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05.05.2011 / Menschen in Schöneberg

Menschen in der VHS: EDV-Mann Thomas Günther: Technik kennt keine Erinnerung

Er schaut mit bloßen Augen Jahrmillionen in die Vergangenheit und blickt zugleich mit technischem Verstand direkt in die Zukunft. „Man ist gefordert, wenn man Wissen vermitteln will“, sagt Thomas Günther.
Thomas Günther. Foto: Privat

Schon Anfang der 90er-Jahre war er in verschiedenen Berliner Bezirken an Volkshochschulen (VHS) tätig, hat Kurse über EDV-Grundlagen und Betriebssysteme gegeben und hat als Dozent bei privaten Bildungsträgern gearbeitet. In der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg, früher: Tempelhof, vermittelt er Kursteilnehmern seit Mitte der 90er-Jahre sein Know-How vor allem über Betriebssysteme und Hardware. Außerdem agiert er als Hard- und Software-Systembetreuer der VHS. Ein Job, der Wartung und Pflege der Unterrichts-PCs und Betriebssystem-Installationen umfasst. Da fragt man sich: Warum schaut denn so einer in die Sterne?

Thomas Günther ist Berliner, gewiss, aber genau genommen ist er Lichterfelder: dort 1967 geboren, zur Schule gegangen, irgendwann ein Haus gebaut. Im Informatik-Unterricht der Schule machte er seine ersten Erfahrungen mit dem Programmieren. „Ich habe im Prinzip das Entstehen von Computern miterlebt“, sagt er, der stolzer Besitzer diverser Kleincomputer war. Im Informatik-Studium an der TU Berlin belegte er als Nebenfach Astrophysik. Seit 1989 ist Thomas Günther aktives Mitglied im Verein der Wilhelm-Foerster-Sternwarte. Also trifft man ihn zuweilen im Planetarium am In-sulaner, wenn er gerade den Besucherservice leistet.

„Das Licht vom Stern Vega ist bereits seit 26 Jahren unterwegs, er ist also sehr nah“, reflektiert Thomas Günther, und „die Sonne ist sogar nur knapp 8,5 Lichtminuten weit weg“. Was wir also jetzt sehen, ist – kurz gesagt – Geschichte. Fasziniert sei er, „zu sehen, wie klein wir eigentlich sind“, von wegen Streitigkeiten, Nichtigkeiten, was die Menschheit so mache. Das sei nicht zwingend philosophisch, sondern vorrangig Wissenschaft. Anders die Technik: „Alle Medien verlieren irgendwann ihre Daten“, sei es weil die Datenträger zerfallen oder alte Lesegeräte nicht mehr verfügbar sind. Da gilt zu retten, was zu retten ist, denn Technik allein ist keine Kultur, denn sie kennt keine Erinnerung. Die Informationen müssen auch für Menschen lesbar bleiben.

Thomas Günther hat für die VHS ein einmaliges Baukasten-System von PC-Kursen entwickelt, das genau auf die Bedürfnisse individueller Nutzer zugeschnitten ist. Die Kursteilnehmer wählen frei aus diversen (teils 4 Unterrichtseinheiten bestehenden) Modulen, lernen zum Beispiel Hardware-Probleme zu erkennen und zu beheben, Hardware aufzurüsten oder Software-Probleme zu beseitigen. Ein Workshop thematisiert das Basic Input/ Output-System- (Bios-)/ Firmware-Update, etwa wenn der Computer Festplatte, Grafikkarte oder andere neue Bauteile nicht erkennen will. Weitere Module widmen sich dem Setup: was wie zu (de-) aktivieren ist, der Datenrettung, -sicherung bzw. optischen Medien (CD/ DVD/ Blu-Ray etc.). Thomas Günther will und wird auch hier Licht ins Dunkel bringen.
Kurse von T. Günther sind im Internet zu finden, u.a. unter: www.vhsit.berlin.de
(Suchworte: „Computer-Workshop“, „Systembetreuer“)

Im Mai bietet die VHS folgende Computer-Workshops
mit Herrn Günther an (Preis: 16,40 Euro, ermäßigt: 9,70 Euro):
Hardware-Aufrüstung: 5.5.11, 18-21 Uhr, Kurs Nr. TS53.21B
Bios-/Firmware-Update: 17.5.11, 18-21 Uhr, Kurs Nr. TS53.22B
PC-/Notebook-Bios: 26.5.11, 18-21 Uhr, Kurs Nr. TS53.23B
Datenrettung: 31.5.11, 18-28 Uhr, Kurs Nr. TS53.24B

Sabine Henkel

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