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27.09.2011 / Orte und Plätze

Kinos im Kiez: Der Titania-Palast

Der Palast wurde am 26. Januar 1928 mit einer großen Veranstaltung eröffnet. Es war damals nicht nur ein Kino, sondern auch ein Theater für Operetten, Konzerte und Theaterstücke.
Der Titania-Palast. Foto: Hartmut Becker

Das Luxuskino mit 1920 Plätzen zeigte in dieser Zeit Stummfilme, die von einem 60 Musiker starken Orchester begleitet wurden. Der erste Tonfilm wurde hier am 29. Oktober 1929 gezeigt. Sein Titel war „The Singing Foll“.
Im Nationalsozialismus folgten Propagandafilme wie „Hitlerjunge Quex“ oder „Der Weltkrieg, wie er wirklich war“. Später versuchte man möglichst „unpolitische“ Filme der Ufa zu zeigen, um die Menschen nicht nur mit NS Filmen zu bombardieren.

Die Bomben des Krieges trafen den Titania-Palast, Gott sei Dank, so gut wie nicht, so dass man in der Nachkriegszeit schnell, nach amerikanischen Vorbild, eine Kulturstätte hatte, die im sonst zerstörten Berlin fast intakt war.
Am 26. Mai 1945 – also nur zweieinhalb Wochen nach der Kapitulation – improvisierten die Berliner Philharmoniker ihr erstes Konzert nach dem Krieg im Steglitzer Titania–Palast mit Tschaikowskys 4. Sinfonie, das von Leo Borchard dirigiert wurde und vom Publikum stürmisch gefeiert wurde. Am Abend des 23. August 1945 wurde Borchard in Höhe der Ringbahnbrücke am Bundesplatz bei der Einfahrt vom amerikanischen in den britischen Sektor von einem amerikanischen Soldaten erschossen, weil das Fahrzeug nicht hielt. Die US–Soldaten hatten den Befehl, auf jedes Fahrzeug zu schießen, dass nicht stoppt.

Trotz dieser und sicher noch weiterer, trauriger Ereignisse gab es wieder Filme, Operetten, Konzerte und Gastspiele von sehr berühmten Künstlern im Titania-Palast. Zu nennen sind u.a. Zarah Leander, Josephine Baker, Louis Amstrong und viele mehr.
Auch die „Insulaner“, eine Sendung im Hörfunk des RIAS Berlin, kam aus dem Titania-Palast.

1951 war es das Festspielhaus für die erste Berlinale, den Filmfest-spielen zu Berlin. Nach vielen erfolgreichen Jahren des Kinos begann leider das Kinosterben und so wurde 1965 der letzte Film im Palast gezeigt. Das Gebäude wäre beinah abgerissen worden, aber es kamen viele verschiedene Geschäfte hierher, und es dauerte bis zum 29. Mai 1995, dass der inzwischen denkmalgeschützte Titania-Palast wieder Filme zeigen konnte.

Herr Schöpke, der „Chef“ des Hauses, war so freundlich, mich durch sein Reich zu führen. Es sind inzwischen, nach einer völligen Entkernung des Gebäudes, 7 Kinos entstanden. Der größte Saal kann 400 Zuschauern das Vergnügen bieten, Filme der Top Ten zu sehen. Der Kleinste hat Platz für 85 Zuschauer. Alle 7 Kinos sind mit digitalen Vorführungsmöglichkeiten bestückt. Auch 3 D Filme sind hier möglich und werden natürlich gezeigt. Der Palast hat jeden Tag geöffnet, von 10-23 Uhr.

Großen Wert legt Herr Schöpke auch auf die Feststellung, dass im Palast sehr viele Kinderfilme gezeigt werden und man auf das kleine Publikum sehr viel Wert legt. Die Mädchen und Jungs der Spinxx–Kinderredaktion der Kifrie – Medienwerkstatt, die vom Titania-Palast zu aktuellen Filmen ein-
geladen werden, schreiben Filmkritiken, die man unter <link http: www.spinxx.de external-link-new-window externen link in einem neuen>www.spinxx.de nach lesen kann.

Der Titania-Palast ist am Walther-Schreiber-Platz (Gutsmuthsstr. 27-28) zu finden. Am Besten mit der U9 zu erreichen.

Viel Spaß im Kino.

Axel de Roche

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