Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.07.2017

Ländliche Idylle in der Großstadt

Vor 800 Jahren war die Domäne noch ein Rittergut, heute ist sie Landgut und Museum.

Fotos: Hartmut Becker

1976 wurde die Domäne Dahlem von engagierten Bürger/innen gegründet und aufgebaut. Heute umfasst sie einen Biolandbetrieb mit Ackerbau, Tierhaltung und Gartenbau, der Teil des Freilandmuseums ist , das Culinarium in der Remise, das die Dauerausstellung "Vom Acker bis zum Teller" beherbergt, die das Thema Ernährung thematisiert. Weiterhin gehören ein Hofladen und ein Landgasthaus dazu, sowie das Herrenhaus, in dem es  die Sonderausstellung "Handwerken. Vom Wissen zum Werk" zu sehen gibt.

Die Ausstellung ist interessant, da es gerade in unserem digitalen Zeitalter wichtig ist, sich auch auf das Handwerk zu besinnen. Denn es wird immer mehr von der IT Branche verdrängt und verliert in der Bevölkerung immer mehr an Wertschätzung und Bedeutung. Im Eingangsbereich betritt man einen Lebensmittelladen aus früheren Zeiten, in dem man von einem virtuellen Kaufmann alter Schule bedient wird. Der Unterschied zum modernen Supermarkt wird dadurch überdeutlich! In der Ausstellung werden insgesamt 10 Handwerksberufe vorgestellt: Tischler, Schmied, Korbflechter, Geigenbauer, Friseur, Metzger, Goldschmied, Schuster, Uhrmacher, Sümmermacher.

Sofort wird klar, welche von diesen Berufen heute überhaupt noch aktuell sind. Die Handwerksberufe werden dem Zuschauer durch Fotos, Begleittexte und Filme nähergebracht. Auch ihre typischen Werkzeuge sowie Werkzeuge überhaupt sind ein Teil der Ausstellung. Schnell stellt man dann fest, wie sehr sich der jeweilige Beruf verändert hat bzw. sich gerade verändert.

Neben den aufschlussreichen Einblicken in den Alltag der Handwerker geht die Ausstellung auch anderen Fragen nach, zum Beispiel: Wie arbeiten Kopf und Hand zusammen? Oder was motiviert Menschen, Dinge selbst herzustellen? Auch moderne Arten handwerklicher Tätigkeit werden in der Ausstellung gezeigt, Trends wie  Upcycling und Repair-Cafés werden aufgegriffen. Der Betrachter soll auch selbst aktiv werden, denn es gibt zahlreiche Mitmachstationen für Kinder, aber auch für Erwachsene. Da kann man dann nach Belieben schrauben und hämmern. Auf dem Gelände der Domäne gibt es verschiedene Werkstätten, die regelmäßig geöffnet sind.

Es gibt eine Hofschmiede, eine Keramikwerkstatt, eine Vergolderwerkstatt und eine Möbelrestaurierung. Im Rahmen der Ausstellung finden dort sogenannte Mitmachtage statt, an denen zu kleinen Workshops eingeladen wird (29.08. Keramikwerkstatt, 09.09. Vergolderwerkstatt, 14.10. und 18.11.17 Möbelrestaurierung.)

Verlassen wir das Herrenhaus, so kommen wir auf den großen Hof, um den sich die anderen Gebäude der Domäne gruppieren. Mittlerweile gibt es renovierte Wege, die  mobilitätsgerecht sind, so dass man selbst mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl alles bequem erreichen kann.

Direkt an der Königin-Luise-Straße, schräg gegenüber vom U-Bhf. Dahlem Dorf, befindet sich der neue Eingang zur Domäne. Gleich daneben ist jetzt der neue Hofladen. Er ist viel heller und viel größer als der alte im Innenhof. Hier kann man frisch geerntete Produkte des Biolandhofes kaufen. Je nach Jahreszeit werden Salate, Gemüse oder Früchte angeboten. Hinzu kommt das Sortiment eines normalen Bioladens.

Am anderen Ende der Domäne, Richtung Podbielskiallee, ist der Zugang zur Domäne mittlerweile nicht mehr rund um die Uhr möglich. Das Gelände wurde eingezäunt, und es gibt zwei verschließbare Gartentore. So ist der Zutritt nur noch zu den Öffnungszeiten möglich.

Eine weitere Veränderung auf dem Gelände ist das neu erbaute Landgasthaus, das seit gut einem Jahr verpachtet ist. Täglich außer montags wird hier gesundes Essen angeboten. Alle Produkte - Fleisch und Fisch inbegriffen - sind biozertifiziert und stammen zum Teil von der Domäne oder aus Brandenburg. Bei der Karte überwiegt Qualität vor Quantität, so gibt es ein paar Hauptspeisen, sowie ständig wechselnde Tagesgerichte. Im Sommer kann man auf der großen Terrasse im Hof sitzen und fühlt sich wie auf dem Land. Im Winter sorgen die großen Glasfronten für viel Licht und eine Verbindung zur Hofidylle. Die Preise entsprechen dem gängigen Niveau der Umgebung.  Geöffnet ist das Landgasthaus in der Regel von 12h - 19h. Die Pächter betreiben auch den Ausschank auf dem Hof. Dieser ist montags und am Wochenende geöffnet. Hier werden nur Getränke angeboten, außer an jedem 2. Donnerstag in der warmen Jahreszeit, dann ist dort von 17-19 Uhr Grillen und Lifemusik angesagt.

Nicht zu vergessen sind die vielen Märkte und anderen Veranstaltungen, die das ganze Jahr über auf der Domäne Dahlem stattfinden. Da die Domäne einen großen Teil der benötigten Mittel selbst erwirtschaften muss, sind die Erträge aus allen Bereichen wichtig, ebenso wie Spenden. Auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die das Team unterstützen, sind für das Fortbestehen dieser Landidylle unentbehrlich. Sie helfen bei der Ernte oder kümmern sich zum Beispiel abends um den Hühnerstall. Die Domäne mit ihren Feldern, Tieren, Ausstellungen usw. ist ein Kleinod, das es zu bewahren gilt.

Alle Führungen, Öffnungszeiten, Veranstaltungen usw. findet man auf der Webseite der Domäne www.domaene-dahlem.de

Christine Sugg

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