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5.05.2013

Kleider machen Leute

Trendy oder eher individuell? Viel und billig oder weniger und teurer? Wieviel Geld kann überhaupt ausgegeben werden? Diese Fragen stellen sich immer wieder beim Kleiderkauf.

Foto: Christine Sugg

Denn in Zeiten geringer Löhne und ständiger Wirtschaftskrise bleibt für Kleidung immer weniger im Geldbeutel. Diesem Umstand Rechnung tragend, entstehen auf der Schloßstraße immer mehr Billigläden wie H & M, Pimkie und natürlich Primark. Doch es gibt auch preiswerte Alternativen, wie  zum Beispiel die Secondhand Läden.

Für viele junge Menschen ist Shopping ein richtiges und manchmal das einzige Hobby. Früher gingen die Jugendlichen ins Jugendfreizeitheim, das es kaum mehr gibt, heute gehen sie ins Shopping Center und da wollen sie auch kaufen. Außerdem ist es für sie wichtig, modisch gekleidet zu sein, es steigert den Selbstwert, ist ein Zeichen von Zugehörigkeit, man zeigt, dass man sich mit den Trends  auskennt.

Die Trends in der Mode wechseln immer schneller, früher gab es eine Herbst/Winterkollektion und eine Frühjahr/Sommerkollektion, heute gibt es ständig neue Kollektionen und ständig einen "Sale" oder "Midseason  Sale". Kunden dieser Geschäfte folgen dem Trend, sind auf eine Weise eher "passiv" bei der Kleiderwahl. Ihre Kleidungsstücke sind nach ein paar Monaten einfach "out" oder kaputt.

Für die Kunden eines Secondhand Ladens hingegen gibt es zum Teil ganz andere Prioritäten. Unter dem Begriff Secondhand gibt es mehrere Varianten, sowohl "Kleiderkammern" für Hartz IV Empfänger als auch Läden mit Marken- und Designerkleidung.  Mit letzteren beschäftige ich mich im Folgenden.
Die Tatsache, dass ein Kleidungsstück mehrere "Leben" hat und somit lange getragen wird, ist hier von Bedeutung. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn es sich um qualitativ hochwertige Kleidung handelt. Diese entspricht bei Secondhand jedoch nicht immer dem neuesten Trend. Doch das ist nicht so wichtig, denn die Käuferin/der Käufer möchte nicht Trends folgen, sondern sich individuell kleiden oder einen persönlichen Stil entwickeln.

In Secondhand Läden gibt es meist viel zu stöbern. Da sind Muße und auch Phantasie gefragt. Denn die Kleidungsstücke können bei Bedarf verändert oder gar ganz neu gestaltet werden. Der Kauf von Secondhand zeugt bei einzelnen Kunden zudem von bewusst nachhaltigem Handeln.

Das Spektrum der Secondhand Läden reicht vom Kleidermarkt Garage, dem  Anbieter mit einer riesigen Auswahl an gebrauchter Kleidung, bis zu den kleineren Läden, die zum Teil edle Markenprodukte führen. Das Angebot umfasst alles, vom einfachen T-Shirt bis zum eleganten Abendkleid. Meist findet man dort außerdem Accessoires wie Taschen, Gürtel oder Schuhe. In den größeren Geschäften werden zusätzlich Heimtextilien angeboten. Viele Läden mit hochwertigerer Bekleidung sind eher klein und werden von einer oder zwei Personen betrieben. Häufig werden die Kleidungsstücke auf Kommissionsbasis verkauft.

Unter wirtschaftlichem Aspekt sichert man durch seinen Kauf die Existenz von kleinen Betrieben oder Einzelpersonen. Kauft man bei den Bekleidungsketten, unterstützt man große Konzerne, häufig grausame Produktionsbedingungen und wird aktiver Teil unserer Wegwerfgesellschaft
Eine andere Form sich preiswert und umweltbewusst anzuziehen sind Kleidertausch Partys. Da trifft man sich und jeder bringt die Sachen mit, die er nicht mehr tragen möchte. Meist kommt eine große Auswahl an Kleidung zusammen und es wird fleißig getauscht. Dazu gibt es je nach Bedarf Essen und Getränke. Diese Partys können privat im Freundeskreis organisiert werden oder man informiert sich im Internet. Dort werden regelmäßig größere Partys angekündigt, die zum Teil in Läden stattfinden. Auch auf den vielen Flohmärkten wird  häufig qualitativ gute und preiswerte Kleidung angeboten.

Wie und wo man sich kleidet entscheidet letztendlich jeder für sich. Wer sich  umweltbewusst und mit einer individuellen Note kleiden möchte, hier einige Adressen :

  • Kleidermarkt Garage, Ahornstr. 2, 10787 Berlin
    Sehr große Auswahl an Secondhand Kleidung und an Kleidung im Stil der 60er und 70er Jahre (Vintage genannt)
  • Silhouette im Farbenreigen, Belziger Str. 19 in 10823 Berlin-Schöneberg
    Sehr gute Auswahl, gut erhaltene Stücke, häufig Wechsel, viel Markenkleidung zu günstigen Preisen, kompetente Beratung
  • Fräulein Anders, Nollendorfstr. 28 in 10777 Berlin-Schöneberg
    Gute Auswahl an hübschen Kleidungsstücken, Designer-und Markenkleidung sowie Vintage
  • Drei-Kaese-Hoch,  Hauptstraße 73, 12159 Berlin
    Baby- und Kindersachen aus 1. und 2. Hand
  • Nelly Karlson, Isoldestrasse 5, 12159 Berlin
    Der schöne Second Hand Laden mit Mode für Babys, Kinder und Frauen. Außerdem handgearbeitete Neuwaren, wie Mützen, Patchworkdecken, Taschen, Puppen u.v.m.
  • Secondo, Südwestkorso 10, 12161 Berlin
  • Feingemacht, Hortensienstr. 12 in 12203 Berlin/ Nähe S-Bhf. Botanischer Garten
    Ausgesuchte schicke Bekleidung für Frauen und Kinder
  • Kleidertausch Party: www.klamottentausch.net

Christine Sugg

 

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