, ist ihr Metier.
Inga Böttner. Foto: VHS

„Natur wird für mich niemals langweilig“, sagt Inga Böttner. Und weil Begeisterung bekanntlich ansteckt, hat sie im Jahr 2000 zusätzlich begonnen, als Kursleiterin der Volkshochschule Tempelhof, später: Tempelhof-Schöneberg, Veranstaltungen im Freilandlabor Britz anzubieten.

Von der Natur, insbesondere von Pflanzen, war Inga Böttner, die 1969 in Münster/Westfalen geboren wurde, schon als Kind fasziniert. „Ernten, schmecken, aber auch sehen, wie etwas wächst“, das habe sie schon im riesigen Garten der Großeltern genossen. Nach dem Abitur hat sie in Göttingen das Studium der Biologie mit dem Schwerpunkt Botanik begonnen, ist nach Berlin gezogen und hat hier mit einem Diplom abgeschlossen.

Inga Böttner hat Fledermausführungen auf der Zitadelle Spandau geleitet, war beim Verein Jugend im Museum tätig, im Naturschutzzentrum Ökowerk e.V. angestellt und hat eine Weiterbildung im Fach Naturpädagogik absolviert. Mit dem Freilandlabor Britz, so Böttner, „bin ich sehr verwurzelt“: freiberuflich ab 1999, fest im Team seit 2004. „Nicht nur gucken, auch was tun!“ laute das Ziel. Denn Stadtkindern fehle häufig die praktische, handlungsorientierte Erfahrung mit der Natur. So kamen schon Kinder nach Britz, um Kolibris und Pinguine zu suchen und ein Kind glaubte, alle Vögel hießen „Piepmatz“. Im Unter-schied zum Lernprogramm für Schulklassen lassen die VHS-Kurse für Erwachsene mit Kindern mehr spielerischen Raum.

Wenn fröhlich-aufgeregtes Zwitschern das Frühjahr ankündigt, schärft Inga Böttner zur Vogelbeobachtung (2. April) den Kursteilnehmern das Gehör und rüs-tet sie mit Ferngläsern aus. Aber wenn es Nacht wird im Britzer Garten und die Fledermäuse auf Jagd gehen, kommen Taschenlampen und der „Bat Detektor“ zum Einsatz (6. Mai). Der, erklärt Frau Böttner, wandle die unhörbaren, im Ultraschallbereich liegenden Rufe der Tiere in „tickende und ploppende“ Geräusche um. Im Kurs „Kleine Wassertiere vor der Kamera“ (7. Mai) dürfen die Teilnehmer behutsam Wasserflöhe und Hüpferlinge fangen, um die kleinen Organismen unterm Mikroskop zu betrachten und mit einer integrierten Kamera zu fotografieren. Wer möchte, bekommt sein Andenkenfoto per E-Mail. Im Kurs „Frösche, Kröten, Molche und ihre Kaulquappen“ (7. Mai) werden Arten und Alter der Amphibien erforscht.

Beruf und private Interessensgebiete greifen bei Inga Böttner ineinander: „Die Umweltzerstörung bewegt mich schon sehr“. Deshalb engagiert sie sich für das Projekt „Papier und Wald“, das Recycling und den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen anmahnt und Schülern erklärt, wo das Papier „wächst“. Inga Böttners Motto: „Nur was man kennt, kann man auch schützen“.

Sabine Henkel

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