Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

7.10.2013

Literatur aus dem Dunkeln

Man bemerkt sie nicht sofort, aber sie orientieren sich anders als andere. Ihre Abenteuer im Alltag bestehen sie mit Augen, die die Welt anders sehen.

Die Autorin für das Biografiepaten-Projekt Larissa Böhning, Foto: Julia Baier

Autorin Elisabetta Abbondanza

„Die Sehenden sehen den Matchball bei einem Tennisturnier und die Blinden hören ihn“, sagt die blinde Autorin Daniela Preiß. Gemeinsam mit sieben anderen Schriftstellerinnen widmet sie sich den Lebensgeschichten von blinden und sehbehinderten Menschen. In dem inklusiven Literaturprojekt „Biografiepaten“ wird das Fenster des ANDERS-SEHEN weit aufgestoßen. Literarische Szenen und Kurzgeschichten erzählen aus dieser „fremden“ Welt.

Am 27. Mai 2013 begegneten sich Autorinnen und Biografiepaten das erste Mal während der Auftaktveranstaltung zum Projekt im Rathaus Schöneberg. Die Beauftragte für behinderte Menschen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Franziska Schneider, wünschte zu diesem Anlass dem inklusiven Literaturprojekt Erfolg und sagte: „Literatur, Biografien und Inklusion passen bestens zusammen.“ Im Oktober und November 2013 werden die Autorinnen nun die ersten Geschichten auf den Schöneberger und Tempelhofer Lesebühnen einem interessierten Publikum vorstellen.

Jede Lesung wird einzigartig sein und jeweils eine Spur im Leben von blinden und sehbehinderten Menschen verfolgen. So erfährt das Publikum inklusive Literatur pur. Die literarischen Geschichten, die Auto-rinnen, die Biografiepaten und der Produktionsprozess werden die andere Welt erzählerisch beschreiben.

Am 26. Oktober 2013 ab 19 Uhr findet die Premiere im Kultur-Café des Nachbarschaftsheim Schöneberg statt. Es lesen: Larissa Boehning, Elisabetta Abbondanza und Daniela Preiß über den Duft einer neuen Freiheit, die hinter den Augen verborgen liegt, die Sehnsucht nach einer ersten zarten Jugendliebe und vieles mehr.

Am 08., 16. und 24. November 2013 wird die Lesereihe dann an neuen Orten in Tempelhof-Schöneberg fortgesetzt. Mehr Informationen finden Sie in der nächsten Ausgabe der Stadtteilzeitung. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Alle Informationen zum Literaturprojekt finden Sie im Internet unter http://www.biografiepaten.de.

Das inklusive Literaturprojekt „Biografiepaten wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfond gefördert und im Rahmen eines LSK-Mikroprojekts (Lokales Soziales Kapital) umgesetzt.

Andreas Brüning

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