Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

1.04.2018

Kleiststraße

Die Kleiststraße verbindet den Nollendorfplatz mit dem Wittenbergplatz.

Foto: Thomas Protz

Diese Straße war ursprünglich Teil einer Gürtelstraße, die nach dem Hobrechtplan von 1862 angelegt wurde. Sie sollte die Städte Berlin und Charlottenburg komplett umgeben.

James Hobrecht hatte 1862 einen Plan zur Stadtentwicklung vorgelegt, der von königlichen Vorgaben geprägt war. Damit sollte durch Ring- und Ausfallstraßen die Bebauung der Städte Berlin, Charlottenburg und der umgebenden Gemeinden für die kommenden 50 Jahre geregelt werden. Es sollten vor allem breite Straßen angelegt werden, damit Platz für die Kanalisation und die Vorsorgungsleitungen für Wasser, Strom und Gas geschaffen werden konnte. Deshalb plante Hobrecht eine ringförmige Gürtelstraße, die im Süden der Stadt relativ gradlinig zwischen dem heutigen Breitscheidplatz und dem gegenwärtigen Südstern verlaufen sollte.

Allerdings entwickelte sich die Stadt Berlin damals schneller und anders als Hobrecht sich das vorgestellt hatte. So musste die Straße im Bereich des Gleisdreiecks nach Süden verschoben und dann unter Brücken durchgeführt werden, weil die Bahn inzwischen ihre Eisenbahnstrecke dort ausgebaut hatte. Dafür wurde die Tauentzienstraße erst knapp dreißig Jahre später ausgebaut, und dann auch nur als Wohnstraße.

Diese Gürtelstraße sollte im Ganzen als Boulevardstraße angelegt werden und stellenweise bis zu 60 Meter breit sein.

Während es heute noch in Friedrichshain eine Gürtelstraße gibt, die Teil des damals geplanten Ringes um Berlin war, wurde der Name im Süden der Stadt niemals offiziell bestätigt, obwohl er auf einem alten Stadtplan bereits eingetragen war.

Die anderweitige Namensgebung ist darauf zurückzuführen, dass schon 1864, als die Straße noch nicht fertig angelegt und ausgebaut war, der königliche Erlass kam, die Plätze und Straßen in diesem Bereich nach erfolgreichen Schlachten und Militärführern zu benennen. So wurde hier Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist von Nollendorf geehrt für seine Erfolge in dem Befreiungskrieg 1812-14 gegen Napoleon.

Durch die Benennung nach weiteren erfolgreichen preußischen Militärgrößen wurde der ganze Straßenzug bald bekannt als der „Generalszug“.
Die Kleiststraße erhielt ihren Namen am 31. Oktober 1864.

Bis 1861 lag der Teil der Straße mit der heutigen Kleiststraße schon einmal auf Schöneberger Gebiet. Er wurde dann aber dem Stadtteil Charlottenburg zugeschlagen.

Erst 1938, bei der Berliner Gebietsreform, bei der auch die Bezirksgrenzen begradigt wurden, kamen die Gebiete südlich von der Kurfürstenstraße und damit auch die Kleiststraße wieder zu Schöneberg zurück.

Christine Bitterwolf

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden