Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

26.05.2022 / Gewerbe im Kiez

Mayd

Von Christine Bitterwolf. Was Lieferando für Restaurant-Essen und Gorillas für den täglichen Einkauf anbieten, bietet Mayd für Medikamente.
Foto: Mayd

Mayd hat vor nicht einmal einem Jahr als eines der vielen Berliner Start-up-Unternehmen angefangen. Es verspricht rezeptfreie Medikamente und andere Artikel aus der Apotheke innerhalb von 30 Minuten zu liefern. Darauf stützt sich auch der Name, Mayd steht für Meds at your doorstep (Medikamente bis an die Haustür). Die Bestellung wird von den Kunden über eine App auf dem Handy aufgegeben, von Mayd an eine nächstgelegenen Apotheke weitergeleitet und von dort umweltfreundlich mit einem Fahrradkurier schnellstmöglich zum Kunden gebracht.

Zielgruppe sind nicht vorrangig die chronisch kranken Patienten und die, die regelmäßig einen Vorrat an nötigen Medikamenten zu Hause haben, sondern auch die, die plötzlich Schmerzen bekommen oder z. B. Durchfall haben, die deshalb nicht extra zum Arzt gehen müssen, weil sie wissen, was ihnen helfen wird. Wenn dann keine Möglichkeit da ist, um in die Apotheke zu gehen, weil das kranke Kind nicht alleine zu Hause gelassen werden kann, weil die Corona-Quarantäne einen zu Hause bindet oder der Bedarf nicht zu den üblichen Öffnungszeiten auftritt, besonders dann kommt Mayd zum Einsatz. Sie liefert von 8.00 bis 24.00 Uhr auch an Sonn- und Feiertagen.

Das Unternehmen, das im Herbst 2021 in Berlin seinen ersten Lieferdienst aufgebaut hat, ist inzwischen in mehr als 20 weiteren Städten zu finden. Und fast jede Woche wird ein neuer Standort aufgebaut. Mitte des Jahres soll der Lieferdienst auch in Österreich starten. Die finanzielle Grundlage, die für eine so schnelle und weitgreifende Expansion erforderlich ist, wurde über Anlagefonds auf dem europäischen und amerikanischen Markt akquiriert. Einige Investoren haben wegen des schnellen Erfolgs schon zum wiederholten Mal in diese Online-Plattform investiert.

Genaue Daten über die Zahl der Partner-Apotheken und deren Standorte wollte Mayd nicht mitteilen. Bekannt ist jedoch, dass das Unternehmen seit Ende März mit über 100 Apotheken zusammenarbeitet und einige davon auch in Schöneberg und Friedenau sind. Eine ist die Quartiers-Apotheke in der Maaßenstraße am Nollendorfplatz, die bereits seit Oktober vorigen Jahres dabei ist. Der Inhaber, Herr Wilken-Prozesky, versichert, dass die über die Mayd-Plattform eingehenden Bestellungen parallel neben den Kunden im Geschäft und den Anrufen per Telefon bearbeitet werden. Nur für den späten Abend und die Wochenend-Lieferungen muss ein Mitarbeiter in Bereitschaft sein. Ob sich sein Kundenstamm durch den zusätzlichen Lieferdienst wesentlich erweitert, kann er jedoch noch nicht sagen, da sich gleichzeitig gerade durch die Corona-Pandemie die Laufkundschaft und die persönlichen Einkäufe verringert haben.  

Grundsätzlich funktioniert der Bestellservice so, dass der Kunde über die Mayd Plattform aus einem Angebot von über 2.000 Produkten auswählen kann, was er braucht. Zur Verfügung stehen beispielsweise: rezeptfreie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Beauty-Produkte und Hygiene-Artikel. Dieses Angebot hat Mayd in Absprache mit den Apotheken zusammen gestellt, sodass die Geschäfte nicht extra und zusätzliche Präparate vorhalten müssen. Sollte wirklich ein Artikel mal nicht vorrätig sein, wird er aus einer anderen Apotheke geliefert. Am Ende der Bestellung kann der Kunde noch ein paar persönliche Daten anklicken, die es dem Apotheker ermöglichen, zu erkennen, ob bei der Einnahme der Arzneien ein Risiko bestehen könnte. In so einem Fall ruft er den Besteller an und fragt nach. Der Patient kann aber auch selbst eingeben, dass er ein Beratungsgespräch wünscht und dann ruft die beauftragte Apotheke bei ihm an, bevor sie die Waren zusammen packt.

Mayd schickt gleichzeitig mit dem Auftrag an die Apotheke auch eine Information an den „Rider“, den Fahrradkurier, der daneben noch die Fahrtroute für die kürzeste Strecke bekommt, damit die 30-Minuten-Frist eingehalten werden kann. Die Rider haben ihren Arbeitsvertrag mit Mayd, und erhalten von dort auch das erforderliche Equipment, sind aber den Apotheken gegenüber weisungsgebunden. Herr Wilken-Prozesky bestätigt, dass er die Rider im Einzugsbereich seiner Apotheke inzwischen gut kennt und vertrauensvoll mit ihnen zusammenarbeitet.

Der Kunde bekommt die Mitteilung, aus welcher Apotheke er beliefert wird, und wann der Bote etwa bei ihm sein wird. Nachdem er die Waren erhalten hat, scannt der Fahrer die Bestätigung ein, die sofort an den Apotheker weitergeleitet wird, damit dieser weiß, dass seine Lieferung korrekt angekommen ist.

Natürlich kann der Kunde irgendwelche Sonderangebote oder Reduzierungen für Stammkunden auf diesem Weg nicht wahrnehmen, aber die Lieferung ist für ihn kostenlos. Mayd hat seinen Vertrag mit den Apotheken und ist an der Gesamtsumme der Aufträge beteiligt. Bezahlt wird per Kreditkarte oder über einen der Bezahldienste wie Paypal und Co. Eine Barzahlung ist für den Käufer nicht möglich.

Mayd hofft nun auf die Einführung des E-Rezeptes, die gerade wieder um ein paar Monate verschoben wurde, damit  in Zukunft auch verschreibungspflichtige Medikamente in 30 Minuten ausgeliefert werden können.

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